Sonntag , 27 Oktober 2019
Analyse: Kupfer – kurzzeitige Schwäche, langfristiger Gewinner

Analyse: Kupfer – kurzzeitige Schwäche, langfristiger Gewinner

Nicht nur Gold und Silber sind in den letzten Monaten drastisch im Preis gefallen. Auch Kupfer konnte sich der negativen Entwicklung an den Märkten nicht entziehen. So verlor das Metall seit Jahresbeginn über 13% an Wert. Grund hierfür ist hauptsächlich eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China. Mehrere Faktoren deuten allerdings darauf hin, dass die aktuelle Schwäche von Kupfer nur von kurzer Dauer sein kann.

 Angebot ausreichend – Aktien wenig attraktiv bewertet

Aktuell scheint der Kupfermarkt über ein ausreichendes Angebot zu verfügen. Die Aktien spiegeln dies auch größtenteils in ihren Bewertungen wider, insbesondere Junior-Explorer oder mögliche angehende Produzenten wie zum Beispiel Western Copper and Gold (WRN) haben es am Markt schwer. Die Papiere dümpeln meist vor sich hin und stellen einen Widerspruch zum Wert der Projekte dar. Dieses Gleichgewicht ist allerdings sehr fragil. So können kleinste makroökonomische Veränderungen, politischer oder technischer Natur, zu Ausschlägen beim Kupferpreis und beim Angebot führen. Diese hätten auch direkt Auswirkungen auf die Bewertungen der jeweiligen Unternehmen. Langfristig gesehen wird es ohne die Entwicklung neuer Projekte jedoch nicht gehen. Die bestehenden Projekte werden die konstant steigende Nachfrage nicht befriedigen können. Neue Projekte müssen dies auffangen und die bisherige Produktion teilweise ersetzen. Insbesondere die Substitution bestehender Minen wird an Bedeutung zunehmen. Allerdings schafft es die Explorationsindustrie aktuell nicht, neue, große und hochgradige Projekte zu identifizieren. Wenn doch, dann liegen diese meistens weit ab von jeglicher Infrastruktur oder in politische instabilen Gegenden.

Angebot wird in den Fokus rücken

Der Kupfermarkt ist der engste aller Industriemetallmärkte. Dies liegt nicht nur an den Wachstumserwartungen, sondern auch an der Problematik, neue Projekte in Produktion zu bringen. Insbesondere die hohen Kosten stellen ein Problem dar. So kostet zum Beispiel die Inbetriebnahme von Cobre Panama durch First Quantum Minerals knapp 6 Mrd. US-Dollar. Das Casino-Projekt von WRN im Yukon ist mit 2,4 Mrd. US-Dollar veranschlagt. Die fehlende Infrastruktur ist hier der Hauptkostentreiber.

Nachfrage steigt quasi von selbst

China verbrauchte 2011 rund 40% der Kupferproduktion. Der Pro-Kopf Verbrauch liegt bei 5,4kg, während in den USA im Schnitt 10kg Kupfer verbraucht werden. Alfonso Gonzalez, Berater bei Global Copper Market Research, erwartet daher eine steigende Nachfrage. Demnach soll der Verbrauch bis 2016 um 50% zunehmen (siehe Grafik). China ist nur eines von vielen Beispielen. So planen die bevölkerungsrechen Länder Brasilien und Indien ebenfalls, aggressiv den sozialen Wohnungsbau und den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben.

Partizipieren an möglicher Rallye

Macht man sich mit den Rahmenbedingungen vertraut, so sollte man davon ausgehen können, dass die Preise für Kupfer langfristig steigen werden. Es wird jedoch nicht über Nacht zu einer Rally kommen. Als Investor haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich zu positionieren. Wir halten Explorationsunternehmen mit weit fortgeschrittenen Projekten, sprich mit ersten Ressourcenschätzungen und Machbarkeitsstudien, in rechtlich unbedenklichen Lagen, wie z. B. Kanada oder auch Teilen der USA, für gute Wetten auf einen steigenden Kupferpreis.

Bild: BHP Billiton
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