Samstag , 26 Oktober 2019
Aktie der Woche: Publity – Das Geld der Angelsachsen

Aktie der Woche: Publity – Das Geld der Angelsachsen

Ausländische Investoren drängen seit Jahren auf den deutschen Immobilienmarkt. Der Grund: Die Preise sind im Vergleich zu Nordeuropa, Frankreich oder Angelsachsen günstig. Zudem ermöglichen die niedrigen Zinsen derzeit attraktive Finanzierungen. Auf diesem Feld tummelt sich auch die Publity AG. Die Leipziger haben sich auf Gewerbeimmobilien in Ballungsräumen spezialisiert und sind bereits seit rund 15 Jahren am Markt aktiv. Bisher lag der Schwerpunkt auf dem Ankauf von Immobilien in Notsituationen (über 500 Käufe bzw. Verkäufe). Diese Spezialisierung auf Sondersituationen ermöglichte überdurchschnittlich hohe Renditen.

1 Mrd. Euro von Investoren

Nun wollen die Sachsen mit Hilfe ausländischer Investoren ein größeres Rad drehen. Im Februar erwarb Publity im Auftrag eines Finanzinvestors bereits 8 Büroobjekte mit einem Eigenkapital von rund 300 Mio. Euro. Der Partner hat inzwischen 1 Mrd. Euro zugesagt, die man mit Hilfe von Publity in deutsche Immobilien stecken will. Zudem steht man mit weiteren Finanzinvestoren in Verhandlungen. Für das Unternehmen könnte sich dieser neue Schwerpunkt zum lukrativen Geschäft entwickeln. Zum einen verdient man an einer Vermittlungsprovision für den Erwerb der Objekte. Zum anderen streicht die Gesellschaft für die Verwaltung eine Asset-Management-Gebühr ein. Sollten die Immobilien dann gewinnbringend veräußert werden, verdient man erneut mit. Nicht zuletzt will sich Publity mit Anteilen zwischen 1% und 3% als Co-Investor bei den Objekten engagieren.

Ordentlicher Track-Record

Das größte Gewinnpotenzial steckt zweifellos in der Wertsteigerung der erworbenen Immobilien. Das Publity-Management rund um Gründer, Großaktionär (72%) und CEO Thomas Olek hat in der Vergangenheit schon bewiesen, dass man einen guten Riecher hat. Bei den bisherigen Transaktionen kam die Gesellschaft auf eine durchschnittliche Wertsteigerung von 27% – bei einer mittleren Haltedauer von 16 Monaten. Der Track-Record ist aber auch eine Bürde, die Partner dürften ähnlich hohe Renditen erwarten.

Börsengang und Kapitalerhöhung

Und das gilt wohl auch für die freien Aktionäre. Publity hatte Anfang April den Schritt an die Börse gemacht, allerdings im Entry Standard. Seither hat das Papier eine kleine Berg- und Talfahrt hingelegt. Den April nutzte die Gesellschaft zudem für eine Kapitalerhöhung. Insgesamt wurden 500.000 Anteilscheine zum Preis von jeweils 28 Euro bei institutionellen Anleger platziert. Laut Unternehmensangaben war die Transaktion „deutlich überzeichnet“.

Analysten „bullish“

Und auch die Analystengilde hat sich bereits geäußert. Andre Remke von Baader-Helvea Equity Research erwartet bis 2017 deutlich steigende Gewinnmargen. Dementsprechend offensiv sind seine Schätzungen. So soll Publity den Gewinn je Aktie von 2,46 Euro in diesem Jahr auf 6,12 Euro im Jahr 2017 steigern. Auf 2016er-Niveau ergibt sich ein KGV von spottbilligen 6. Da es sich bei Remke um einen Kenner der Branche handelt, sind das starke Argumente. Interessant ist auch die Dividende, die bereits für 2016 bei 3,47 Euro liegen soll. Das entspricht einer Rendite von 12,6%. Die Schätzungen wirken ambitioniert. Doch selbst wenn die Gesellschaft nicht ganz so stark zulegen würde, ergibt sich ein attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis. Immerhin weist Publity bereits Gewinne aus und kann bei einer Eigenkapitalquote von ca. 70% auf eine solide Bilanz verweisen.

Kein „Hot Stock“, dennoch heiß!

Die Aktie ist insofern kein lupenreiner „Hot Stock“, aber auf jeden Fall sehr speziell. Da die Bekanntheit Publitys am Markt noch zu wünschen übrig lässt, bietet sich jetzt eine gute Einstiegschance für chancenorientierte Anleger.

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Bild: Publity AG
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