Montag , 10 August 2020

Westag & Getalit: Nur auf den ersten Blick langweilig

Türen, Zargen, Sperrholz oder Laminat – diese Produktpalette weckt auf den ersten Blick wahrlich nicht die Fantasie von Investoren. Dennoch ist Anbieter Westag & Getalit einen detaillierten Blick wert. Die Gesellschaft aus dem ostwestfälischen Rheda-Wiedernbrück hat sich genau auf diese Bereiche spezialisiert und kann damit seit Jahren solide Umsätze und Gewinne einfahren. Dazu kommt nun auch noch eine Prise Auslandsfantasie, doch dazu später mehr.

Deutschland sorgt für Stabilität

Im ersten Halbjahr konnte Westag & Getalit die Einnahmen leicht um 2,1% auf 110,1 Mio. Euro steigern. Grundsätzlich fährt man mit der ordentlichen, aber nicht dynamischen Wirtschaftslage in Deutschland gut mit. Allerdings beschränkte sich das Wachstum auf das Segment Türen/Zargen. Hier gab es zwischen Januar und Ende Juni ein Plus von 6,3% auf 58,6 Mio. Euro zu verzeichnen. Leichte Kopfschmerzen dagegen bereitete das zweite Standbein „Oberflächen/Elemente“. Hier ging der Umsatz sogar leicht um -2,9% auf 50,34 Mio. Euro zurück. Dies lag laut Unternehmensangaben aber vor allem an der Schwäche auf den Auslandsmärkten. Der Vorteil aber ist: Westag & Getalit macht nur etwa ein Fünftel seines Geschäfts außerhalb der Landesgrenzen. Der Effekt auf den Konzern-umsatz und -gewinn ist also überschaubar.

Ausland als Chance

Allerdings besteht hier auch das größte Potenzial für die Gesellschaft, ihr Wachstum zu forcieren. Schon 2013 gingen die Auslandsumsätze leicht zurück. Sobald sich die Lage in Europas Wirtschaft verbessert, wird auch dieses Geschäft wieder anziehen. Wir trauen dem Unternehmen aber auch zu, sich langfristig trotz Gegenwind in diesem Bereich zu verbessern.

Die Dividende lockt

Kaufargumente für die Aktien von Westag & Getalit gibt es viele. Im Vorjahr schüttete man 1 Euro je Vorzugsaktie aus, was aktuell einer Dividendenrendite von mehr als 5% entspricht. Das ist in Zeiten von Minizinsen und Geldschwemme ein überzeugender Faktor. Diese Ausschüttung sollte auch für dieses Geschäftsjahr möglich sein. Vorstandschef Bernhard Wenninger hatte in der vergangenen Woche auf der SCC (Small Cap Conference) in Frankfurt gesagt, dass er eine „ordentliche“ Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Gesamtjahr erwartet. Somit sollte also mindestens das Vorjahres-Ergebnis von 1,22 Euro je Anteilschein drin sein. Für die ersten sechs Monate wurden bereits 0,65 Euro ausgewiesen, und damit 10 Eurocent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Eigenkapitalquote überzeugt

Daneben lohnt sich auch ein Blick auf die Bilanz. Die Eigenkapitalquote lag Ende 2013 bereits bei mehr als soliden 68% und dürfte sich bis Ende Dezember aller Wahrscheinlichkeit nach noch leicht verbessern. Auch in Sachen Cashflow kann Westag & Getalit überzeugen.

Ein echter Nebenwert

Die Aktie ist eigentlich nur unter echten Nebenwerte-Fans bekannt. Investor Relation-Aktivitäten des Managements halten sich in Grenzen, von einem Research eines Analysehauses ist uns nichts bekannt. Wir schätzen die Bewertung auf KGV-Ebene für dieses Jahr auf etwa 14,5. Im kommenden Jahr dürfte der Wert noch leicht sinken. Neben der Dividendenrendite spricht auch ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von etwa 0,25 für den Titel. Als Investment bietet sich für Privatanleger die Vorzugsaktie (19 Euro; DE0007775231) an.

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Bild: Westag & Getalit

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