Sonntag , 27 Oktober 2019
Editorial vom 10.12.2014

Editorial vom 10.12.2014

Liebe Leser!

Ende Oktober hatten wir Ihnen die Aktie der Lufthansa ans Herz gelegt. Der Verfall beim Ölpreis werde dem tief gefallenen Anteilschein wieder auf die Sprünge helfen, hatten wir damals geschrieben, während die Analystengilde noch davon ausging, das Öl nur sehr kurz auf niedrigem Niveau verharren wird. Da haben einige Banken schief gelegen. Während die Kranich-Aktie ihren Steigflug begann, hat allein Brent-Öl seither nochmal 22% an Wert verloren. Nun wird wieder heftig gestritten. Goldman Sachs glaubt, dass wir das Preistief gesehen haben. Ein kuwaitischer Ölmanager sieht dagegen ebenso wie andere Vertreter aus den arabischen Förderländern Preise von 60 US-Dollar je Barrel. Und der Chefstratege von Allianz Global Investors hält mittelfristig gar einen Fall auf die 50 US-Dollar-Marke für möglich. Das wäre eine Notiz unter dem Tief aus der Finanzkrise und würde etliche Förderunternehmen in Nordamerika und Westeuropa in den Ruin treiben.

Öl bleibt billig!

Wer da nun genau richtig liegt, ist uns eigentlich egal. Wichtig sind andere Aspekte. Erstens: gehen Sie dauerhaft, also mindestens bis Ende kommenden Jahres, von einem Ölpreis auf dem aktuellen Niveau (+/-10%) aus. Zweitens: schauen Sie sich dann bitte die weiteren Profiteure an. Wir haben Ihnen mit der Lufthansa bereits einen Kandidaten genannt. Das hat sich schon ausgezahlt. Zudem wiesen wir Sie auch auf die Aktien von BASF und Lanxess hin. Unabhängig von den Einzelwerten werden Industrienationen wie Deutschland oder China von der billigen Energie profitieren. Das sollte sich 2015 konjunkturell bemerkbar machen. Und das haben viele Analysten noch nicht auf dem Schirm. Ein Restrisiko bleibt: ein großer Krieg, eine Verschärfung der globalen politischen Konflikte oder ähnliches können für schnell steigende Notizen bei Öl sorgen.

Der Euro hilft – kurzfristig!

Ein wichtiger Aspekt ist derzeit auch der Euro. Dessen Schwäche bringt viele Probleme mit sich. Die Europäische Zentralbank wird trotz einiger Zweifler 2015 voll durchstarten und massiv Anleihen kaufen. Was langfristig eine Katastrophe für Europa ist – immer mehr Schulden sind KEINE Lösung – wird sich kurz– und mittelfristig in günstigen Exportbedingungen und steigenden Aktienkursen bemerkbar machen. Wohin soll all dieses Geld, was bald schon erneut die Märkte fluten wird, wenn nicht auf den Aktienmarkt?

Behalten Sie also den Ölpreis und den Euro für 2015 im Hinterkopf. Eine gute Handelswoche wünscht

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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