Mittwoch , 18 Mai 2022

Editorial vom 10.09.2014

Liebe Leser!

Die Europäische Zentralbank samt ihres Chefs Mario Draghi hat am Donnerstag versucht, die Muskeln spielen zu lassen. Der Leitzins wurde noch einmal gesenkt und ist nun am Anschlag. Danach kommt nur noch die Null, sprich: Geld wird dann kostenlos an die Banken verliehen. Zudem will der Italiener nun Kreditpakete von Banken aufkaufen, um Platz für neue Unternehmensdarlehen zu schaffen.

Draghi lässt also seinen Worten aus dem vergangenen Jahr Taten folgen. Eine schlechte Nachricht für Sparer, die immer noch auf Anleihen, Sparbücher, Tagesgeld oder gar – Gott bewahre – auf Lebensversicherungen setzen. Eine gute Nachricht ist es aber für den Aktienmarkt. Institutionelle Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen werden ihre Investments in Aktien ausbauen. Auch die Immobilienmärkte dürfte das stützen.

Auswirkungen hat diese Entwicklung aber auch auf den Euro. Manche rechnen schon mit einer Parität zum US-Dollar. Da könnte es sich lohnen, den einen oder anderen US-Titel ins Portfolio aufzunehmen. Wie stark der Euro fallen wird, wissen wir natürlich auch nicht. Und auch die Parität scheint uns etwas hochgegriffen, schließlich rechnen wir damit, dass auch die Federal Reserve die echte Zinswende noch etwas aufschieben wird. So gut geht es der US-Konjunktur nicht. Fakt ist: die deutsche Exportwirtschaft wird hiervon profitieren. Und sollte es tatsächlich so kommen, dürften sich auch die Schwellenländerwährungen stabilisieren. Einfach ausgedrückt: Was also schlecht ist für den Sparer, ist gut für die Weltwirtschaft.

Die Schuldenlüge

„Schäuble präsentiert ersten schuldenfreien Haushalt!“ So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen der vergangenen Tage. Unsere Regierung hat es tatsächlich geschafft, diese große Lüge dank naiver Massenmedien unters Volk zu bringen. Die Wahrheit sieht aber anders aus. Schon seit Jahren erklärt diese Koalition, dass sie kurz davor stehe, keine neuen Schulden aufzunehmen.

Fakt ist: Man trickst erstens herum, so dass die Planung überzeugend aussieht. Zweitens wird im Nachhinein festgestellt, dass man doch neue Verbindlichkeiten aufnehmen musste. Dann aber – drittens – titelt keine Zeitung, dass das Ziel verfehlt wurde. Und nicht zuletzt: Der Bund hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten, schon mit dem Beginn des großen Schuldenmachens unter Theo Waigel, immer mehr Aufgaben an die Länder und Kommunen abgegeben. Die stehen vielerorts mit dem Rücken zur Wand. Darauf baut unsere aktuelle Regierung ihre „Erfolge“ in Sachen Neuverschuldung auf. Bezahlen dürfen das unsere Kinder und Enkel. Lassen sie sich also nicht beirren: Deutschland wird leider auch 2015 Schulden machen.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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