Samstag , 27 November 2021

Marktkommentar vom 10.07.2013

In weiten Teilen Europas hat nun die Ferienzeit begonnen, doch von Ruhe kann keine Rede sein. Die Euro-Krise ist wieder ein Thema, auch wenn die Auswirkungen auf die Märkte noch überschaubar sind. Dennoch: Italien muss mit einer Herabstufung zurechtkommen, Griechenland bekommt, wie wir es erwartet hatten, seine Hausaufgaben nicht hin und in Portugal schwelt eine Regierungskrise. Das alles ist irgendwie nichts Neues und dennoch sollten wir uns wieder anschnallen. Bald schon könnte ein Dominostein fallen und dann wird der Herbst an den Märkten sehr heiß.

Keine Kinder

Die Euro-Krise wird ja wie andere Krisen auch meist mit Aussitzen und kurzfristigen Hilfsmaßnahmen bekämpft. So sind Politiker nun einmal, müssen wir deprimiert feststellen. Dabei zeigen sich jetzt schon die langfristigen Folgen. In den Krisenländern mit den höchsten Arbeitslosenraten sinkt die Anzahl der Geburten. Da Europa in Sachen Demographie heute schon ernsthafte Probleme hat, sind das Aussichten, die uns Sorgen bereiten. Und noch etwas ließ uns in den vergangenen Tagen aufhorchen. China, dass ebenfalls ein Demographie-Problem hat, meldet sehr schwache Handelszahlen. Sowohl die Importe als auch die Exporte gingen zurück. Damit hatte kaum ein Analyst gerechnet. Die Auswirkungen auf die Märkte waren bisher gering. Mal sehen, ob sich dieses Thema ebenso wie die chinesische Kreditklemme in den nächsten Wochen aufschaukelt.

China oder USA?

Wir hatten die Gelegenheit, uns mit dem Vorstand eines großen IT-Dienstleisters zum Thema NSA auszutauschen.  Der sah die Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst an sich nicht als Problem, man könne das auch nicht verhindern. Und: Anders könne man den Terrorismus nicht bekämpfen. Aber: Zwei Dinge müssten beachtet werden. Erstens muss das Ausspionieren deutscher Firmen aufhören. Hier sollte die Bundesregierung hinter den Kulissen aktiv werden. Und: Der Feind sitzt nicht im Westen, sondern im Osten; er heiße China. Das lassen wir mal so stehen.

Firmen brauchen Geld

An den Rohstoffmärkten gibt es so etwas wie eine vorsichtige Bodenbildung. Der Goldpreis hat sich stabilisiert, auch andere Metalle konnten einen kleinen Teil ihrer Verluste wettmachen. Dennoch bleibt die Stimmung getrübt. Insbesondere am Venture Markt geht den Firmen das Geld aus: Explorationsunternehmen sitzen quasi auf dem Trockenen und können Bohrarbeiten nicht finanzieren. Sollte sich die Stimmung bis zum Herbst nicht drehen, dann droht der Branche insbesondere in Kanada und Australien das Schlimmste. Dieser Prozess hat aber auch seine gute Seite: Denn Investorengeld dürften nur noch die Unternehmen bekommen, die echte Qualitätsprojekte zu bieten haben.

DIESER KOMMENTAR IST ERSCHIENEN IN AUSGABE 36 DES INVESTOR MAGAZINS

Bild: Martin Kolb / pixelio.de

Check Also

Analyse Silber: Ein Geduldsspiel!

Markttiming ist eine der größten Herausforderungen. Dies wird derzeit insbesondere durch die Eingriffe Dritter in …