Donnerstag , 24 September 2020

Klöckner: Ab ins Internet!

Die Stahlbranche ist „sehr, sehr konservativ“, sagte Klöckner & Co.-Vorstandschef Gisbert Rühl. Der Mann muss es wissen, er steht schon seit einem Jahrzehnt im Dienst des Duisburger Konzerns. Dennoch will KlöCo in den nächsten fünf Jahren große Teile der Wertschöpfungskette ins Internet verlagern. Den Anfang macht der Vertrieb. Während Kunden heute vor allem per Fax oder Telefon bestellen, soll es künftig über einen Webshop schneller und günstiger gehen. Die Idee dahinter: bevor ein branchenfremder den Stahlhandel revolutioniert, macht man es lieber selbst.

Doch 2015 ist das noch Zukunftsmusik, auch wenn in drei wichtigen Märkten die Shops schon online sind. Klöckner muss sich weiter mit niedrigen Stahlpreisen und einer schwachen Nachfrage auseinandersetzen. Immerhin zeigt die Restrukturierung Wirkung. So schaffte das MDAX-Unternehmen bei leicht steigendem Umsatz (+1,9% auf 6,5 Mrd. Euro) die Rückkehr in die Gewinnzone. 22 Mio. Euro standen als Konzernergebnis unterm Strich. Dementsprechend sollen die Aktionäre wie versprochen eine Dividende (0,22 Euro je Aktie) erhalten. Das entspricht einer Rendite von etwas mehr als 2%. Für 2015 rechnet Klöckner mit einem leicht steigenden Umsatz, allerdings gebe es noch Einmaleffekte, die das EBITDA belasten würden. Konkret geht es um niedrigere Preise, potenzielle Lagerabwertungen in der Schweiz sowie das schwache Geschäft in Frankreich. Wir sehen darin keine Einmalbelastungen, das ist der Lauf der Wirtschaft; aber heutzutage interpretieren Manager ja alles zu ihren Gunsten.

Die Analysten sind sich bei Klöckner noch uneins. Goldman Sachs hat den Wert auf seine „Conviction Sell List“ genommen und ein Kursziel von 8,10 Euro ausgerufen. Die Privatbank Hauck & Aufhäuser rät dagegen zum Kauf (Kursziel: 13,10 Euro).

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 113

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Klöckner & Co.

Check Also

Chakana Copper: Melden Sie sich jetzt zum Live-Webinar mit CEO David Kelley an!

Nicht nur Gold, auch Kupfer ist nach dem Corona-Einbruch wieder auf dem aufsteigenden Ast. Am …