Montag , 18 Oktober 2021

Editorial vom 12.11.2014

Liebe Leser!

Heute hü und morgen hott. So präsentiert sich der DAX derzeit. Zwischen Anfang Juli und Mitte August gab der Leitindex um rund 1.000 Punkte nach. Danach ging es binnen vier Wochen um rund 800 Punkte nordwärts. Von Mitte September bis Mitte Oktober lagen die Verluste bei erstaunlichen 1.100 Punkten. Und seither ging es wieder um rund 700 Punkte bergauf. In Summe liegt das Aktienbarometer seit Jahresanfang bei einem Minus von 3%. Im Prinzip hat sich also nicht viel getan. Der entscheidende Unterschied für Anleger aber ist: während manche Unternehmen in dieser Zeit weiter wachsen konnten, haben andere die konjunkturelle Eintrübung zu spüren bekommen. Deutlich wird das im 12-Monatsvergleich. Da notiert der DAX 3% höher, Merck (+26%), FMC (+22%) und Bayer (+20%) liegen aber weitaus besser. Umgekehrt hängen die Papiere von Adidas (-31%), der Deutschen Bank (-27%) und dem Chemiekonzern Lanxess (-26%) der Indexentwicklung hinterher.

Einzelauswahl langfristig am erfolgreichsten

Diese deutlichen Unterschiede zeigen, dass es sich nicht lohnt, einfach nur auf Indizes zu setzen. Wer das macht, fährt mit dem Markt hoch und wieder herunter. Vielmehr lohnt die Analyse der einzelnen Unternehmen und deren Aktien. Nur so kann man auf Dauer ansprechende Renditen am Aktienmarkt erzielen. Leider haben das viele Anleger bisher nicht begriffen, anders sind die hohen Vermögen auf Sparbüchern oder in Lebensversicherungen nicht zu erklären.

Profis denken langfristig

Dabei müssen Aktienanleger aber langfristig denken. Das ist der entscheidende Faktor. Deutlich wird das derzeit mal wieder am Fall von Warren Buffett. Der wohl erfolgreichste Investor der Welt musste Abschreibungen auf seine Beteiligung Tesco hinnehmen. Im Blätterwald fanden sich schnell hämische, aber zumeist oberflächliche Kommentare. Keine Frage: auch ein Profi liegt mal daneben. Doch Buffett ist erfahren genug, kann diesen Verlust verschmerzen und setzt zudem auf weitere, wenige, aber gute Pferde. Und langfristig heißt das noch lange nicht, dass dieses Tesco-Investment sich nicht lohnt. Es ist ein wenig wie mit diesen Fonds-Sparern. Als der Markt 2009 am Tiefpunkt stand, hieß es, Aktienfonds lohnen sich langfristig nicht. Landauf, landab gerieten die Ersparnisse plötzlich ins Wanken. Jetzt bewegt sich der DAX keine zehn Prozentpunkte unter seinem Allzeithoch und schon spricht alles für Aktienfonds. Streichen Sie beides aus ihrem Kopf. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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