Freitag , 26 Februar 2021

Barrick, Goldcorp & Co: Noch nicht das gelbe vom Ei

Ein gemischtes Bild zeichneten der Tage die Zahlen der großen Goldproduzenten Barrick Gold, Goldcorp, Kinross und Newmont. Wie von uns in der letzten Ausgabe vor der Sommerpause, Ausgabe 85, erwartet, sollten die Kosten je produzierter Unze weiter im Fokus stehen. Obwohl die All-In Sustaining Costs (AISC) je produzierter Unze allgemein zurückgingen, lagen die Gewinne teilweise deutlich unter den Erwartungen des Marktes. Verantwortlich hierfür sind primär sinkende Förderzahlen auf Grund von Minenverkäufen, Abschreibungen sowie niedrigere Mineralgehalte im Gestein.

Barrick Gold – Niedrigere AISC retten vor Katastrophe

Der weltgrößte Goldproduzent Barrick Gold (20,94 CAD; CA0679011084) wusste abermals zu enttäuschen. Dabei hätten die Kanadier für eine positive Überraschung sorgen können. Sie senkten die AISC je produzierter Unze deutlich unter die ausgegebene Guidance von 920 bis 980 US-Dollar für 2014. 2013 lagen die Kosten bei 910 US-Dollar je Unze. Heute liegen die AISC auf Grund von Sparmaßnahmen bei 865 US-Dollar je Unze. Doch vor allem der Nettoertrag konnte nicht mithalten. Dieser lag mit 159 Mio. US-Dollar oder 0,14 US-Dollar je Aktie unter den Erwartungen der Analysten von 0,16 US-Dollar. Zudem meldete Barrick einen Nettoverlust von 269 Mio. US-Dollar auf Grund einer 514 Mio. US-Dollar Abschreibung auf das Jabal Sayid-Projekt in Saudi Arabien. Auf Grund von Veräußerungen ging die Produktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18% zurück. In Q2 produzierte der Goldgigant knapp 1,5 Mio. Unzen, in Q1 waren es noch knapp 1,6 Mio. Trotz des Rückgangs hält das Unternehmen am Ziel fest, 2014 zwischen 6 und 6,5 Mio. Unzen zu produzieren.

Goldcorp. – Mit niedrigsten AISC unter den Großen

Goldcorp. (31,50 CAD; CA3809564097) arbeitet daran, sein Darling-Image wieder aufzupolieren. Die jüngsten Quartalsergebnisse beweisen, dass man auf dem richtigen Weg ist. So legten die Kanadier unter anderem die niedrigsten AISC aller Senior-Produzenten vor. Diese lagen im zweiten Quartal bei 852 US-Dollar je Unze. Vor allem die Penasquito-Mine in Mexiko mit AISC von sagenhaften 362 US-Dollar je Unze trug zu diesem Ergebnis bei. Das bereinigte Ergebnis lag bei 164 Mio. US-Dollar und konnte die Erwartungen der Analystengemeinde schlagen. Spannend wird sein, ob Goldcorp auch in Q3 und Q4 die Kosten niedrig halten kann. Die Inbetriebnahme von zwei kanadischen Projekten Ende 2014 bzw. Anfang 2015 könnten die Kostenseite belasten. Auf der Umsatzseite dürften wir im dritten Quartal allerdings erste Zahlen von der Ende Juli in Argentinien in Betrieb genommen Mine Cerro Negro sehen.

Kinross – Operativ läufts, Ergebnis unter Erwartungen

Kinross (4,40 CAD; CA4969024047) träumt weiterhin von den AISC der Konkurrenz. Allerdings macht man auch hier Fortschritte. So liegt man mit AISC von 976 US-Dollar je Unze am unteren Ende der eigenen Guidance von 950 bis 1.050 US-Dollar. Auf Produktionsseite liegt man dagegen am oberen Ende der eigenen Ziele von 2,5 bis 2,7 Mio. Unzen für das Gesamtjahr, so CEO Paul Rollinson. Allerdings fiel das bereinigte Ergebnis mit nur 32,9 Mio. US-Dollar (0,03 US-Dollar je Aktie) deutlich geringer aus. Analysten erwarteten 0,05 US-Dollar je Aktie. Dennoch: im Vergleich zu dem desaströsen zweiten Quartal 2013 hat sich einiges getan und aus einem Verlust von 2,48 Mrd. US-Dollar auf Grund von massiven Abschreibungen wurde immerhin ein Gewinn von 46 Mio. US-Dollar in 2014.

Newmont – Australien rettet USA

Auch Newmont Mining (27,06 US-Dollar; US6516391066) blieb die Wiederholung eines desaströsen zweiten Quartals 2013 erspart. Noch vor 12 Monaten meldeten die Amerikaner einen Verlust von 2,1 Mrd. US-Dollar. 2014 konnte man dagegen einen Gewinn von 182 Mio. US-Dollar vermelden. Dennoch ist auch hier nicht alles rosig. So mussten die Phoenix und Twin Creek-Minen Produktionsrückgänge von bis zu 19% hinnehmen, weil die Wertigkeit des Gesteins zurückging. Besser lief es dafür in Down Under, wo man die Produktion deutlich ausbauen und die Entwicklungen in den USA ausgleichen konnte. Alles in allem konnte Newmont jedoch den Goldausstoß in Q2 leicht steigern und hob zugleich die Guidance für das Gesamtjahr auf 4,7 bis 5 Mio. Unzen an. Die Amerikaner, gerade weil man in Australien und den USA aktiv ist, haben mit die höchsten AISC aller großen Produzenten. Diese lagen in zweiten Quartal bei 1.063 US-Dollar je Unze.

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Bild: Goldcorp

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