Sonntag , 27 Oktober 2019
Editorial vom 13.08.2014

Editorial vom 13.08.2014

Liebe Leser!

War das jetzt die große Korrektur? Diese Frage stellen sich in diesen Tagen viele Anleger. Der DAX hat in der Spitze binnen vier Wochen rund 1.000 Punkte verloren. Etwas brachialer ging es bei vielen Einzelwerten zu. Wer wie Lufthansa oder Adidas Gewinnwarnungen herausgab, wurde vom Markt sofort und ohne Gnade abgestraft. Noch eine Nummer härter erwischte es viele Aktien von mittelgroßen und kleinen Unternehmen. So mancher Nebenwert ist nun 30% billiger zu haben als noch Anfang Juli. Die Märkte haben nun offensichtlich verstanden, dass die Bewertungen den Gewinnen davongelaufen waren. Wenn keine nachhaltigen Wachstumssprünge mehr gelingen, muss man dafür büßen. Dieser Trend könnte sich im Herbst mit den Q3-Zahlen fortsetzen. Allerdings bleibt noch Zeit, um die Erwartungen zumindest von Analystenseite herunterzuschrauben.

Giftcocktail für die Märkte

Natürlich war das nicht der Hauptgrund, warum die internationalen Aktienmärkte so unter die Räder kamen. Die Enttäuschungen auf Unternehmensseite fielen mit einer ganzen Reihe von internationalen Krisen zusammen. Die Eskalationen in der Ukraine und im Irak haben für einen Giftcocktail gesorgt. Dabei hat der Krieg um die Ukraine eine besondere Note bekommen, die in den nächsten Wochen für weitere Probleme sorgen könnte. Wie von uns vor der Sommerpause richtig vermutet, haben die USA und einige Partner in Europa ihre Sanktionsdrohungen gegen Russland wahr gemacht. Moskau reagierte prompt – was sollte Putin auch machen – und hat seinerseits Importstopps erlassen. Wir rechnen damit, dass in dieser Sache beide Seiten noch einmal nachlegen werden. Dann entsteht das, wovor wir bereits vor Monaten gewarnt haben: es wird einen nachhaltigen Schaden für die deutsche Wirtschaft geben. Warum Berlin und die EU diese sinnlose Eskalationspolitik unterstützen, ist uns schleierhaft. Fest steht, dass hierzulande dafür mit weniger Jobs und weniger Exporten bezahlt wird. Zumal sich Russland in vielen Bereichen schon umorientiert und nach neuen Handelspartnern sucht und zum Teil schon gefunden hat.

Pulver trocken halten

Halten Sie Ihr Pulver trocken, aber nicht alles! Wir haben in dieser Ausgabe einige Aktien herausgepickt, die nun deutlich niedriger bewertet sind. Sie eignen sich aber nur für jene, die bereit sind, Risiken für die Chancen auf höhere Gewinne einzugehen. Freilich sollte Ihre Liquiditätsquote wie in den vergangenen Monaten bei rund 50% liegen. Wir haben zwar (noch) keinen echten Börsensturm, aber die Sonne ist auch noch nicht hinter der Wolken hervorgekommen.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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