Sonntag , 12 Juli 2020

Marktkommentar vom 15. Mai 2013

Ein schlechter ZEW-Index? Eine schwächer als erwartete Industrieproduktion in den USA? Das alles scheint gerade keine Rolle zu spielen. Die Anleger kaufen Aktien und treiben den DAX auf immer neue Höchststände. Am heutigen Mittwoch war die Marke von 8.400 schon greifbar nah. Dabei sind es nicht die guten Unternehmensdaten, die die Kurse bewegen. Es ist schlicht und ergreifend das billige Geld der Notenbanken! Solange die Druckerpressen arbeiten, werden die Kurse mehr oder weniger steil nach oben gehen. Und immer neue Anlegergruppen und institutionelle Investoren werden plötzlich unter Druck stehen und zum Einstieg gezwungen.

Die Notenbanken müssen weiterdrucken

Die Frage ist natürlich: Wie lange wird diese Niedrigzinsphase noch anhalten? Im Prinzip müsste es so laufen: Solange Südeuropa nicht aus der Krise kommt, wird gedruckt. Denn die Schulden einiger Staaten sind einfach zu hoch. Höhere Zinsen bedeuten für diese Länder höhere Ausgaben. Wem aber das Wasser schon bis zum Hals steht, der kann sich dann kaum noch wehren. Insofern wird die EZB ihren Kurs noch einige Jahre beibehalten müssen. Das wir vielleicht 2015 wieder eine 1 vor dem Komma beim Leitzins sehen werden – verkraftbar! Ähnlich ist die Situation auch in den Vereinigten Staaten und in Japan. Nippon ist ohnehin das am stärksten verschuldete der Land der Welt, hat aber den Vorteil, dass es sich das Geld von der eigenen Bevölkerung geliehen hat. Und die scheint es immer noch zu akzeptieren, ihr Geld für wenige Prozentpunkte auf dem Postsparbuch aufzubewahren oder eben direkt in japanische Staatsanleihen. In den USA ist die Situation ganz ähnlich. Mal abgesehen davon, dass die Amerikaner in solch schwierigen Phasen nie ein Problem damit hatten, einfach die Geldschleusen zu öffnen, um der Wirtschaft wieder Schwung zu verleihen. Böse Zungen behaupten sogar, dass nur deshalb ein Eingreifen in Syrien kommen wird. Das würde immerhin die Militärindustrie ankurbeln.

Die zweite und dritte Reihe im Blick

Bei den Rohstoffunternehmen hält der Trend zu drastischen Sparmaßnahmen an. Der April-Crash bei Gold und Silber, der auch auf andere Metalle übergriff, scheint die Notwendigkeit dazu sogar erhöht zu haben. Budgets für neue Projekte werden derzeit zusammengestrichen, gleichzeitig entdecken viele Unternehmen aus dem angelsächsischen Raum die Vorteile einer hohen Dividende. Hier findet ein echter Paradigmenwechsel statt. Beides wird Folgen haben: Wenn Unternehmen ihr Augenmerk auf Ausschüttungen legen, können neue Investoren gewonnen werden. Auf der anderen Seite wird sich die Rückführung der Budgets in einigen Jahren bemerkbar machen. Dann könnte es an dem einen oder anderen Metall mangeln. Für eine Prognose ist es noch zu früh, doch im Laufe dieses Jahres werden wir mehr wissen.

Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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