Mittwoch , 18 Mai 2022

Goldproduzenten: Abschreibungen prägen das Bild

In Ausgabe 36 hatten wir Sie bereits vor den zu erwartenden Zahlen für das zweite Quartal gewarnt. Wie von uns prognostiziert, haben die größeren Produzenten durch die Bank weg entweder Verluste und / oder größere Abschreibungen vermeldet. Allerdings hielten sich die Kursverluste in Grenzen, da größere Überraschungen  ausblieben. Lediglich Barrick Gold mit einer Rekordabschreibung nahe der 10 Mrd. US-Dollar Marke stach heraus, konnte aber mit niedrigen Produktionskosten die Investoren besänftigen. Wir haben für Sie die wichtigsten Q2 Kennzahlen zusammengefasst.

Barrick: Zweithöchster Verlust in Kanadas Geschichte

Der ehemals weltweit größte Goldproduzent nach Marktkapitalisierung, Barrick Gold hat für das zweite Quartal einen Verlust von 8,56 Mrd. US-Dollar vermeldet. Dies ist laut Informationen der Financial Post der zweithöchste, vermeldete Verlust in einem Quartal in Kanadas Unternehmensgeschichte. Insgesamt hat Barrick 9,3 Mrd. US-Dollar abschreiben müssen, allein auf das Pascua Lama Projekt in Chile entfielen 5,1 Mrd. US-Dollar. Dies war jedoch von den Analysten erwartet worden. Auf dem Unternehmen lastet ein Schuldenberg in Höhe von 15,8 Mrd. US-Dollar. Allerdings besteht kein Grund zur Sorge, nur 1,8 Mrd. sind hiervon bis Ende 2015 fällig. Mit Veröffentlichung der Q2-Zahlen hat das Unternehmen zugleich auch die Dividende um 75% gekürzt. Ein Punkt der jedoch für das Unternehmen spricht, sind die im Vergleich zur Konkurrenz geringen Produktionskosten von 919 US-Dollar je Unze Gold.

Goldcorp: 1,9 Mrd. US-Dollar Verlust in Q2

Der weltweit größte Goldproduzent nach Marktkapitalisierung, Goldcorp., konnte sich ebenfalls wie erwartet nicht dem Sog des Goldpreisverfalls entziehen und vermeldete einen Quartalsverlust in Höhe von 1,9 Mrd. US-Dollar. Hauptgrund hierfür waren Abschreibungen in Höhe von 1,96 Mrd. US-Dollar auf den Buchwert der Projekte. So musste Goldcorp. alleine 1,8 Mrd. US-Dollar auf die mexikanische Goldmine Penasquito abschreiben. Operativ fiel der Umsatz in Q2 auf Jahressicht um 18% auf 889 Mio. US-Dollar. Da man einen Großteil der Produktion, hoffend auf eine Erholung der Metallpreise, auf das Quartalsende geschoben hatte, realisierte man unterdurchschnittliche Preise von 1.358 US-Dollar je Unze Gold und 17,01 US-Dollar je Unze Silber. Der Quartalsdurchschnitt lag bei 1.414 US-Dollar je Goldunze bzw. bei 23,13 US-Dollar je Silberunze. Die Produktionskosten lagen bei 1.279 US-Dollar je Goldunze. Die Produktions-Guidance für das Gesamtjahr beließ man bei  2,6 bis 2,8 Mio. Unzen Gold.

Newmont: Quartalsverlust in Höhe von 2 Mrd. USD

Der amerikanische Bergbauer Newmont Mining vermeldet wie die Konkurrenz einen Milliardenverlust für das zweite Quartal und enttäuschte die Analystengemeinde. Diese hatten einen Gewinn von 0,42 US-Dollar je Aktie erwartet. Nun meldete das Unternehmen einen Verlust von 4,06 US-Dollar. Die Goldproduktion war nur marginal rückläufig, allerdings musste auch Newmont dem Goldpreisverfall Tribut zollen und 2 Mrd. US-Dollar abschreiben. Verkäufe realisierten einen Erlös von durchschnittlich 1.386 US-Dollar je Unze Gold. Die All-In Produktionskosten gibt Newmont mit 1.181 US-Dollar an.

Yamana: Verlust hält sich in Grenzen

Der kanadische Goldproduzent Yamana Gold meldete für das zweite Quartal einen Verlust von 7,9 Mio. US-Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz um 20% auf 430,5 Mio. US-Dollar zurück. Analysten rechneten mit einem Umsatz von 488 Mio. US-Dollar. Die Goldproduktion stiegt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2% auf 295.545 Unzen Goldäquivalent an. Für den Umsatzrückgang sind auch hier vornehmlich die niedrigeren Erlöse für das Edelmetall verantwortlich. Im zweiten Quartal erzielte Yamana 1.385 US-Dollar je Unze. In 2012 lag der Erlös je Unze noch bei 1.605 US-Dollar.

Fazit

Die großen Produzenten mussten im zweiten Quartal bilanztechnisch gesehen, Federn lassen. Operativ konnten die Meisten jedoch zulegen und die Produktion steigern und Kosten senken. Insbesondere Sparmaßnahmen werden weiter im Investorenfokus stehen, da diese einen direkten Einfluss auf die Profitabilität haben. Herauszuheben sind vor allem die niedrigen Produktionskosten von Barrick Gold. Hätte das Unternehmen nicht mit Pascua Lama zu kämpfen, wäre die Aktie für uns einen Einstieg wert. Noch ist nicht absehbar wie es in Chile weitergeht. In Q3 sollten uns größere Wertberichtigungen erspart bleiben.

Bild: Barrick Gold

Check Also

Gold: Gute Chancen für eine Rally ab Mitte Dezember

Wie so oft werden die Edelmetall-Investoren auch in den letzten Wochen des Jahres 2021 aufgrund …