Freitag , 12 August 2022

Marktkommentar vom 14.08.2013

Liebe Leser!

Wir sind vor drei Wochen in die Sommerpause gegangen. Seither hat sich wie erwartet nur wenig an den Märkten getan. In Europa setzten die Investoren weiter auf die Europäische Zentralbank und eine langfristige Niedrigzinspolitik. Das soll diverse Staaten (und Unternehmen) vor einer möglichen Pleite bewahren und gleichzeitig Zeit bringen, um die Konjunktur (endlich) in Fahrt zu bringen. Auf der anderen Seite des großes Teiches wird dagegen weiter darüber gerätselt, wann die Federal Reserve die Wende in der Zinspolitik einleitet. Noch wird viel geredet, in diesem Jahr dürfte aber tatsächlich nichts passieren. Dafür ist die Lage am US-Arbeitsmarkt weiterhin zu schwach. Im Gegensatz zu seinem europäischen Pendant ist das derzeit der Hauptfokus der Fed.

Wann wacht Europa auf?

Das insgesamt positive Bild wird nicht nur durch die rekordnahen Kurse unterstützt, sondern nun auch wieder durch die Fabrik der Welt, die Volksrepublik China. Denn so wie es derzeit aussieht, haben die Schwarzseher und Anti-China-Hetzer am Markt (Ja, die gibt es!) einmal mehr Unrecht gehabt. Die neuesten Zahlen der chinesischen Statistiker machen Vorhersagen einer chinesischen Krise zur Makulatur. Die Industrieproduktion lag im Juli 9,7% über dem Vergleichswert des Vorjahres. Das ist der stärkste Zuwachs seit Januar. Gleichzeitig wuchsen die Ausfuhren um 5,1% und die Einfuhren gar um 10,9%. Die Wirtschaft brummt wieder und offensichtlich scheint eine kleine Schwächephase wieder vorbei zu sein. Das ist wichtig, denn China steht bei vielen Rohstoffen für 35% bis 50% der Nachfrage. Gleichzeitig sorgt das Reich der Mitte dafür, dass insbesondere deutsche Autoproduzenten von der heimischen Schwäche nicht so stark getroffen werden wie in früheren Zeiten. Das lässt sich an harten Fakten festmachen: In China wurden laut dem chinesischen Autoverband in den ersten sieben Monaten mit 9,9 Mio. PKWs 10,5% mehr Fahrzeuge als vor einem Jahr verkauft. Berücksichtigt man die traditionell höheren Verkäufe im Herbst, dürften in diesem Jahr im Reich der Mitte erstmals über 17 Mio. PKWs verkauft werden. Wir werten das als natürlichen Prozess. Das innovationsfeindliche, starre Europa – gefangen im Klein-Klein seiner eigenen Krise und ohne Ideen in der politischen Führung – verliert weiter an Boden gegenüber der neuen Weltmacht aus dem Osten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Chinesen auch technologisch in einer gleichwertigen Position sind wie wir. Außer: Man wacht endlich auf. Nur fragen wir uns: Welches Land in Europa hat dazu die Kraft und die politische Elite, um eine Wende einzuleiten?

Goldmarkt: China kauft kräftig zu

Das man in China langfristig handelt und strategisch denkt, zeigen auch die Goldkäufe. Die physische Nachfrage stieg in den ersten sechs Monaten auf 706,3 Tonnen. Das ist fast so viel wie die komplette Nachfrage aus dem Vorjahr (832,2 Tonnen). Die Chinesen rüsten sich also mit einer „harten Währung“. Gold wechselt von den „schwachen“ in die „starken“ Hände, schrieb ein Analyst in Hongkong. Wie wahr!

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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