Dienstag , 21 September 2021

Konferenz: European Gold Forum 2015

Am gestrigen Dienstag waren wir für Sie auf dem European Gold Forum in Zürich. Die Denver Gold Group organisiert jährlich zwei solcher Foren in Nordamerika (Denver) im Herbst und in Europa (Zürich) im Frühling. Dabei blickt die Gruppe auf eine 30-jährige Geschichte zurück und zählt Industriegrößen wie Barrick Gold, Kinross, Goldcorp und Newmont zu Ihren Mitgliedern. Die Denver Gold Group hat es sich zum Ziel gesetzt, börsennotierten Unternehmen im Edelmetallbereich mit Kapital zusammenzuführen und dabei den Austausch mit Investoren zu erleichtern.

Teilnehmerzahl als Spiegelbild des Marktes

In einem kurzen Gespräch mit Konferenzleiter Tim Wood konnten wir erfahren, dass die Teilnehmerzahl mit rund 420 dieses Jahr abermals rückläufig war. 2012 besuchten noch rund 725 Fondsmanager, Vermögensverwalter und andere Investoren die Konferenz. Die Teilnehmerzahl kann daher gut als Spiegelbild des aktuellen Marktumfeldes gesehen werden. Denn das allgemeine Interesse an Aktien im Edelmetallbereich ist trotz Geldschwemme an den Märkten (Inflationsrisiko), Währungsinstabilitäten und geopolitischen Risiken, weiter verschwindend gering.

Wohin geht die Reise bei Gold?

Eröffnet wurde die zweitägige Konferenz mit einer Keynote-Rede von Dr. Martin Murenbeeld von Dundee Capital Markets, einem der angesehensten Analysten im Goldsektor. In seinem Vortrag spielte er die diversen Szenarien durch, die Einfluss auf die Entwicklung des Goldpreises haben könnten und aller Voraussicht nach auch haben werden. So führt er unter den belastenden Faktoren für den Goldpreis für 2015 und 2016 unter anderem die Stärke des US-Dollars auf, das Ende des Quantative Easings der FED und einen Anstieg des Zinsniveaus in den USA an. Weiter geht Dr. Murenbeeld davon aus, dass die Weltwirtschaft sich weiterhin auf Grund des niedrigen Ölpreises, der die Inflation hemmt, träge entwickeln wird. Als Folge dieser Gründe wird der S&P500 weiter mit Investitionen in Gold konkurrieren. Die Gefahr, dass die von ETFs angehäuften Goldmengen in den Markt geschmissen werden, besteht zusätzlich. Doch der Analyst listet auch ausreichend Gründe für einen stabilen und steigenden Goldpreis auf. So sieht er die Nachfrage nach physischem Gold vor allem in Indien und China weiter auf hohem Niveau. Zentralbanken kaufen ebenfalls weiter Gold an, die globale Schuldenkrise werde sich zudem ausweiten, da die Schulden stärker wachsen als das BIP. Außerdem hält er den US-Dollar für überbewertet und rechnet mit einer Korrektur. Basierend auf seinen Thesen rechnet er mit einem Goldpreis von 1.254 US-Dollar je Unze im Jahresmittel 2015 und 1.285 US-Dollar am Jahresende. Für 2016 kalkuliert er mit durchschnittlich 1.335 US-Dollar.

Intensiver Austausch mit Unternehmenslenkern

Das Format der Konferenz erlaubt außerdem Investoren und Journalisten sich intensiv mit den Entscheidungsträgern der jeweiligen Unternehmen in Einzelgesprächen auszutauschen. Auf Seite 6 finden Sie zum Beispiel weitere Informationen zu unserem Empfehlungswert Lake Shore Gold.  Wir sprachen mit CEO Tony Makuch über das erste Quartal und kurzfristige Katalysatoren. In den nächsten Ausgaben werden wir unsere Eindrücke von den Gesprächen mit den Vorständen, Unternehmensvertretern und Investoren gezielt einfließen lassen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stimmung positiver war als noch 2014. Das Gefühl einer Bodenbildung im Markt lässt sich nicht leugnen. Ein Turnaround, wenn auch ein vorsichtiger, könnten wir womöglich in der zweiten Jahreshälfte sehen.

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Bild: Denver Gold Group

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