Sonntag , 12 Juli 2020

Intershop Communication: Kommt jetzt endlich ein vernünftiger Umbau?

Seit Jahr und Tag warten die Aktionäre von Intershop auf die große Trendwende. Das Urgestein aus dem Neuen Markt lebt zwar noch, dennoch ist man noch ein gutes Stück von nachhaltigen Gewinnen entfernt. Auch mit den jüngsten Quartalszahlen wurden die Eigentümer mal wieder enttäuscht, der Start ins neue Jahr ist missglückt. Nachdem für 2015 noch ein Mini-Gewinn von 5.000 Euro bei Umsätzen von 42,72 Mio. Euro ausgewiesen wurde, gab es zwischen Januar und Ende März wieder rote Zahlen. So betrug das Minus 1,5 Mio. Euro, der operative Cashflow war mit -0,9 Mio. Euro ebenfalls wieder negativ.

Hoffnung durch neuen Aktionär

Nun aber gibt es Hoffnung, wie unsere Überschrift suggeriert. Und die machen wir allein an der neuen Aktionärsstruktur fest. So ist der Frankfurter Vermögensverwalter Shareholder Value Management AG bei dem Jenaer Unternehmen eingestiegen. Die Hessen hielten bereits einige Papiere und haben nun knapp 25% von Sterling, die wiederum die Anteile von Ebay erworben hatten. Hinter Shareholder Value steckt Frank Fischer, der als einer der klügsten Köpfe in der Nebenwerteszene Deutschlands gilt. Er verwaltet bereits Assets über mehr als eine Milliarde Euro. Mit Intershop setzt Fischer ungewöhnlich viel auf eine Karte. Da er aber bereits seit Jahren als kleinerer Aktionär dabei ist, wird er die zumeist hausgemachten Probleme kennen. Zum einen muss der Vertrieb der Produkte ausgebaut werden, hier hat es immer wieder gehapert. Zum anderen ist Intershop der letzte konzernunabhängige Anbieter von E-Commerce-Softwarelösungen, dieses Pfund muss am Markt in die Waagschale geworfen werden. Mehr Produktverkäufe machen sich dann als Skaleneffekt auf der Gewinnseite bemerkbar. Das zweite Standbein (Beratung) bietet dagegen nur geringe Margen. Wir gehen davon aus, dass Fischer und Co. ab der Hauptversammlung das Zepter schwingen und mittelfristig einen Verkauf des gesamten Unternehmens an einen der großen Softwarekonzerne anstreben. Und: wir trauen ihm das zu!

Die Bilanz von Intershop sieht immerhin ordentlich aus. Per Ende März saß man auf liquiden Mitteln von 14,2 Mio. Euro, das entspricht rund einem Drittel des Börsenwerts. Die Eigenkapitalquote liegt bei mehr als 50%. Es ist also Geld da, um in Wachstum zu investieren. Eine Einschätzung der Ergebnisse für 2016 und 2017 halten wir für schwierig. Wir setzen bei dieser Empfehlung auf den neuen Großaktionär.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 166

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Bild: Intershop Communications

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