Sonntag , 27 Oktober 2019
K+S: Signale aus Osteuropa?

K+S: Signale aus Osteuropa?

Der DAX befindet sich derzeit auf seinem nominalen Rekordhoch. Bei den Aktionären von K+S (19,10 Euro; DE000KSAG888) ist dagegen Trauer angesagt. Seit Jahresanfang hat das Papier des Kali- und Salzkonzerns fast die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Damit sind die Nordhessen das Schlusslicht im deutschen Leitindex. Ein Teil dieser Entwicklung lässt sich fundamental begründen. Im Salzgeschäft lief es im ersten Quartal mäßig. Ohnehin ist dieses Segment stark wetterabhängig und die Entwicklung daher schwer prognostizierbar. Im Geschäft mit Kali sind die Regeln dagegen recht eindeutig. Wenn die Preise für Weizen & Co. steigen, dann besteht für Landwirte weltweit ein Interesse daran, die Erträge hochzufahren. Und dann wird mehr gedüngt und die Nachfrage zieht an.

Das Ende des Kartells?

Dieser Mechanismus funktionierte in den vergangenen Jahr aber nur bedingt. Dank des Kartells zwischen Russlands Uralkali, dem Weltmarktführer, und Weißrusslands Belaruskali, wurde die Nachfrage-Angebots-Situation zum Besseren für die Hersteller beeinflusst. Dieses Bündnis, BPC, stand schließlich für 43% der weltweiten Exporte. Man hielt die Preise hoch und alle profitierten davon. Doch diese Kooperation steht in Frage. Ende Juli hatte Uralkali das langjährige Exportbündnis mit den Weißrussen aufgekündigt und damit Schockwellen am Markt ausgelöst. Alle Aktien aus diesem Sektor stürzten ab, K+S verlor allein in den ersten Tagen etwa ein Viertel seines Börsenwerts. Es wurde nun ein harter Preiskampf befürchtet. Bis heute wird darüber gerätselt, warum Uralkali diesen Streit vom Zaun gebrochen hat. Denn das Unternehmen selbst, und damit Russland, verlieren wichtige Exporteinnahmen bei fallenden Preisen.

Das Kostenproblem

Für K+S ist das Ende der Allianz besonders bitter. Denn die Nordhessen gehören zu den teuersten Anbietern. Ab einer bestimmten Preisschwelle verdient das Unternehmen kein Geld mehr. Zumal man in diesem Jahr auch noch Probleme bei seinem neuesten Projekt in Kanada eingestehen musste. Das sollte eigentlich nach dem Produktionsstart in zwei Jahren die Kosten im Konzern senken, doch derzeit laufen die Ausgaben wohl aus dem Ruder. Insofern bleibt eigentlich nicht viel, was derzeit für ein Investment in die Aktie von K+S spricht. Doch: Es tut sich was.

Friedensignale im Osten

Zum einen gibt es in Osteuropa ein erstes Friedenssignal zwischen den Russen und Weißrussen. Eine Einigung könnte schnell wieder zur Erholung bei den Kali-Preisen führen und auch K+S Auftrieb geben. Zum zweiten ist die Aktie selbst unseres Erachtens übermäßig verprügelt worden. Vor allem Short-Seller sorgten dafür, dass der Absturz so heftig ausfiel. Es wurde nach unten übertrieben. Sollten noch mehr positive Nachrichten vom Kartell kommen, dann sind diese Spekulanten gezwungen, ihre Leerverkaufsposition zügig zu schließen. Das würde der Aktie einen kräftigen Schwung geben, so wie es Mitte September schon einmal war. Und nicht zuletzt: Wenn der ganze Markt scheinbar auf fallende Kurse wettet, ist es Zeit, ins andere Lager zu wechseln.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 48

Bild: K+S
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