Mittwoch , 24 April 2019
Advantag: Große Chancen im CO2-Markt

Advantag: Große Chancen im CO2-Markt

Noch vor zehn Jahren war der Treibhauseffekt und die CO2-Politik diverser Regierungen ein großes Thema in Medien und Gesellschaft. Im Zuge der Finanzkrise ist das Interesse deutlich zurückgegangen. Das lag nicht nur daran, dass sich Menschen in Krisen nicht mit Themen befassen, die möglicherweise erst in einer oder zwei Generationen einen großen Einfluss auf ihren Alltag haben werden. Sondern: die Emission von Treibhausgasen ist deutlich zurückgegangen, da die Industrieproduktion durch die Finanzkrise heruntergefahren wurde. Unsere Atmosphäre erhielt quasi eine Atempause. Es wurde weniger CO2 in die Luft gepumpt. Inzwischen erreicht man wieder die Vorkrisenniveaus und liegt teilweise bereits darüber.

Das Preistief ist Vergangenheit

Diese Entwicklungen machten sich auch beim Preis für Emissionszertifikate bemerkbar. Diese müssen Industrieunternehmen in der Europäischen Union erwerben, wenn sie Kohlendioxid in die Luft abgeben. Im Zuge der Finanzkrise hatten sich die Preise für die Rechte zur Emission einer Tonne CO2 mehr als halbiert. Im Tief mussten zeitweise nur noch 5 Euro bezahlt werden. Inzwischen liegen die Kurse an den entsprechenden Handelsplätzen wieder über sechs Euro. Langsam kommt Dynamik in den Markt. Für Privatanleger gibt es die Möglichkeit, über die Aktie der Advantag (6,80 Euro; DE000A1EWVR2) an der künftigen Entwicklung des Nischenmarktes zu partizipieren. Das niederrheinische Unternehmen handelt mit Emissionszertifikaten. Das der Markt wieder anzieht, wird an den Zahlen für das vergangene Jahr deutlich. So steigerte das Unternehmen den Umsatz von 1,77 Mio. auf 51,55 Mio. Euro. Dabei konnte das operative Ergebnis trotz der Kosten für den Börsengang aus einem Minus in ein kleines Plus von 40.000 Euro gedreht werden.

Marge im Blick

In diesem Jahr will Alleinvorstand und Gründer Raik Oliver Heinzelmann, der knapp 58% der Aktien hält, vor allem an der Gewinnmarge arbeiten. In den ersten drei Monaten wurde bereits ein Überschuss von 50.000 Euro bei einem Umsatz 46,3 Mio. Euro erwirtschaftet. Und auch im April soll es sehr gut gelaufen sein, wie wir erfahren haben. Neben dem regeren Handel mit Zertifikaten kann die Gesellschaft vom steigenden Interesse von Privatanlegern profitieren, die über ein „Klimakonto“ in Emissionszertifikate investieren können. Hier plant das Unternehmen mit Sitz in Geldern auch die Auflage eines geschlossenen Fonds.

Attraktive Bewertung

Die Aktie selbst erlebte schon eine kleine Achterbahnfahrt seit der Erstnotiz im September vergangenen Jahres. Zum Jahresende hin lag das Papier bei rund 9 Euro und damit 50% über dem Ausgabepreis von 6 Euro. Im April ist das Papier aber wieder deutlich zurückgefallen, so dass sich unseres Erachtens eine gute Einstiegschance bietet, zumal am Freitag kommende Woche die Hauptversammlung ansteht. Geplant ist unter anderem die Ausgabe von Gratisaktien aus der Kapitalrücklage im Verhältnis 2:1. Dadurch dürfte der eher schwache Handel in dem Advantag-Papier zunehmen. Dazu rechnen wir mit einem positiven Ausblick von CEO Heinzelmann. Wir rechnen für dieses Jahr mit einem Überschuss von mindestens 300.000 Euro. Das KGV sehen wir daher im einstelligen Bereich. Allerdings ist das Papier nichts für Zocker. Wer hier einsteigt, sollte einen langfristigen Anlagehorizont mitbringen. Das macht auch mit Blick auf die EU-Emissionspolitik Sinn. So sollen die Preise für den Ausstoß von CO2 sukzessive erhöht werden. Das bietet Advantag die Chance, bei steigendem Handelsvolumen auch deutlich höhere Gewinne einzufahren.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 75

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