Sonntag , 21 Juli 2019
LPKF: Korrektur bietet Einstiegschance

LPKF: Korrektur bietet Einstiegschance

Die Aktie von LPKF Laser & Elctronics (14,99 Euro; DE0006450000) war einer der Highflyer der vergangenen Jahre. Seit dem Tief 2009 konnte sich der Wert binnen fünf Jahren in der Spitze mehr als verzwanzigfachen. Doch zuletzt lief es für das Unternehmen mit Stammsitz in Garbsen nicht mehr rund. Der Anteilschein kam deutlich zurück und hat seit Jahresbeginn etwa ein Viertel an Wert eingebüßt. Dabei sind die Lasersysteme des Unternehmens weltweit gefragt. Sie werden vor allem im Elektronikgeschäft (Smartphones etc.), in der Kunststoffindustrie oder im Solarbereich eingesetzt.

Schwaches Q1 sorgte für Einbruch

Für den Einbruch der Aktie waren zum einen Gewinnmitnahmen mitverantwortlich. Auf der anderen Seite enttäuschten die Zahlen zum ersten Quartal aber auf ganzer Linie. So ging der Umsatz zwischen Januar und Ende März um 34,5% auf 21,5 Mio. Euro zurück. Die EBIT-Marge brach kräftig ein: Hatten hier im Vorjahresquartal noch 20,3% gestanden, so betrug der Wert nun 5,0%. Da ist es nur logisch, dass auch der Gewinn je Aktie einbrach: Er lag bei 0,03 Euro und damit 84% unter dem Vorjahr. Doch es gibt wieder Aussicht auf Besserung.

Aufträge aus China

So hat das Management den Ausblick für das Gesamtjahr trotz des schwachen ersten Quartals auf der Hauptversammlung vor zwei Wochen bestätigt. Weiterhin geht man von einem Umsatz von 132 bis 140 Mio. Euro für 2014 aus. Auch die EBIT-Marge soll mit 15% bis 17% wieder an das erfolgreiche Jahr 2013 anknüpfen. Den Optimismus begründet Vorstandschef Ingo Bretthauer mit dem Auftragseingang. So seien die ersten Wochen des zweiten Quartals positiv verlaufen. Allein in den letzten Wochen habe das Unternehmen Aufträge über insgesamt rund 15 Mio. Euro bei Systemen zur Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) einsammeln können. Ein kommender Zielmarkt ist die Volksrepublik China. Die dortigen Mobilfunkhersteller, wie beispielsweise Xiaomi aus Beijing, wollen sich in die Weltliga vorkämpfen und brauchen dafür platzsparende und flexible LDS-Bauteile. LPKF profitiert hier von der weiteren Miniaturisierung der Smartphones sowie kürzeren Produktzyklen. Doch auch das Nachbarland Südkorea rückt ins Blickfeld der Norddeutschen. Zuletzt hatte man dort ein Büro eröffnet. Das Land beherbergt schließlich mehrere Global Player aus dem Mobilfunkbereich.

Solide Bilanz

Für das Unternehmen spricht auch die solide Bilanz. Trotz des schwachen Q1 liegt die Eigenkapitalquote bei sehr robusten 57,3%. Auch die liquiden Mittel in Höhe von 6,5 Mio. Euro sorgen für ein komfortables Polster. Allerdings lag der Free Cashflow zwischen Januar und März bei -8 Mio. Euro.  Positiv ist auch die Dividendenpolitik zu werten. So sollen weiterhin 30 bis 50% des Jahresüberschusses ausgeschüttet werden. Für das vergangenen Jahr gab es 0,25 Euro je Anteilschein. Analysten rechnen damit, dass dieser Wert auf 0,35 Euro steigt, was aktuell einer Dividendenrendite von 2,3% entspricht. Doch die Dividende ist bei dieser Aktie nur zweitrangig. Hier geht es um Wachstum.

Analysten bleiben optimistisch

Die Analysten von Hauck & Aufhäuser haben sich vom  schwachen Q1 nicht abschrecken lassen und ein Kursziel von 18 Euro ausgerufen, obwohl das aktuelle KGV von 21 und das für 2015 von 19 nicht gerade günstig sind. Die Aktie ist aufgrund dieser hohen Bewertung mit einem entsprechenden Risiko behaftet. Sollte dem Vorstand aber die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingen, was wir angesichts der Perspektiven in den Nachfragemärkten für möglich halten, bietet die momentane Schwäche eine gute Chance zum Einstieg.

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Bild: LPKF Laser & Electronics
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