Sonntag , 21 Juli 2019
Editorial vom 14.05.2014

Editorial vom 14.05.2014

Liebe Leser!

Die Berichtssaison ist fast vorbei und fiel gemischt aus. Sowohl in den USA als auch in Europa konnten insbesondere die großen Konzerne nur bedingt überzeugen. Die Verwerfungen an den Währungsmärkten, aber auch die bisher ausbleibende Erholung an der Konjunkturfront machen vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Allerdings hatten viele Analysten im Vorfeld ihre Erwartungen an das erste Quartal gesenkt, so dass es zu vergleichsweise wenigen „Enttäuschungen“ kam. Die Anleger waren darauf vorbereitet, dass bei Unternehmen und Konsumenten keine Jubelstimmung herrscht. Deutlich wurde dies schon in den ersten Monaten diesen Jahres durch die zahlreichen volkswirtschaftlichen Indikatoren, die ein gemischtes Bild ablieferten. Dennoch wurden neue Höchststände in den führenden Indizes markiert. Zur 10.000 Punkte-Marke fehlen dem DAX nur noch wenige Prozent. Selbst die Unsicherheit durch den Konflikt in der Ukraine kann die Bergfahrt derzeit nicht stoppen. Und das hat seinen guten Grund. Inzwischen scheint es abgemachte Sache zu sein, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen noch einmal, und zwar auf Null, senken wird. Anders ist offensichtlich der schlechten Lage in den südeuropäischen Ländern nicht Herr zu werden.

„Instis“ setzen weiter auf Niedrigzinsen

Wir fühlen uns auch durch die jüngsten Äußerungen von Notenbank-Vertretern, aber auch durch Gespräche mit zahlreichen institutionellen Investoren in den vergangenen Tagen, in unserem mittelfristigen Ausblick bestätigt. Die Zinsen werden in Europa, den Vereinigten Staaten und in Japan auf Dauer niedrig bleiben. Die extrem hohe Verschuldung in zahlreichen Ländern lässt keine andere Geldpolitik zu. Man muss sich da auch nichts schönreden: Ereignisse, wie die „Rückkehr“ Griechenlands an den Kapitalmarkt, sind reine PR-Shows, um im Vorfeld der Europawahlen eine gute Stimmung zu erzeugen und die Wähler von den radikalen Parteien fernzuhalten. In Wahrheit hat Griechenland immer noch kein Geschäftsmodell und bald schon dürfte es wieder einen Schuldenschnitt geben. Wenn man in dieser Situation die Zinsen erhöhen würde, wären zahlreiche Staaten binnen weniger Monate pleite. Niedrigzinsen machen den Aktienmarkt aber für Anleger attraktiver. Und sie dürften auch den Boom bei den Immobilienpreisen weiter befeuern. Institutionellen Anlegern bleibt aufgrund dieser Aussichten nichts anderes übrig, als in solche Sachwerte zu investieren. Die derzeit laufende Dividendensaison macht deutlich, warum Aktien die bessere Wahl sind. Hier sind Ausschüttungsrenditen von 5% und mehr drin. Bei einer zehnjährigen Italien-Anleihe kommen sie beispielsweise derzeit auf rund 3% und haben eine realistische Chance, ihr Geld nie wieder zu sehen.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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