Dienstag , 15 Oktober 2019
Kinross Gold: Ein $610 Mio. Gefallen für Barrick Gold

Kinross Gold: Ein $610 Mio. Gefallen für Barrick Gold

Kinross Gold tut Barrick Gold einen großen Gefallen. Das war unser allererster Gedanke, als wir von dem Asset-Deal der beiden Majors hörten.

Wir waren vor ziemlich exakt zwei Jahren in Nevada auf Round Mountain zu Besuch und konnten uns vor Ort einen Eindruck von der gewaltigen Mine machen. Ein Gerücht, dass sich damals nachhaltig bei uns eingebrannt hat ist, dass die Vorkommen auf Round Mountain sich langsam zu Ende neigen. Ein Blick auf die reinen Reserven bestätigt dieses zumindest teilweise.

Bei einer Jahresproduktion von derzeit knapp 330.000 Unzen Gold reicht die Reservenbasis von 690.000 Unzen noch knapp über 2 Jahre. Nicht gerade viel. Doch Kinross hat Round Mountain bisher in einem 50/50-Joint Venture mit Barrick betrieben und sollte sich daher bestens auskennen. Wenn nicht Kinross, dann dürfte es keiner schaffen, die Mine auch über 2018 hinaus zu betreiben. Anleger sollten daher genau die Explorationsarbeiten auf Round Mountain beobachten. Die Analystengilde sollte eine Anhebung der Reserven ebenfalls mehr als begrüßen.

Kinross erhält für den Kaufpreis von 610 Mio. US-Dollar neben dem 50%-Anteil an Round Mountain außerdem die ebenfalls in Nevada liegende Bald Mountain-Mine. 2014 produzierte Barrick dort 161.000 Unzen Gold zu All-In-Kosten von 1.070 US-Dollar je Unze. Auf dem aktuellen Goldpreisniveau also ein Verlustbringer. Der Eindruck eines Gefallens rückt nun wieder in den Vordergrund.

Die All-In Kosten auf Round Mountain lagen 2014 übrigens nochmals 100 US-Dollar über Bald Mountain. Für 2015 gab Barrick eine Guidance für die All-In-Kosten von 1.180 und 1.205 je Unze aus. Eine Cashcow sieht anders aus. Kinross CEO Paul Rollinson nennt diese Projekte „Goldlöckchen“ und erwähnt, dass man lange nach ihnen Ausschau gehalten hätte. Außerdem, so Rollinson, seien diese Transaktion bei einem höheren Goldpreis nicht realisierbar gewesen. Stimmt, dann hätten die Minen nämlich einen Gewinn abgeworfen und Barrick hätte sie nicht verkaufen müssen. Dank Kinross schafft es Barrick jetzt allerdings sein Sparziel von 3 Mrd. US-Dollar 2015 zu erreichen, während Kinross gleichzeitig die von uns geschätzte Cashposition deutlich reduziert.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 146

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Bild: Kinross
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