Samstag , 21 September 2019
Orad Hi-Tec: Der Turnaround läuft

Orad Hi-Tec: Der Turnaround läuft

Das 20. Jahr der Unternehmensgründung hatte man sich bei Orad Hi-Tec Systems (1,52 Euro; IL0010838071) sicher anders vorgestellt. Die Gesellschaft, die auf Softwarelösungen für die Fernsehindustrie (Echtzeit 3D-Grafiken, Video Server- und Media Asset Management-Lösungen) spezialisiert ist, wies schon zum ersten Halbjahr 2013 ein Minus von 2,2 Mio. US-Dollar auf. Vor allem das Europa-Geschäft und dort insbesondere der französische Markt schwächelten, wie Finanzvorstand Ilan Sidi im Gespräch mit dem Investor Magazin eingestand. Doch seit drei Quartalen läuft es wieder deutlich besser bei den Israelis. So gute Orderzahlen hat man in der Unternehmensgeschichte am Stück noch nicht gesehen, wie Sidi ausführt.

Brasilien lockt und ordert

Das bessere zweite Halbjahr machte sich auch in den Zahlen bemerkbar, der Halbjahresverlust konnte auf 1,9 Mio. Euro zum Jahresende reduziert werden. Besonders erfreulich lief es schon im vierten Quartal. Da legte der Umsatz um 21,9% auf 8,7 Mio. US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Zudem wurde ein Nettoergebnis von +0,2 Mio. US-Dollar eingefahren. Und so soll es auch weitergehen. 2014 lief bisher sehr gut an, was auch an der jüngsten Order deutlich wird. So hat Orad von einer lateinamerikanischen Fernsehanstalt den Auftrag bekommen, eine kombinierte, umfangreiche Produktlösung zu liefern. Das Volumen beläuft sich auf 1,9 Mio. US-Dollar. Es ist der größte Auftrag der vergangenen zwei Jahre. Überhaupt ist Südamerika derzeit ein Treiber, und da insbesondere Brasilien. Schon die Aufträge für die im Sommer stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft, die im nächsten Jahr anstehende Copa America und die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 haben kräftige Investitionen der dortigen TV-Konzerne ausgelöst. Derzeit arbeitet man noch die Projekte für die Sommerolympiade ab. Das Geschäft in Europa, dass 2013 zusammen mit Afrika und Russland (EMEA) fast die Hälfte des Umsatzes ausmachte, zieht zudem wieder an, wie Sidi berichtet. Aber vor allem in Deutschland ist Orad noch unterrepräsentiert. In China wiederum betreibt das Unternehmen eine Joint-Venture mit der China Broadcast and Telecom Company. Mittelfristig dürften für die Softwarelösungen auch der Markt für Endkonsumenten interessant werden. Schließlich führt der Erfolg von Internetdiensten wie Youtube dazu, dass immer mehr spezialisierte Web-Sender entstehen.

Übernahmen möglich

Die Orad-Aktie verlor von Mitte 2012 bis Mitte 2013 mehr als 60% an Wert. Inzwischen hat das Papier die Talsohle hinter sich gelassen und den Turnaround eingeleitet. Analyst Raimund Saier von der VEM Aktienbank erwartet für dieses Jahr eine kräftige Margenverbesserung. Dementsprechend soll der Gewinn auf 1,43 Mio. US-Dollar steigen. Auf dem aktuellen Niveau entspricht das einem KGV von etwa 17. Für 2015 sinkt diese Kennzahl auf etwa 13. Zudem besitzt Orad eine Netto-Cash-Position von rund 6 Mio. US-Dollar. Diese könnte für Übernahmen eingesetzt werden, wie der CFO bestätigt. Das Orad-Papier notiert zwar schon seit 1999 an der deutschen Börse, fristet aber ein Schattendasein. Dementsprechend gering ist auch der Handel in der Aktie.

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Bild: Orad Hi-Tec
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