Sonntag , 27 Oktober 2019
ExxonMobil: Buffett setzt auf Keystone-Pipeline

ExxonMobil: Buffett setzt auf Keystone-Pipeline

Mit  dem amerikanischen Ölriesen ExxonMobil (94,04 US-Dollar; US30231G1022) stellen wir Ihnen heute die dritte Öl- und Gasgesellschaft vor. Warum? Weil wir davon überzeugt sind, dass makroökonomische Faktoren bei den Unternehmen in der Branche weiterhin für Auftrieb sorgen werden. Einer dieser Faktoren wird für ExxonMobil unter anderem die in Nordamerika heiß diskutierte Keystone-Pipeline sein. Diese soll Öl aus dem ölreichen Norden, aus dem Bakken-Gebiet, zu den Raffinerien in Texas leiten. Aktuell werden noch 71% des Öls per Bahn  in den Süden transportiert. Dies ist nicht nur teuer, sondern auch äußerst gefährlich. Nicht nur wir, sondern auch Warren Buffett setzt auf die Pipeline.

Nüchternes viertes Quartal 2013

Investoren mussten in jüngster Zeit stark sein. Zum einen wurde ExxonMobil von Google in der Liste der wertvollsten Unternehmen auf Platz 3 verdrängt, zum anderen legte man nüchterne, aber erwartet schwächere Zahlen für das vierte Quartal 2013 vor. So ging die Produktion um 1,8% zurück und der Gewinn fiel von 10 Mrd. auf 8,4 Mrd. US-Dollar. Vor allem die Erträge aus dem Upstream-Geschäft gingen auf Grund der niedrigeren Produktion und höheren Betriebskosten zurück. Im Downstream-Geschäft sank der Gewinn von 1,8 Mrd. auf rund 900 Mio. US-Dollar. Hier belasteten vor allem niedrigere Margen. Der Umsatz für das Quartal enttäuschte mit 110,9 Mrd. US-Dollar ebenfalls und entspricht einem Rückgang von 3% im Vergleich zum Vorjahr. Positiv für Anleger war jedoch, dass das Unternehmen Aktien im Gesamtwert von 3 Mrd. US-Dollar zurückkaufte und beabsichtigt, dieselbe Menge in diesem Quartal aus dem Markt zu nehmen. Seit 2008 bis Ende Q3 2013 hat ExxonMobil insgesamt 113,9 Mrd. US-Dollar aufgewendet, um 1,1 Mrd. Aktien aus dem Markt zu kaufen. Im Jahr 2013 schüttet das Unternehmen fast 80% des Gewinns, rund 25,9 Mrd. US-Dollar, an seine Investoren in Form von Dividenden und Aktienrückkaufen aus.

2014 könnte gut anlaufen – Ölsande für das Wachstum

Auf Grund des extremen Winters in Teilen der USA sind die Preise für Natural Gas in die Höhe geschossen. Innerhalb von zwei Monaten legte die Notierung von 3,60 auf 5,68 US-Dollar zu. Kurzfristig könnte auch ExxonMobil hiervon profitieren, da man sich durch die Übernahme von XTO in 2009 bereits positionierte. Klar ist aber auch, dass die Preise für Natural Gas zum Sommer hin wieder stagnieren werden und anderweitig aufgefangen werden müssen. ExxonMobil hat in den letzten zwei Jahren unter anderem erfolgreich Projekte in Australien und Nigeria gestartet. Das Letztere ist ein Tiefenwasser-Projekt und könnte bis zu 180.000 Barrel Öl pro Tag produzieren. Diese Projekte sind zwar eindrucksvoll, aber wohl nicht der Grund, warum Warren Buffett über seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway im letzten Jahr Aktien im Gesamtwert von fast 4 Mrd. US-Dollar kaufte und gleichzeitig seine Position in ConocoPhilipps abbaute. Der Grund für seine Investmententscheidung könnte das Kearl Canadian Projekt in Alberta sein. Bereits seit Anfang 2013 werden dort rund 110.000 Barrel am Tag gefördert, aber eine Expansion könnte bis Ende 2015 nochmals 110.000 Barrel am Tag dazu addieren. Bis 2020 sollen die Produktion bei täglich 345.000 Barrel liegen. Weitere Vorteile sind unter anderem, dass die Produktion in Kanada liegt und nicht in einem rechtlich unsicheren Drittland, das Explorationsrisiko wesentlich geringer ist als bei Tiefseebohrungen und die Produktion schneller ausgeweitet werden kann. Außerdem dürften die Produzenten in der Region von dem Bau der Eingangs erwähnten Keystone-Pipeline profitieren.

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Bild: ExxonMobil
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