Dienstag , 15 Oktober 2019
Editorial vom 15.10.2014

Editorial vom 15.10.2014

Liebe Leser!

Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie labil die Lage an den Kapitalmärkten ist. Zuvor hatten Konflikte im Nahen Osten und zwischen den USA und Russland die Kurse nicht in die Knie zwingen können. Nun aber dämmert allmählich vielen Investoren, dass die Unternehmen nicht einfach so durch die konjunkturelle Schwäche steuern können. Nachdem der IWF vergangene Woche seine Prognose für die Weltwirtschaft deutlich reduzierte, ist nun auch unsere Regierung aufgewacht. Sie hat die Konjunkturprognose für Deutschland gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr statt der bislang erwarteten 1,8 nur noch um 1,2 Prozent wachsen. Für das kommende Jahr wird nun mit 1,3 statt 2,0 Prozent gerechnet. Das sind deutliche Korrekturen und damit dürfte jegliche Prognose zum Haushalt Makulatur sein.

Entscheidend für die Entwicklung der deutschen Unternehmen sind aber auch noch drei andere Faktoren, die das Bild bis zum Jahresende bestimmen werden. Der schwache Euro stützt die Exporte und die Talfahrt der Währung sollte weiter anhalten. Dazu kommt: der Ölpreis befindet sich inzwischen auf einem Vierjahrestief. Das sorgt bei den Industrieunternehmen für etwas Entspannung auf der Kostenseite. Nicht zuletzt hängt vieles von der Entwicklung in der Volksrepublik China ab. Von dort gab es diese Woche positive wie negative Zahlen aus der Industrie.

Gesunde Korrektur oder Crash?

Generell aber ist es das erwartet schwierige Aktienjahr. Alle vier deutschen Indizes – DAX, MDAX, SDAX und TecDAX – befinden sich 2014 inzwischen im roten Bereich. Wer also profan auf Indexprodukte gesetzt hat, konnte bisher nichts verdienen. Bis zum Jahresende halten wir aber noch alles für möglich. Zum einen gibt es immer noch die Notenbanken, die die Märkte mit Geld befeuern. Zum anderen bleiben Aktien eine alternativlose Anlage. Nicht zuletzt kann Stock-Picking die Performance des eigenen Depots erhöhen.

Allerdings gibt es heute einen entscheidenden Unterschied zu früheren Börsenzeiten. Wenn Aktienmärkte fallen, können sich heutzutage nur wenige einzelne Aktien gegen den Markt stemmen. Der Grund: Investoren ziehen sich heutzutage viel schneller aus Wertpapieren zurück. Das aber eröffnet wiederum Chancen, Papiere von innovativen Unternehmen zu günstigen Bedingungen zu bekommen. Generell behalten wir aber unsere Einschätzung der vergangenen Monate bei: seien Sie je nach Risikoprofil zu maximal 40 bis 60 Prozent im Aktienmarkt investiert und halten Sie Ihr restliches Pulver trocken. Für einen höhere Investitionsquote gibt es derzeit keinen Anlass.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Martin Kolb / pixelio.de

Nach oben scrollen