Samstag , 21 September 2019
Aktie der Woche: Kinross Gold – Die Russlandchance

Aktie der Woche: Kinross Gold – Die Russlandchance

„Richtiger Krieg“ gegen Russland titelt es heute auf den Nachrichtenseiten. In der Ukraine rumort es weiter. Dabei war der Russlandkonflikt in den vergangenen Wochen schon fast aus den Medien verschwunden. Werte wie Gazprom müssen heute an den Märkten Federn lassen. Doch Geld wird an der Börse zumeist verdient, wenn die Kanonen donnern. Noch handelt es sich wohl nur um Säbelrasseln. Auch glauben wir nicht, dass es zum Ausbruch eines „großen“ Krieges kommen wird. Daran haben beide Seiten schlicht kein Interesse. Die Unsicherheit in der Region ist aber auch bei einem anderen Wert zu beobachten: Kinross.

Russland ein wichtiges Puzzleteil

Der kanadische Goldproduzent mit Sitz in Toronto betreibt seit jeher Minen in politisch sensitiven Regionen. So liegen die größten Bergwerke in Russland (Kupol), Brasilien (Paracatu) und Mauretanien (Tasiast). Rund 54% der aktuellen Produktion stammen aus Minen in Nord- und Südamerika, 17% aus Westafrika und 29% aus Russland. Die russischen Minen sind mit einem  erwarteten Jahresgoldausstoß von 710.000 bis 760.000 Unzen in 2015 zudem jene mit dem niedrigsten Kostenprofil. Die Cashkosten sollen dieses Jahr zwischen 495 und 525 US-Dollar je Unze liegen. Hierbei profitiert Kinross auch vom niedrigen Rubel und den gesunkenen Energiepreisen. Auf Konzernebene rechnet man mit einer Goldproduktion von 2,4 bis 2,6 Mio. Unzen Gold und durchschnittlichen Produktionskosten von 720 bis 780 US-Dollar je Unze für das Gesamtjahr.

Quartalszahlen in der Range

Anfang Mai veröffentlichten die Kanadier ihre Produktions– und Finanzkennzahlen für die Monate Januar bis März 2015. In den ersten drei Monaten produzierte man 629.400 Unzen Gold und lag damit unter den Zahlen aus dem Q4. So produziert die Fort Knox-Haufenlaugungsmine in Alaska temperaturbedingt in den Wintermonaten weniger Gold. Die Round Mountain-Mine in Nevada ist zudem nach einem Feuer im Oktober 2014 noch nicht wieder bei 100%.

Produktionsprofil bedarf Schärfung

Nach aktuellem Stand der Dinge wird Kinross dieses Jahr rund 160.000 Unzen weniger produzieren als noch 2014. Auch für die kommenden Jahre sehen wir keine großen Katalysatoren. So muss unter anderem die Produktion der Round Mountain-Mine ersetzt werden, die innerhalb der nächsten fünf Jahr auslaufen könnte. Es gibt zwar Möglichkeiten, organisch zu wachsen, doch liegen diese primär im ungeliebten Russland oder im westlichen Afrika.

Bilanz erlaubt Spielraum

Im Vergleich zu den anderen Tier 1 Goldproduzenten hat Kinross sicherlich die attraktivste Bilanz. Der viertgrößte Goldproduzent hat es geschafft, die letzten Jahre zu überstehen, ohne einen riesigen Schuldenberg anzuhäufen. So verfügt Kinross über rund 2 Mrd. US-Dollar an Mitteln, die für mögliche Zukäufe eingesetzt werden könnten. CEO Paul Rollinson zeigte sich diesbezüglich auf dem European Gold Forum nicht abgeneigt, zumal man doch gerne, trotz 20 Jahren problemloser Arbeit in Russland, das Risiko verteilen möchte. Ein Zukauf in Nordamerika wäre daher sicherlich ein guter Katalysator. Einige mögliche Übernahmekandidaten haben wir Ihnen ja in den letzten Wochen bereits ausführlich vorgestellt. Dies könnte auch positive Auswirkungen auf die Produktionskosten haben, die der Konkurrenz um Barrick und Newmont aktuell  noch hinterherhinken.

Bewertung mit Luft nach oben

Kinross wird weiterhin mit einem massiven Abschlag bewertet. Zum Vergleich: B2Gold kommt bei einer Jahresproduktion von 540.000 Unzen (Kinross 629.400 Unzen alleine in Q1) auf eine Marktkapitalisierung von 1,9 Mrd. CAD. Kinross steht aktuell bei 3,4 Mrd. CAD. Auch auf Preis zu Net-Asset-Value Basis hängt man der Konkurrenz mit 0,5x zu 1,3x hinterher. Eine Diversifikation von Russland, könnte mittelfristig diese Bewertungslücke schließen.

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Bild: Kinross Gold
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