Dienstag , 29 Oktober 2019
Editorial vom 21.05.2014

Editorial vom 21.05.2014

Liebe Leser!

Die Zick-Zack-Entwicklung an den Börsen hält an. Die Investoren haben einerseits eine schwache Quartalssaison gesehen. Auf der anderen Seite sorgen die Notenbanken dafür, dass die Zinsen auf Jahre hinaus auf niedrigem Niveau gehalten werden. Diese in der Historie einmalige Situation wird uns noch lange begleiten. Insofern bleibt immer mehr Investoren nichts anderes übrig, als vermehrt in den Aktienmarkt zu gehen. Inzwischen scheinen auch die vorsichtigsten Anleger so langsam gemerkt zu haben, wohin der Hase läuft. Denn der Dauerbrenner Lebensversicherung, vor dem wir strikt warnen, verliert laut einer Meldung des Manager Magazin deutlich an Nachfrage. So sei laut einer internen Studie des Verbands GDV die Nachfrage im Q1 beim Neugeschäft um 11,3% eingebrochen. Offenbar merken immer mehr Menschen, dass man mit einer Lebensversicherung kaum noch Renditen einfahren kann. Mit Blick auf mögliche gesetzliche Änderungen zum Nachteil der Versicherten dürfte dieser Trend anhalten. Und so rechnen wir damit, dass wir in den nächsten Jahren die ersten Rettungsaktionen sehen werden.

Europawahlen im Fokus

Am Wochenende wird in Europa gewählt. Die Europäische Union ist innerhalb der Mitgliedsstaaten so unbeliebt wie nie zuvor. Und das hat seine guten Gründe. Die Finanzkrise macht deutlich, dass das Konstrukt in dieser Form nicht funktioniert. Dazu kommt eine Politik, die an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeht. In den entscheidenden Fragen wird ohnehin hinter geschlossenen Türen in Berlin, Paris oder London entschieden, ohne dass die Abgeordneten im Europaparlament auch nur gefragt werden. Es zeigt sich, dass ein schwaches Parlament und eine von den Interessen der Einzelregierungen dominierte EU-Kommission nicht gerade positiv für die EU ist. An dieser Lage wird sich nichts ändern. Die Frage ist, ob man zu früh mit einer gemeinsamen Geldpolitik angefangen hat. Das Misstrauen bezieht sich aber nicht nur auf den Euro. Mit einer katastrophalen Außenpolitik am Rock-Zipfel der Amerikaner und ständigen Pseudo-Reformen in den Krisenländern sorgt man dafür, dass radikale Kräfte deutlich an Stimmen hinzugewinnen werden. Das scheint schon vor der Abstimmung sicher zu sein. Deutlich wird dies auch hierzulande. Die deutschen Exporte nach Russland sind im Q1 um 13% eingebrochen, wie aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Statt deutsche Maschinen (-17%) und Autos (-18%) zu verkaufen, soll stattdessen der Etat für die Bundeswehr steigen, um ein Land zu „verteidigen“, dass in dieser Form nur noch in den Köpfen von Politikern und Lobbyisten existiert.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Martin Kolb / pixelio.de
Nach oben scrollen