Samstag , 17 August 2019
Twintec: Dank Übernahme in einer neuen Gewichtsklasse

Twintec: Dank Übernahme in einer neuen Gewichtsklasse

Vor etwas mehr als einem Jahr mussten Anleger für die Twintec-Aktie mehr als 1,60 Euro pro Stück bezahlen. Danach ging es bei dem Spezialisten für die Abgasnachbehandlung bergab. Der Sommerschock an den Märkten machte aus dem Nebenwert zumindest zeitweise sogar einen Penny-Stock. Inzwischen hat sich das Papier allerdings wieder einmal rund um die 1 Euro-Marke eingependelt. Da ist allerdings deutlich mehr drin, denn es hat sich dieses Jahr jede Menge getan.

Gute Halbjahreszahlen

Zum einen haben die neuen Großaktionäre nach dem Zusammenschluss mit Baumot den Turnaround 2014 (fast) hingekriegt. Zumindest beim EBITDA     stand wieder eine schwarze Zahl. Und auch das erste Halbjahr 2015 zeigt, dass es bei der Firma aus Königswinter wieder aufwärts geht. So konnte Twintec neue Projekte mit OEM-Entwicklungspartnern (LKW und Baumaschinenherstellern) anstoßen. Das ist die eine strategische Stoßrichtung des Unternehmens, um auf Wachstumskurs zu kommen. Dabei profitiert man von den nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sich verschärfenden Abgasvorschriften. Ein Trend, der dem Unternehmen in den nächsten Jahren in die Hände spielt. Nach der erfolgreichen Zertifizierung für den chinesischen Markt wird nun auf die Zulassung in den USA gewartet. Vorstandschef Marcus Hausser geht davon aus, dass diese noch in diesem Jahr erfolgt, wie er im Gespräch mit dem Investor Magazin sagte. Dann könnte 2016 bereits ein Erlös im siebenstelligen Bereich drin sein. Langfristig sind die Vereinigten Staaten mit ihrem riesigen Heer an (alten) LKW ein möglicher Wachstumstreiber.

2015 noch rot

Umsatzseitig gingen in den ersten sechs Monaten 8,9 Mio. Euro durch die Bücher, nach 14,8 Mio. Euro im Vorjahr. Hierfür führt das Unternehmen weggefallene Projekte und das rückläufige Geschäft im Nachrüstmarkt an. Beim EBITDA fuhr man wieder in den roten Bereich (-2,4 Mio. Euro), allerdings hat Twintec auch ins OEM-Geschäft investiert. Im Gesamtjahr rechnet man mit einem Umsatz von rund 29 Mio. Euro bei einem EBITDA von –2,2 Mio. Euro. Durchgestartet wird dann 2016.

Kontec-Kauf bringt Schub

Und das liegt auch an der Übernahme von Kontec, die dieses Jahr noch mit Kosten von 1,8 Mio. Euro zu Buche schlägt. Durch die Transaktion wird Twintec zu einem kompletten Systemintegrator für Motor und Abgasnachbehandlungssysteme. Dadurch steigen die Chancen, im OEM-Bereich Aufträge zu ergattern. Zudem kann man laut Hausser Synergien bei Projekten heben und gewinnt neue Kunden hinzu. Durch die Übernahme (Kaufpreis 7 Mio. Euro) erwartet Twintec einen Umsatzsprung für 2016 auf 55 bis 60 Mio. Euro und einen EBITDA-Anstieg auf rund +3,5 Mio. Euro. Nicht nur deshalb hoben die Analysten von GBC (1,70 Euro), SMC Research (2 Euro) und Oddo Seydler (2,30 Euro) ihre Kursziele an. Uns gefällt neben der Wachstumsstory im Abgasbereich die solide Bilanz (Eigenkapitalquote 51,2%) und das Engagement der Großaktionäre in der Unternehmensführung.

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Bild: pixabay - Paulina101
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