Sonntag , 27 Oktober 2019
VTG: Logistiker vor dem nächsten Schritt

VTG: Logistiker vor dem nächsten Schritt

Die Aktie von VTG (14,09 Euro; DE000VTG9999) führt auf dem Parkett ein Schattendasein. Dabei bringt der Logistiker rund 300 Mio. Euro auf die Börsenwaage und ist Mitglied im SDAX. Der Grund für die Zurückhaltung dürfte im niedrigen Streubesitz liegen. Dabei ist das Papier für defensiv orientierte Anleger einen Blick wert.

Die Nr. 1 der Waggonvermieter

Wer regelmäßig an großen Häfen vorbeischaut, dem werden die vielen Waggons mit der Aufschrift VTG aufgefallen sein. Doch die meisten Waggons der Gesellschaft laufen unter fremden Namen. Sie werden vermietet. Mehr als 50.000 Waggons werden von VTG eingesetzt und werden zumeist für mehrere Jahre an Unternehmen verliehen. Das sichert der Gesellschaft stabile Einnahmen und macht sie auch von der Konjunktur zumindest etwas unabhängiger. Das zeigte auch die Situation während der Wirtschafts– und Finanzkrise, als VTG  nicht in die roten Zahlen rutschte. Dennoch gibt es auch hier Dellen im Geschäft. Die schwache Konjunktur macht sich bei der Nachfrage bemerkbar, zudem fiel die Weizenernte in Frankreich in diesem Jahr schwach aus. Somit muss auch weniger transportiert werden.

Solides Wachstum

Dennoch lief das erste Halbjahr für die Hamburger, die 1951 als VTG Vereinigte Tanklager und Transportmittel GmbH gegründet wurde, sehr ordentlich. So setzte man zwischen Januar und Ende Juni insgesamt 404,4 Mio. Euro um, was 6,5% mehr als im Vorjahr sind. Das EBITDA erhöhte sich überproportional um 9,3% auf 89,6 Mio. Euro. Vom Markt war allerdings ein Schnaps mehr erwartet wurden. Der giert schließlich nach immer schnellerem Wachstum und höheren Gewinnen.

Fusion mit Kühne + Nagel?

Die erhoffte Dynamik könnte aber schon bald einsetzen. Das Unternehmen prüft eine Fusion der Bahnspeditions-Aktivitäten mit Kühne + Nagel. Laut Finanzvorstand Heiko Fischer befindet man sich am Ende der Due Dilligence. Im vierten Quartal soll eine Entscheidung fallen. Sollte der Zusammenschluss klappen, dürfte das Unternehmen laut Fischer vor allem im Osten Europas davon profitieren. Der CFO richtet generell den Blick mehr gen Osten und will in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion wachsen sowie überall dort, wo die Transsibirische Eisenbahn fährt.

Niedriger Streubesitz

Mit einer Fusion könnte sich aber auch der Streubesitz ausweiten. Der liegt derzeit lediglich bei 40%, das Handelsvolumen in der Aktie ist niedrig. Und somit halten sich Investmentfonds noch fern. Das Papier hat sich in den vergangenen Wochen weitgehend seitwärts entwickelt. Die Analystengilde rechnet für 2014 mit einem Erlös deutlich über 800 Mio. Euro. Beim Gewinn je Aktie werden Werte um 1,40 Euro erwartet. Damit kommt die VTG-Aktie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10. Zudem ist die Dividendenrendite mit rund 3% vorzeigbar. Wunder sollte man von der VTG-Aktie nicht erwarten. Wer aber längerfristig in ein solide wachsendes Unternehmen investieren will, liegt hier richtig.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 40

Bild: VTG Logistik
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