Dienstag , 15 Oktober 2019
Mehr Einkommen, mehr Wohlstand, mehr Krankheiten!

Mehr Einkommen, mehr Wohlstand, mehr Krankheiten!

„China muss schnell reich werden, bevor es alt wird“, hatte ein Emerging Markets-Analyst einst postuliert. Und da steckt viel Wahrheit drin. Denn die seit Jahrzehnten propagierte Ein-Kind-Politik macht sich in der Demographie des Milliardenvolkes bemerkbar. Es gibt immer mehr ältere Chinesen. Alte Menschen sind aber anfälliger für Krankheiten und somit wird die Nachfrage nach Behandlungen und Medikamenten in den nächsten Jahrzehnten wohl rasant steigen.

Analyst und Portfoliomanager Marc-André Marcotte macht das an einem einfachen Beispiel deutlich: „Ein durchschnittlicher 65-Jähriger braucht zwei- bis dreimal so hohe medizinische Dienstleistungen wie ein Mittvierziger.“  Marcotte verantwortet die Analyse von Medtech-Aktien bei Sectoral Asset Management, die in diesem Segment rund 500 Mio. Euro an Investmentkapital in Schwellenländern verwalten. Er sieht weitere Treiber, die den Medizinmarkt der Schwellenmärkte in den kommenden Jahrzehnten so interessant machen:

  • die schiere Bevölkerungszahl: mit zunehmenden Wohlstand werden sich immer mehr Menschen in den aufstrebenden Ländern eine bessere medizinische Versorgung leisten können und wollen. So gibt heute jeder Inder im Durchschnitt 20 US-Dollar pro Jahr für seine Gesundheit aus, in China sind es bereits zehnmal so viel, in den USA aber etwa 3.000 US-Dollar pro Kopf und Jahr.
  • Generell haben die Menschen in Schwellenländern mehr Geld für die medizinische Versorgung zur Verfügung. Das wird auch an teuren Behandlungen deutlich. So ist für Fresenius Medical Care beispielsweise China bereits seit Jahren der zweitgrößte Markt für Dialysemaschinen.
  • „Westernization“: Mit veränderten Essgewohnheiten und der Industrialisierung halten auch entsprechende Krankheiten Einzug in den Schwellenländern. Bestes Beispiel sind die steigenden Krebszahlen oder die höhere Zahl an Übergewichtigen.
  • Daneben haben auch die Regierungen dieser Länder Interesse an einem besseren Gesundheitssystem, denn Wahlen gewinnt man auch mit sozialen Wohltaten

Allerdings setzten die meisten Fonds, die auf die Entwicklung an den Schwellenländerbörsen setzen, auf eine Abdeckung des Gesamtmarktes und vor allem auf westliche Unternehmen. Mit dem „Sectoral EM Health Care Fund“ (ISIN: LU1033753986) können Anleger dagegen direkt in die Unternehmen vor Ort investieren. Der Fonds wurde bereits im Jahr 2011 für Institutionelle Investoren aufgelegt und wird nun auch Privatanlegern angeboten. Dabei wird ein bottom-up-Ansatz verfolgt. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf Unternehmen, die Generika herstellen. Hier sind etwa zwei Drittel des Kapitals investiert. Etwas mehr als die Hälfte des Portfolios machen große Unternehmen, sprich Large Caps, aus. Der Anteil von Small Caps liegt bei rund 9%.

Länderspezifisch stehen beim „Sectoral EM Health Care Fund“ drei Regionen im Vordergrund. Indische Aktien machen einen Anteil von 27.1% am Gesamtportfolio aus, es folgen die Volksrepublik China mit 15,5% sowie Südafrika mit 11,8%. Relevante Investments gibt es in Hong Kong (8,3%), Indonesien (6,3%) und Thailand (5,8%). Mit Jordanien (3,6%) ist aber auch ein echtes Exoten-Investment mit dabei. Die aktuell größten Einzelposition sind die Unternehmen Merrill CW18 Sun Pharma, Aspen Pharmacare Holdings und Sihuan Pharm Holdings.

Mit seinem Investmentansatz konnte Sectoral Asset Management die Benchmark in den vergangenen Jahren schlagen. So lag man 2012 (+21,8%) und 2013 (+22%) deutlich besser als der Gesamtmarkt, gemessen am MSCI Emerging Market Index. Nur im ersten Jahr, 2011, lag dieses Portfolio schlechter (-2,7%). Im laufenden Börsenjahr konnte der Fonds bereits absolut um 12,6% zulegen und liegt damit erneut vor den Vergleichsindizes.

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Bild: Wikimedia / Pierre Selim
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