Dienstag , 21 September 2021

Barrick, Goldcorp, Kinross & Newmont: Was bringen die Q2-Zahlen?

Bevor wir uns in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden, wollen wir einmal einen Blick auf die größten Goldproduzenten werfen. Nächste Woche stehen hier die Zahlen für das zweite Quartal an. Was können Investoren erwarten? Nachdem in den letzten Quartalen viele Unternehmen an der Kostenschraube gedreht und Minenpläne optimiert haben, stehen die Kosten je produzierter Unze Gold weiter im Fokus. Die All-in Sustaining Cashkosten (AISC) sollten daher weiter leicht zurückgehen und die Margen dürften sich dementsprechend verbessern. Der Goldpreis war im zweiten Quartal mit einem Durchschnittspreis von 1.289 US-Dollar je Unze stabil. Silber (19,64 $/Unze) und Kupfer (3,08 $/Pfund), wichtige Beiprodukte der Goldproduktion, haben 4% verloren.

Barrick Gold – die Wundertüte

Barrick Gold (20,21 CAD; CA0679011084) ist weiterhin eine Wundertüte und könnte positiv wie negativ überraschen. Die Kanadier haben weiterhin die niedrigsten Cashkosten je produzierte Unze Gold in der Branche. Ein Aussetzen der Kupferproduktion in Sambia (Lumwana-Mine) dürfte den Umsatz im Q2 drücken. Auf den Gewinn wird dies keinen größeren Einfluss haben, da auf Lumwana die Produktion von 1 Pfund Kupfer in 2013 2,97 US-Dollar gekostet hat. In Q3 könnte es hier wieder weiter gehen. Wichtiger als die Kupferproduktion ist die Entwicklung der Goldminen Goldstrike und Cortez Hill in den USA. Beide Minen kämpfen gegen fallende Goldgehalte und eine sinkende Produktion. Sollte hier ein Rebound geschafft worden sein, könnten die Zahlen nächste Woche positiv überraschen. Insgesamt wird erwartet, dass Barrick rund 1,5 Mio. Unzen Gold zwischen April und Juni produziert hat. Die Zahlen veröffentlicht der Tier-I-Produzent am 30. Juli nach Marktschluss in Toronto.

Goldcorp. – Wachstumsprofil in Takt

Goldcorp. (29,48 CAD; CA3809564097), der ehemalige Darling des Marktes, scheiterte in Q2 mit der Übernahme von Osisko Mining. Dennoch sollen in den nächsten 12 Monaten drei Minen in Produktion gehen oder, wie im Falle von Penasquito, ausgebaut werden. Die Analysten von RBC rechnen für 2017 mit einer Gesamtproduktion von bis zu 3,6 Mio. Unzen Gold. Der Fokus bei den Q2 Zahlen dürfte daher auf den Kosten für die Entwicklung der Projekte liegen. Operativ werden keine großen Überraschungen erwartet. So soll die Goldproduktion bei rund 650.000 Unzen gelegen haben. Die Cashkosten könnten sogar leicht unter denen von Barrick liegen. Genaueres erfahren wir am 31. Juli vor Marktöffnung in Kanada.

Kinross – Steigende Grade könnten überraschen

Kinross (4,42 CAD; CA4969024047) hängt in Punkto Kostensenkung der Peergroup noch hinterher. Dies ist auch in der Aktienpreisentwicklung deutlich zu erkennen. Während andere Produzenten in den letzten Wochen zulegen konnten, dümpelte das Kinross-Papier auf niedrigem Niveau dahin. Operativ läuft es allerdings für die Kanadier. Bereits in Q1 sahen wir steigende Goldgehalte bei den Minen Paracuta und Chirano. Sollten diese weiter steigen, könnte dies einen äußerst positiven Effekt auf die Zahlen haben. Im Vergleich zu Barrick und Goldcorp. sind die Cashkosten je produzierter Unze Gold mit knapp 730 US-Dollar rund 100 US-Dollar höher. Einsparmaßnahmen und eine höhere Produktionseffizienz könnten das Kostenprofil ebenfalls verbessern. Kinross veröffentlicht seine Zahlen ebenfalls am 30. Juli nach Marktschluss.

Newmont – Höchste Kosten in Nordamerika

Newmont Mining (25,41 US-Dollar; US6516391066) ist auf Grund seiner Aktivitäten in Australien einer der teuersten Produzenten unter den Nordamerikanern. Die AISC liegen bei 1.055 US-Dollar je Unze Gold und somit rund 100 US-Dollar über den Kosten von Barrick. Investoren warten vor allem auch auf ein Update aus Indonesien, wo der Batu Hijau-Mine Gerüchten zufolge die Abbaulizenz entzogen wurde. Dies könnte zu negativen Überraschungen bei der Verkündung der Q2-Zahlen führen. Operativ müssen die Betriebe in Nevada die Zahlen retten. Sinkende Grade auf der Yanacocha-Mine müssen ausgeglichen werden. Sollte dies nicht gelingen, dürfte es auch hier zu Enttäuschungen kommen. Insgesamt könnte die Produktion im zweiten Quartal bei 1,2 Mio. Unzen Gold gelegen haben. Newmont plant bereits am 29. Juli nach Marktschluss in den USA seine Zahlen zu veröffentlichen.

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Bild: Barrick Gold

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