Sonntag , 21 Juli 2019
Editorial vom 23.07.2014

Editorial vom 23.07.2014

Liebe Leser!

Der Krieg in der Ukraine hat den Aktienmärkten in den vergangenen Tagen zugesetzt. Doch politische Börsen haben sprichwörtlich kurze Beine und schon am gestrigen Montag ging man auf dem Parkett zum „business as usual“ über. Dennoch droht der deutschen Wirtschaft ein erheblicher Schaden, wenn die Europäische Union dem Drängen der US-Amerikaner nachgibt und strikte Sanktionen gegen Russland erlässt. Dann sind auch Jobs massiv in Gefahr. Insgesamt sind wohl mehr als 40.000 Arbeitsplätze allein hierzulande bedroht, dazu kommen zehntausende Jobs in anderen EU-Staaten. Verlagert werden diese Arbeitsplätze dann direkt in die USA, wo sich die Militärindustrie schon jetzt über jedes Produkt freut, dass bald schon in ukrainischen Händen zum Einsatz kommt. Ob das der richtige Weg zu Frieden und Freiheit in Europa ist, darf bezweifelt werden. Klar ist: Westeuropa gibt wieder einmal in einem internationalen Konflikt ein erbärmliches Bild ab. Unterstützt von den „Kalten Kriegern“ in den Redaktionen von FAZ, Spiegel, Bild & Co. wird politische Stimmung gegen das größte Land Europas gemacht. Und auch die osteuropäischen Mitgliedsstaaten schauen eher nach Washington als nach Brüssel. Wir sind wie zu Beginn dieses Konflikts überzeugt, dass die USA hier vor allem aus wirtschaftlichen Gründen einen langanhaltenden Konflikt heraufprovozieren wollen. Dieser Krieg dürfte uns noch einige Jahre begleiten. Profitieren werden hiervon allerdings auch die Rohstoffpreise. Russland ist schließlich bei vielen Energierohstoffen und Industriemetallen wie Öl, Erdgas, Kupfer, Nickel oder Palladium einer der weltgrößten Produzenten und Exporteure. Für die von Rohstoffen weitgehend abhängige deutsche Industrie drohen auch von dieser Seite raue Zeiten. Da die Gewinnentwicklung bei vielen Konzernen jetzt schon zu wünschen übrig lässt, dürfte im Falle von ernsthaften Sanktionen eine Kostenexplosion drohen. Und dann könnten die Börsenampeln trotz Minizinsen auf Rot springen.

Sommerpause beim Investor Magazin

In Deutschland haben vielerorts bereits die Ferien begonnen, diese Woche kommen weitere Bundesländer dazu. Auch wir in der Redaktion nutzen die „saure Gurken-“Zeit an der Börsenfront wie in den vergangenen Jahren, um eine kleine Pause einzulegen. Die nächste Ausgabe des Investor Magazins erscheint deshalb erst am 13. August 2014. Sollte ein schnelles Handeln an den Märkten aufgrund besonderer Ereignisse notwendig werden, werden wir für Sie kurzfristig eine Ausgabe erstellen und eine Einschätzung abgeben. Wir wünschen Ihnen jedenfalls schon einmal einen erholsamen Sommerurlaub und einen angenehmen Börsensommer.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: Martin Kolb / pixelio.de
Nach oben scrollen