Sonntag , 27 Oktober 2019
Editorial vom 22.01.2014

Editorial vom 22.01.2014

Liebe Leser!

Die „Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten beliefen sich nach Beilegung zahlreicher signifikanter Fälle im Berichtsjahr auf 2,5 Mrd €. Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten betrugen zum Jahresende 2,3 Mrd €“, heißt es in der Pressemitteilung, die die Deutsche Bank am Montagmorgen veröffentlicht hat. Die Finanzkrise macht sich also immer noch beim größten deutschen Bankhaus bemerkbar. Wir hatten in unserem Jahresausblick 2014 explizit darauf hingewiesen, dass die Vergangenheit gerade die europäischen Banken wieder einholen wird. Dabei tragen die Regulierungsbehörden in Europa eine gehörige Portion Mitschuld. Während die Amerikaner darauf gedrängt haben, dass ihre Kreditinstitute schnell und drastisch auf die Folgen der Finanzkrise mit (ausreichend) Kapitalmaßnahmen und Abschreibungen reagieren, hat Europa wie so oft den Weg des geringsten Widerstands gewählt. Das rächt sich nun, wie die Zahlen der Deutschen Bank zeigen. Und deshalb müssen wir uns auch 2014 noch mit den Folgen einer Finanzkrise beschäftigen, deren Beginn schon mehr als ein halbes Jahrzehnt zurückliegt. Die Anleger nahmen es übrigens relativ gelassen hin. Die Aktie der Frankfurter brach zwar am Montag um fast 5% ein. Aber: Sie bewegt sich auf dem Niveau zu Jahresanfang. Für uns bleibt festzuhalten: Die europäischen Bankbilanzen sind zu einem großen Teil immer noch undurchsichtig. Eine vernünftige Analyse ist nicht möglich. Daher werden wir uns die Kurse der Banktitel weiter aus der Ferne anschauen, auch wenn wir uns dadurch Chancen entgehen lassen. Dafür gibt es einfach zu viele Branchen/Unternehmen, die ein deutlich besseres Chancen-/Risiko-Verhältnis bieten.

China schockt nicht

Mit großen Lettern nahmen sich die Medien die Wachstumszahlen aus China zur Brust. „Nur“ um 7,7% sei das Land im vierten Quartal gewachsen, so wenig wie zuletzt 1999. Verunsichern sollten Sie sich davon nicht lassen. Zum einen ist nicht exakt messbar, ob die Volksrepublik um 7,7%, 7,4% oder 8,0% im vergangenen Jahr gewachsen ist. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit von statistischen Fehlern viel zu groß: Zudem spielt die Schattenwirtschaft im Reich der Mitte immer noch eine (viel zu) große Rolle. Zum anderen aber ist dieser Wert kein Beinbruch. Solange China solide über 7% wächst, wird die Welt davon profitieren. Die deutschen Auto- und Maschinenbauer sind das beste Beispiel dafür.

Ihre Redaktion vom Investor Magazin

 

Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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