Montag , 25 März 2019
Bijou Brigitte: Kommt 2015 die Wende?

Bijou Brigitte: Kommt 2015 die Wende?

In den vergangenen sechs Monaten pendelte die Aktie von Bijou Brigitte (52,10 Euro; DE0005229504) mehrfach zwischen der 50 und der 56 Euro-Marke. Im Langfristchart sieht es dagegen furchtbar aus. Im Jahr 2006 mussten Anleger noch mehr als 235 Euro für das Papier hinlegen. Seither ging es in mehreren Wellen bergab. Inzwischen scheint der Boden gefunden zu sein. Seit mehr als zwei Jahren bildet die 50 Euro-Marke eine sichere Unterstützung. Nun könnte es so langsam wieder bergauf gehen bei dem Spezialisten für Modeschmuck.

Institutionelle wieder mit Interesse

Denn inzwischen wird am Markt händeringend nach attraktiv bewerteten Titeln gesucht. Zuletzt zeigten wieder einige institutionelle Investoren Interesse an Bijou Brigitte. Beim Aktienkurs sollte sich das in den nächsten Monaten bemerkbar machen. Angezogen werden die Anlage-Profis von den Rahmendaten. Der Konzern sitzt auf einer Netto-Cash-Position von rund 150 Mio. Euro. Das entspricht mehr als einem Drittel des Börsenwerts. Die Eigenkapitalquote weist dementsprechend stolze 84,5% aus. Positiv werten wir auch, dass die Gründerfamilie um Friedrich-Wilhelm Werner die Mehrheit an dem Unternehmen hält. Das verspricht Kontinuität.

Wann kommt die operative Wende?

Das verbuchen wir alles auf der Habenseite. Operativ geht Bijou Brigitte durch schwere Zeiten. Vor allem die zunehmende Wettbewerbsintensität und das Schwache Geschäft in Südeuropa hinterlassen seit einigen Jahren ihre Spuren im Geschäftsbericht. So erzielte man 2014 nach vorläufigen Zahlen erneut einen Umsatzrückgang. Die Einnahmen lagen mit 335 Mio. Euro rund 5,9% unter dem Vorjahr. Während die Rückgänge in Spanien kleiner werden, bleiben Italien und Portugal im Schwächemodus, wie das Unternehmen mitteilte. Dementsprechend hat man das Filialnetz weiter auf 1.070 Standorte (Vorjahr: 1.137) reduziert. Neben den Eurokrisenländern macht aber auch der Heimatmarkt noch Probleme. In Deutschland sanken die Umsätze leicht.

Margentief erreicht

Doch operativ sollte 2014 der Tiefpunkt gewesen sein. Vor allem im Süden Europas sollte das Margentief (auf EBIT-Basis) nun erreicht sein. Zudem schwächelt auch die Konkurrenz mittlerweile erheblich und ist finanziell lange nicht so gut aufgestellt wie Bijou Brigitte. Das könnte für erhebliche Vorteile in diesem Jahr sorgen. Die Hamburger wollen darüber hinaus mit dem neuen Store-Konzept „the P. Cookery“ bei den Kunden punkten. Und auch die Langfinger bieten noch einiges Potenzial. Wie Gründer Werner vor einiger Zeit in einem Interview verriet, werden etwa 10% des Umsatzes gestohlen („Am meisten in Spanien, am wenigsten in Polen“). Hier besteht sicher noch Handlungsspielraum.

Analysten pessimistisch

Einen Ausblick hat das Unternehmen für 2015 noch nicht gegeben. Die Analystengilde rechnet mit Stagnation und sieht im Konsens einen Umsatz von 337,4 Mio. Euro. Beim Gewinn je Aktie wird mit 2,54 Euro gerechnet, erst 2016 soll hier eine nachhaltige Besserung eintreten. Positiv wiederum sieht es bei der Dividende aus. Die aktuelle Ausschüttungsrendite liegt bei über 5%, was angesichts der soliden Bilanzrelationen Aktienkäufer anlocken sollte (Hauptversammlung am 3. Juli 2015 im CCH/Hamburg).

Langer Atem nötig

Die Aktie von Bijou Brigitte ist etwas für Anleger, die eine längeren Atem mitbringen. Sobald sich in den nächsten Quartalen eine operative Verbesserung andeutet, dürfte es schnell wieder bergauf gehen.

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Bild: Bijou Brigitte
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