Sonntag , 12 Juli 2020

PSI: Kommt nun die Wende?

Geht es den Energieriesen E.ON und RWE schlecht, dann muss auch PSI leiden. Diese Regel hat sich einmal mehr 2013 bewahrheitet. Das Berliner Unternehmen bietet Softwarelösungen für das Energie-, Produktions- und Infrastrukturmanagement an. Da die großen Konzerne in Folge der Gewinneinbrüche durch die Energiewende massiv sparen müssen, wurden Investitionen in die Netzinfrastruktur zurückgefahren. Das war ein Grund, warum der Umsatz der Gesellschaft um 2,5% auf 176,3 Mio. Euro schrumpfte. Der andere waren eigene Investitionen in neue Projekte im Logistikbereich. Der Einbruch machte sich auf der Ergebnisebene noch deutlicher bemerkbar. So drittelte sich das Betriebsergebnis auf 4,2 Mio. Euro, das Konzernjahresergebnis betrug nur noch 0,4 Mio. Euro – 2012 waren es noch 9,4 Mio. Euro.

„Übergangsjahr“ abgeschlossen

Doch die Wende scheint in diesem Jahr in Sicht. PSI selbst bezeichnete 2013 in seinem Geschäftsbericht als „Übergangsjahr“. In diesem Jahr aber soll wieder Wachstum her, auch wenn die bereits im dritten Quartal getroffene Prognose,  12 Mio. Euro beim EBIT, beibehalten wird. Der konservative Ausblick wiederum lässt viel Überraschungspotenzial für die Märkte. So fallen zum einen die oben genannten Belastungsfaktoren weg. Zum anderen sollte das Unternehmen von den niedrigen Energiepreisen in den USA profitieren. Die Nachfrage aus der Metallbranche zieht deshalb an, Aluminium- und Stahlkonzerne investieren wieder. Daneben hatte PSI 2012 begonnen, im Bereich Energiemanagement vom Projekt- aufs Produktgeschäft umzustellen. Dadurch sollen stetigere Cashflows erzielt werden. Dieser Prozess ist nun beendet und sollte sich ebenfalls positiv bemerkbar machen. Daneben gab es 2013 schon gute Signale aus Asien (neuer Großauftrag aus China) sowie von PSI Polen. Nicht zuletzt sollte sich eine Straffung beim Personal bemerkbar machen. Alles in allem scheint das operative Geschäft wieder an Fahrt zu gewinnen. Dazu kommt, dass PSI kerngesund dasteht. Zum 31. Dezember betrug die Eigenkapitalquote sehr solide 37,8%. Dementsprechend sieht auch die Liquiditätslage mit 21,8 Mio. Euro gut aus. Das Geld könnte für Übernahmen eingesetzt werden. Auch der Auftragseingang lag mit 184 Mio. Euro nur knapp unter dem Vorjahr.

Analysten pessimistisch

Von der Bewertungsseite ist PSI nicht (mehr) teuer. Der Aktienkurs (13,20 Euro; DE000A0Z1JH9) gab seit Anfang vergangenen Jahres um rund 17% nach. Derzeit befindet sich die Notiz in einer Art Bodenbildung. Der Chart deutet darauf hin, dass dies nun gelingt. Das bietet wiederum langfristig orientierten Investoren eine gute Möglichkeit, Positionen in dem Papier aufzubauen.  Die Analysten sehen im Konsens übrigens für 2014 ein EPS von 0,63 Euro und für 2015 von 0,78 Euro je Aktie. Sie haben ihre Erwartungen für den Wert kräftig gedämpft. Dadurch sieht die PSI-Aktie natürlich erst einmal teuer aus (KGV 21 bzw. 17). Allerdings halten wir positive Überraschungen beim Gewinn für wahrscheinlich. Dementsprechend ist die tatsächliche Bewertung der Aktie niedriger. Zudem ist es stets ein gutes Zeichen, wenn die Analysten ihren Pessimismus zum Ausdruck bringen. Sobald PSI die bessere Entwicklung mit Zahlen untermauert, wird der Daumen wieder nach oben zeigen und den Kurs antreiben.

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Bild: PSI AG

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