Mittwoch , 22 September 2021

Editorial vom 26.02.2014

Liebe Leser!

Es wird mal wieder gezankt. Die Auguren, sprich Ökonomen von Banken und Wirtschaftsinstituten, sind mal wieder beim Thema China gespalten. Einerseits ruhen viele Hoffnungen der Weltwirtschaft auf den Schultern der Großmacht aus dem Osten. Auch wir sind durchaus optimistisch. Andererseits gibt es insbesondere in Deutschland, aber auch in England und den USA, viele Beobachter, die an der Nachhaltigkeit des chinesischen Aufschwungs zweifeln. Aktuell sind es der (angeblich) aufgeblasene Immobiliensektor sowie die Kreditvergabe der Banken im Reich der Mitte, die in Frage gestellt werden. Hier würden Zeitbomben ticken, die jeden Tag hochgehen könnten. Da es nur wenig belastbare Daten zu diesen Bereichen gibt, dürfte die Diskussion wie schon 2013, 2012 oder auch 2011 anhalten. Ganz allgemein wird zudem darauf verwiesen, dass das Land praktisch schon seit 35 Jahren wächst. Irgendwann müsse dieser Aufschwung doch enden, so die etwas plattere Argumentation. Fakt ist: Die jüngsten Konjunkturindikatoren aus China lassen keinen eindeutigen Schluss zu. Es wechseln sich gute und schlechte Werte ab. Aber: Die Unsicherheit bei den Anlegern in ganz Asien ist spürbar. Nur ist es nicht der Zustand der chinesischen Wirtschaft, der hierfür verantwortlich ist, sondern die Zinswende in den USA macht ihnen zu schaffen. Sie sorgt dafür, dass notwendiges Kapital aus Schwellenländern abgezogen wird. Wie die Geschichte ausgeht, werden wir wahrscheinlich in den nächsten Monaten sehen.

BASF macht Hoffnung

Für Optimismus sorgt hingegen die Lokomotive BASF. Die Ludwigshafener sind einer der wenigen deutschen Konzerne mit Weltgeltung. Am Montag legte das Unternehmen Rekordzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor und zeigte sich vorsichtig optimistisch für 2014. Das ist insofern relevant, da BASF als breit aufgestellter Konzern viele Branchen bedient und durchaus als Konjunkturindikator taugt. Sowohl die Automobilbranche als auch Energieunternehmen beziehen schließlich Vorprodukte von dem DAX-Konzern. Das Zwischenfazit zur deutschen Bilanz-Saison fällt aber insgesamt gemischt aus. Manche Unternehmen wie Daimler können überzeugen, andere wie Fresenius haben die Erwartungen des Marktes nicht erfüllen können. Dieses Bild sowie die aktuelle Seitwärtsbewegung am Aktienmarkt sprechen dafür, dass wir uns in einem gesunden Börsenumfeld bewegen. In Verbindung mit den niedrigen Zinsen ergibt sich daraus eine Situation, die vorerst nicht für einen abrupten Stimmungswechsel spricht.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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