Mittwoch , 4 August 2021

Gold: Barrick, Kinross & Co. – Comebackchance 2014

Bis in den späten Herbst konnte man die Lage an den Rohstoffmärkten, vor allem bei den Edel- und Basismetallen, getrost als traurig und deprimierend beschreiben. Doch  dann meldete Barrick Gold, der weltgrößte Produzent nach Volumen, den erfolgreichen Abschluss einer 3 Mrd. US-Dollar Finanzierung. Rückblickend war dies vermutlich der Startschuss für eine rosigere Zukunft der Branche. Doch was hat sich verändert?

Vertrauen zurück erkämpft

Ein Grund für die massiven Verluste in den vergangenen Jahren war die Tatsache, dass Investoren das Vertrauen in die Produzenten verloren haben. Diese schafften es nicht, in Zeiten eines sehr hohen Goldpreises ihre Produktionskosten unter Kontrolle zu halten und wurden dafür umgehend bestraft, als der Goldpreis bis auf 1180 US-Dollar je Unze fiel und die Margen wegschmolzen. Doch in den letzten drei Quartalen war zu erkennen, dass das jeweilige Management seine Hausaufgaben gemacht hat. Teuer produzierende Anlagen wurden aus dem Portfolio verkauft, Explorationskosten heruntergefahren. Die Majors schafften es so, ihre All-In Cashkosten durch die Bank weg zu senken. Barrick Gold landete bei 899, Goldcorp bei 910, Kinross bei 1069, Agnico-Eagle bei 952 und Yamana Gold bei 947 US-Dollar je Unze. Und obwohl die drei größten Goldproduzenten (Barrick, Goldcorp und Kinross) 2013 insgesamt 16 Mrd. US-Dollar an Verlusten melden mussten und ihre Reserven zwischen 15 und 33 Prozent kürzten, ziehen die Papiere an. Hauptgrund für die Verluste war vor allem wiederum Abschreibungen.

Goldpreis als Zünglein an der Waage

Einen nicht unbedeutenden Anteil an der Wiederauferstehung der Goldminenwerte hat selbstverständlich der stabile Goldpreis. Dieser legte getrieben von einer guten weltweiten Nachfrage, Tapering in den USA und Sorgen um die Emerging Markets, seit Jahresanfang um 12% auf heute 1.344 US-Dollar je Unze zu. Zudem kursieren Gerüchte im Markt, dass Indien seine Importrestriktionen wieder lockern könnte. Die Nachfrage nach dem Edelmetall in dem bevölkerungsreichen Land ist weiterhin ungebrochen wie das Wachstum bei den Goldschmuckimporten zeigt. Diese sind von 1 bis 1,5 Tonnen im November auf 4-5 Tonnen im Januar in die Höhe geschnellt. Auch die Investmentbanken erkennen langsam, dass 2014 für den Goldpreis durchaus eine Chance auf Zugewinne besteht. So hat jüngst die UBS ihren Ausblick für 2014 um 100 auf durchschnittlich 1.300 US-Dollar angehoben. Immerhin. Auch unser Kontraindikator Goldman Sachs kauft heimlich zu. Noch im Oktober war für Jeffrey Currie, Leiter Commodity Research, Gold eine klare Verkaufsposition für 2014. Doch die Großbank deckte sich doch sicherheitshalber mal mit Anteilen am weltgrößten Gold-ETF ein und stieg dort in kürzester Zeit zum neuntgrößten Einzelinvestor auf, so steht es im Bericht des ETF vom 31.12. 2013.

Markt macht wieder den Geldbeutel auf

Seit Barricks 3 Mrd. Finanzierung, sitzt der Geldbeutel bei Investoren wieder lockerer. So haben wir in den letzten Wochen so viele erfolgreiche Finanzierungen gesehen, wie schon seit 2011 nicht mehr. Die 100 Mio. US-Dollar Marke wurde dabei mehrfach durchbrochen. So erhielten Platinum Group Metals 175 Mio., Hudbay 150 Mio. und Rubicon 100 Mio. CAD von Investoren und verteilen dieses, wie im Falle von Hudbay, bereits fleißig weiter. Hudbay machte jüngst ein Übernahmeangebot für Augusta Resources. So profitieren nicht nur Anleger bei den großen Werten von der gestiegenen Stimmung am Markt, sondern zeitversetzt auch die, die ihr Kapital in die kleineren Produzenten und Explorer investieren.

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Bild: Agnico-Eagle

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