Mittwoch , 20 März 2019
Marktkommentar vom 26.06.2013

Marktkommentar vom 26.06.2013

“Richtungslos dümpelt der DAX nun schon seit Wochen vor sich hin“, hatten wir in der vergangenen Woche an dieser Stelle geschrieben und auf eine mögliche Konsolidierung hingewiesen. Die kam nun, und zwar heftiger als wir erwartet hatten. US-Notenbankchef Ben Bernanke deutete das Ende der Nullzinsphase an und Investoren nahmen dies zum Anlass, breitflächig aus dem Aktienmarkt auszusteigen. Binnen einer Woche hat der DAX rund 8% verloren. Inzwischen hat sich die Lage zwar etwas stabilisiert, doch die Bären blasen weiter zum Angriff. Dabei hat der Markt eigentlich keine Alternative, als in Aktien zu investieren. Denn mit dem Signal aus Washington kommt auch der Anleihemarkt in die Bredouille. Steigen die Zinsen, so fallen die Kurse der Bonds. Diese eherne Regel wird immer Geltung haben. Das haben einige Investoren noch nicht im Blick. Und so werden wir in den nächsten Monaten sehen, ob: 1. die US-Notenbank wirklich ernst macht und die Zinsen erhöht? Wir glauben das nicht! 2. Wechseln die Anleger dann verstärkt von Anleihen in Aktien? Wahrscheinlich auch nicht! Vielmehr dürfte die Unsicherheit im Markt bleiben und das Pendel mal in diese, mal in jene Richtung ausschlagen. Festgesetzt hat sich vorerst aber die Meinung, dass die Zinsen steigen werden. Das haben nun viele professionelle Investoren im Hinterkopf. Insofern braucht es gute Meldungen von der Konjunkturfront, damit der Aktienmarkt nicht weiter abstürzt. Gleichzeitig sollten Sie die Euro-Krise im Blick haben. Wenn die Zinsen steigen, könnte das eine oder andere Land wieder laut nach Hilfe rufen.

Marc Rich ist tot

Eine traurige Nachricht erreicht uns heute aus der Schweiz. Marc Rich ist tot. Der Gründer von Glencore, dem größten Rohstoffhändler der Welt, verstarb mit 78 Jahren in einem Krankenhaus in Luzern. Manche, wie viele konservative Amerikaner, werden ihn hassen, denn Rich hielt sich schon in den 1980ern nicht an Embargos und machte als Jude sowohl Geschäfte mit Israel als auch mit dem Regime im Iran. Zeitweise war er der meistgesuchte Mann der Welt. Dennoch stehen seine Verdienste um den Rohstoffhandel außer Frage. Dank seines unternehmerischen Geschicks wurde das Monopol am Ölmarkt gebrochen. Der „Händler ohne Emotionen“ war stets nach dem größten Gewinn aus und ließ sich auch von Politkern und Geheimdiensten nicht stoppen. Als er aus dem Business ausstieg, engagierte er sich persönlich und mit viel Geld für die Versöhnung von Palästinensern und Juden.

Goldpreis: Von einem Tief zum nächsten

Unterdessen macht der Goldpreis schon wieder sorgen. Aktuell befindet er sich auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. Bloomberg hat nachgerechnet und herausgefunden, dass   das letzte Quartal mit einem Minus von 22% das schlechteste seit 1920 war. Solange der US-Dollar Stärke zeigt und der Markt glaubt, dass die Zinsen steigen, wird es schwer werden, wieder Boden gutzumachen.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de
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