Dienstag , 15 Oktober 2019
Papillon: Steht hier die nächste Übernahme an?

Papillon: Steht hier die nächste Übernahme an?

Im Schatten der Euphorie um die durch billiges Geld auf Allzeithoch getriebenen Indizes – der DAX markierte gestern bei 9951,90 eine neue Bestmarke – regt es sich in der Welt der Rohstoffe, insbesondere bei den mittelgroßen Produzenten. So sahen wir in den letzten zwei Wochen bereits zwei Übernahmen. Rio Alto möchte im Zuge eines freundlichen Übernahmeangebotes in Höhe von 300 Mio. CAD (1,12 CAD je Aktie; Aufschlag von 43%) den Nachbarn Sulliden Gold übernehmen. Tags darauf hörte man aus London, dass Polymetal sich das Kyzyl Goldprojekt in Kasachstan für 618 Mio. CAD einverleiben möchte. Eine dritte Übernahme scheint uns kurz bevor zu stehen. Seit Montag ist die Aktie der Australier Papillon Resources (1,43 AUD; AU000000PIR8)vom Handel ausgesetzt. Der Grund: eine mögliche Übernahme oder ein Zukauf. Branchenkenner rechnen allerdings mit dem zuerst genannten.

Das Ziel: 5,2 Mio. Unzen Gold in Mali

Papillon entwickelt in Mali das Fekola Goldprojekt. Jüngst meldete man den Beginn der ersten Arbeiten auf der Liegenschaft. Diese umfassen das Instandsetzen von Straßen und Vorbereiten der Stätte, an der die Mühle gebaut werden soll. Eine Ende Juni 2013 veröffentliche vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie („PEA“) bescheinigte Papillon eine Jahresproduktion von 300.000 Unzen zu Cashkosten von 580 bzw. All-In Sustaing Costs („AISC“) von 725 US-Dollar je Unze. Konkurrenten in der Region haben mit weitaus höheren Cashkosten zu kämpfen. Die Aufwendungen für den Minenbau werden mit 292 Mio. US-Dollar taxiert. Eine finale Wirtschaftlichkeitsstudie, die dann auch Banken zur Finanzierung vorgelegt werden kann, wird in den nächsten Monaten erwartet, sollte es vorher nicht zu besagter Übernahme kommen.

Aufschlag von 40% durchaus möglich

Schaut man sich das Managementteam von Papillon einmal an, stößt man auf einen bekannten Namen: Ian Middlemas. Er ist einer der erfolgreichsten Dealmaker in der Branche. Er verkaufte Mantra Resources für 1 Mrd. US-Dollar an die russische Rosatom und war der CEO von Adamus Resources, bevor diese für rund 645 Mio. CAD von Endeavour Mining übernommen wurden. Außerdem ist Middlemas der Chairman bei unserem Empfehlungswert Prairie Downs Metals, die von einer Übernahme ebenfalls profitieren werden, da man aus der Unternehmensgeschichte heraus noch 10 Mio. Papillon Aktien besitzt. Middlemas selbst soll gesagt haben. dass ein Verkauf von Papillon erst ab 2 AUD interessant wäre. Auf den aktuellen Kurs entspräche dies einem Aufschlag von ziemlich genau 40% und erscheint basierend auf der Qualität des Projektes nicht unrealistisch. Prairie Downs würden dann ohne weitere Verwässerung 20 Mio. AUD zu fließen.

Gerüchteküche brodelt

Seit Montag ist die Aktie von Papillon vom Handel ausgesetzt und die Gerüchteküche ist am Brodeln. Wer könnte der mögliche Käufer sein? Unser Favorit ist Randgold Resources aus Südafrika. 2013 produzierte das Unternehmen bereits über 722.000 Unzen Gold in Mali. Als aufmerksamer Leser des Investor Magazins wissen sie zudem, dass Randgold jüngst die Kibali-Mine im Kongo in Betrieb genommen hat und somit Personal zum Bau einer Mine in Mali zur freien Verfügung haben sollte. Zudem legte die Aktie im Vergleich zur Peer-Group überdurchschnittlich zu und könnte so als Akquisitionswährung dienen. Andere Kandidaten sind unter anderem B2Gold, die man eigentlich immer auf dem Zettel haben muss, sowie African Barrick Gold und Endeavour Resources. Etwas überraschend ist allerdings die Tatsache, dass es seit Montag keine Neuigkeiten gibt. Dies könnte darauf schließen, dass hinter den Kulissen möglicherweise ein Bieterkampf tobt. Es bleibt spannend.

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Bild: dw akademie
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