Sonntag , 27 Oktober 2019
Editorial vom 27.08.2014

Editorial vom 27.08.2014

Liebe Leser!

Wenigstens war sie ehrlich! So lautet unser Fazit zum Notenbanktreffen im beschaulichen Jackson Hole in den Rocky Mountains. Janet Yellen, die Chefin der Federal Reserve, wollte sich noch nicht festlegen, wie und wann der endgültige Ausstieg aus der Politik des Quantitative Easing vonstatten gehen soll. Klar scheint nun: Die USA haben, ebenso wie die Triaden-Freunde Japan und Europa, konjunkturell gesehen Rückschritte gemacht im zweiten Quartal.

Eine Zinswende in den Vereinigten Staaten, wie sie eigentlich für den Herbst angedacht war und von den Märkten erwartet wurde, könnte verschoben werden. Wir sind uns nicht ganz sicher, wie die Märkte eine strikte Politik aufnehmen würden. Angesichts der hohen Bewertungen an den Aktienmärkten und der erheblichen Schulden fast aller Industriestaaten scheint auch Yellen zu zweifeln. Die Notenbankpolitik folge keinem vorgegebenem Pfad, teilte sie zu Beginn des Zentralbanker-Treffens lapidar mit. Wir bleiben bei unserer Meinung: Dieses Jahr wird da – auch mit Blick auf die Sanktionsspirale zwischen dem Westen und Russland – wenig passieren.

S&P auf Rekordkurs

Der S&P 500, der marktbreite und aussagekräftigste Aktienindex der USA, hat am Dienstagabend ein neues Allzeithoch erklommen und notierte zwischenzeitlich über der Marke von 2.000 Punkten. Das ist angesichts der schwachen Konjunktur, der zahlreichen Krisen weltweit und der hohen US-Aktienbewertungen doch eine kleine Überraschung. Aber: die Anleger wissen halt nicht, wohin mit dem Geld, wenn Anleihen ein noch viel größeres Risiko darstellen und dies nicht adäquat auf der Zinsseite honoriert wird.

Alles in allem sollte uns das aber nicht beunruhigen (siehe Abschnitt oben), denn die Zinswende wird größtenteils noch lange auf sich warten lassen. Und solange sollten die Aktienkurse auch gen Norden marschieren. Immerhin hat sich ja auch der DAX zuletzt gefangen und konnte wieder an Boden gewinnen. Die Börsenampel steht zwar nicht auf grün, wie wir vor zwei Wochen an dieser Stelle ausführlich erläuterten. Es könnte aber weit schlimmer sein. Deshalb sollten Sie mit uns in ausgewählte Aktien investieren, einen Teil ihres Vermögens jedoch liquide parken. Derzeit gibt es einfach zu viele Faktoren, die zu einer erneuten Flucht aus den Unternehmenspapieren führen können.

Die Krisen und Kriege, der chinesische Immobilienmarkt sowie die schwache Weltkonjunktur sind nur die offensichtlichsten Schwachstellen unserer globalen Ökonomie. Die Auslöser einer Verkaufspanik sind in der Regel ohnehin meist Dinge, an die man zuletzt denkt.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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