Freitag , 12 August 2022

Editorial vom 28.01.2015

Liebe Leser!

Man muss an die Eitelkeit der Leute appellieren. Dann verdient man auch Geld. Dieses Motto setzt momentan wohl kein Unternehmen besser um als Apple. Die Telefone der Truppe aus Cupertino sind nicht besser als die der Konkurrenz, ganz im Gegenteil: sie sind teurer, Zusatzapplikationen werden monopolistisch zu Höchstpreisen verkauft und die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern in der Volksrepublik China dürften alles andere als nach westlichen Maßstäben vertretbar sein. Dennoch hat Apple den höchsten Gewinn vorgelegt, den ein börsennotiertes Unternehmen je in einem Quartal erwirtschaftet hat. 15,9 Mrd. Euro blieben im Weihnachtsquartal unterm Strich, das entspricht rund 173 Mio. Euro am Tag. Die Zahlen sind beeindruckend und deuten noch auf etwas anderes hin: Der Konsum in China läuft. So stieg der Anteil des Reichs der Mitte am Apple-Geschäft auf mehr als 21 Prozent. Auch in anderen, eher konsumorientierten Branchen, wie dem Automobilsektor, führt kein Weg mehr am Riesenmarkt China vorbei. Das reduziert zumindest unsere Sorgen um die Lokomotive der Weltwirtschaft.

Volatile Märkte: Ruhe bewahren!

Die Märkte präsentierten sich in den vergangenen Tagen und Wochen sehr volatil. Die Schweizerische Nationalbank mit der Abkopplung des Franken vom Euro und die Entscheidung der EZB zum Kauf von Staatsanleihen haben Aktieninvestoren erst in die Papiere getrieben, der Wahlausgang in Griechenland sorgte dann für etwas Ernüchterung und fallende Kurse. Alles in allem sollte man aber nicht in Panik verfallen. Der DAX notiert weiterhin nah seines frischen Allzeithochs und die weiteren Perspektiven sind durchaus positiv. Denn in den nächsten Wochen werden zahlreiche Unternehmen ihre Bilanzen vorlegen. Der schwache Euro und niedrigere Energiekosten sollten sich im letzten Quartal bei vielen Unternehmen positiv bemerkbar gemacht haben. Das wiederum dürfte zu einer optimistischen Stimmung für 2015 (Ausblick!) und zu noch höheren Ausschüttungen führen, als es die Analysten prognostizieren. Dividenden treiben die Kurse, was mit Blick auf das niedrige Zinsniveau wenig überrascht. Apropos Dividende: der DAX ist der einzige relevante Leitindex dieser Welt, der Dividenden in der Berechnung berücksichtigt. Ohne Ausschüttungen, also als reiner Kursindex wie der Dow Jones oder der FTSE, wären wir weit weg von allen Rekordmarken. Auch das kann durchaus positiv vermerkt werden. Höhenluft muss nicht schwindelerregend sein.

Eine gute Handelswoche wünscht Ihnen

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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