Samstag , 27 November 2021

MBB SE: Saure-Gurken-Zeit endlich vorbei

Sichtlich gut gelaunt erschien Christof Nesemeier am Dienstag zur Präsentation auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt. Endlich konnte der Vorstandschef der Beteiligungsgesellschaft MBB wieder mit einer Übernahme aufwarten. Denn lange hatte Nesemeier gegenüber Investoren und Journalisten beklagt, dass mögliche Übernahmeziele viel zu teuer seien und die Konkurrenz Mondpreise bezahle.

Die Saure-Gurken-Zeit ist nun vorbei, MBB hat 75% an der Aumann Gruppe erworben. Es sei das „vermutlich beste Unternehmen, was wir je gekauft haben“, so Nesemeier ungewohnt überschwänglich. Die Ostwestfalen haben sich auf Wickelanlagen spezialisiert, mit denen beispielsweise Spulen für Elektromotoren produziert werden. Abnehmer gibt es aber auch bei Haushaltsgeräteanbietern. Aumann setzt in diesem Jahr voraussichtlich rund 33 Mio. Euro um und sei profitabel. Genauere Angaben gab es wie zum Kaufpreis nicht. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser sehen die EBIT-Marge bei rund 10% und damit höher als beim MBB-Konzern. Der Deal hat noch eine weitere Logik. Mit der MBB Fertigungstechnik haben die Berliner bereits einen Anlagenbauer im Portfolio, der ohne den Neuerwerb für rund 50% des Gruppenumsatzes stand. Aumann werde zwar weiter als eine Einheit am Markt auftreten, die Zusammenarbeit mit der Fertigungstechnik soll aber verstärkt werden. Positiv: Aumann-Eigentümer Ingo Wojtynia bleibt mit 25% beteiligt und aktiv an Bord.

Weitere Zukäufe möglich

Nesemeier blickt aber schon weiter. Weitere Übernahmen seien drin, man habe sein Pulver noch nicht verschossen. Darauf deuten auch die jüngsten Quartalszahlen hin: Per 30. September wies MBB eine Eigenkapitalquote von soliden 40,5% auf. Und auch die liquiden Mittel mit 55,8 Mio. Euro sowie die Netto Cash-Position mit 20,6 Mio. Euro lässt noch Spielraum. Insgesamt hatte MBB in den ersten neun Monaten bei Umsatz (+7,9% auf 186,6 Mio. Euro) und Ergebnis (EPS: 1,36 Euro) auf Kurs gelegen. Im Gesamtjahr will man 1,75 Euro je Aktie verdienen. CEO Nesemeier hat darüber hinaus einen Langfristausblick gegeben. So wolle man die Erlöse bis 2020 auf rund 500 Mio. Euro verdoppeln. Bisher hat der Unternehmensgründer stets Wort gehalten. Die MBB-Aktie ist mit einem 2016er KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 2,5% nicht richtig günstig, aber auch noch nicht teuer.

UNSERE HANDLUNGSEMPFEHLUNG FINDEN SIE IN AUSGABE 147

ABONNIEREN SIE KOSTENLOS DAS INVESTOR MAGAZIN

Bild: MBB SE

Check Also

Analyse Silber: Ein Geduldsspiel!

Markttiming ist eine der größten Herausforderungen. Dies wird derzeit insbesondere durch die Eingriffe Dritter in …