Montag , 18 Oktober 2021

Aktie der Woche: Deutsche Geothermische Immobilien AG – Vermieter mit Extra-Rendite!

Intelligente Geschäftsmodelle am Immobilienmarkt sind rar gesät. Derzeit hebt die Flut alle Boote und die Einnahmen steigen ganz wie von selbst. Doch das muss nicht immer so bleiben, der Anstieg der Mieten scheint in Deutschland zumindest in vielen Ballungsräumen an seine Grenzen zu stoßen.

Cleveres Geschäftsmodell

Darüber muss man sich bei der Deutsche Geothermische Immobilien AG, kurz DGI, keine Gedanken machen. Firmengründer und Vorstandschef Christoph F. Trautsch setzt auf eine Kombination aus Bestandshalterdasein und Energielieferant und kann so seine Einnahmen stetig erhöhen. Konkret wird die Vorgehensweise nach dem „Trautsch-Modell“ an einem Beispiel deutlich.

So erwarb die DGI Anfang 2014 etwa 380 Wohneinheiten in Celle und Rotenburg an der Wümme. Man würde hier nicht von Top-Häusern in begehrten Lagen sprechen. Eine teure Modernisierung mit in der Folge steigenden Mieten könnten sich viele Bewohner hier auch vielleicht gar nicht leisten. Aber das will die DGI auch nicht. Stattdessen bietet sie einen Deal an. Im Zuge der Modernisierung wird die Versorgung (Heizung, Warmwasser) auf Geothermie umgestellt, die sonst übliche Mieterhöhung nach einer Modernisierung entfällt. Die Einnahmen fließen wiederum dem Vermieter zu. Ihm zahlt der Mieter einen Pauschalpreis, dessen Höhe auf Jahre gleich bleibt, eine Art „Nebenkosten-Flatrate“. Die Höhe der Pauschale wird von der letzten Nebenkostenabrechnung abgeleitet. Dem Mieter winken stabile Nebenkosten, dafür muss er aber die Stromkosten für die Wärmepumpe tragen.

Da die Nebenkosten in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen sind, stößt das bei vielen Mietern auf Zuspruch: „Auf den Hausversammlungen kommen die Mieter mit strahlenden Augen zu mir“, erzählt Trautsch im Gespräch mit dem Investor Magazin. Laut Unternehmensangaben haben sich die Investitionskosten für die DGI spätestens nach 5 Jahren amortisiert. Ganz nebenbei wird auch der Umwelt geholfen. Bei den bestehenden Objekten sinken die CO2-Emissionen um 1,2 Mio. KG pro Jahr.

Wenig Wettbewerb

Das Geschäftsmodell hat zudem einen weiteren Vorteil. Während viele Immobilienfirmen in die großen Ballungsgebiete drängen und dort die Preise in die Höhe treiben, kann sich der Deutsch-Franzose Trautsch, der übrigens der Enkel des in den 1950ern bekannten Lübecker Bauunternehmers Erich Trautsch ist, sich in der Provinz seine „Celles“ und „Rotenburgs“ als günstige Standorte suchen. Hier ist der Preiswettbewerb deutlich niedriger. Derzeit führt das Unternehmen zudem Kooperations-Gespräche mit der Nassauische Heimstätten, einem der zehn größten Bestandshalter Deutschlands. Ein erfolgreicher Abschluss würde die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten enorm beschleunigen. Auf der Bankenseite arbeitet man eng mit dem renommierten Bankhaus Merck Finck & Co. zusammen.

Es gibt immer einen Haken

Allerdings hat die ganze Sache auch einen Haken. Die DGI ist noch eine sehr kleine Gesellschaft, die Marktkapitalisierung beträgt derzeit lediglich 12 Mio. Euro. Zudem sind die meisten Stücke in festen Händen. Deshalb wird die Aktie nur im geringen Volumen im Düsseldorfer Freiverkehr gehandelt. Das Ziel ist es, 2016 in den Entry Standard zu wechseln. Dann sollte auch die Aufmerksamkeit für das Unternehmen deutlich steigen. Greifbare Unternehmenszahlen wird es gegen Ende des Jahres geben. Zuvor will die DGI noch eine Kapitalerhöhung im Volumen von wahrscheinlich rund 2 Mio. Euro platzieren. Normalerweise geben wir Ihnen bei unseren Aktienbesprechungen stets eine konkrete Handlungsanweisung an die Hand. Bei der DGI fällt uns das aufgrund des niedrigen Handelsvolumens schwer, zumal derzeit eine Unternehmensbewertung kaum möglich ist. Da uns aber das Geschäftsmodell überzeugt, wollten wir Ihnen die DGI nicht vorenthalten. Ein früher Einstieg könnte sich mittelfristig doppelt und dreifach bezahlt machen.

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Bild: Deutsche Geothermische Immobilien AG

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