Samstag , 27 November 2021

Editorial vom 29.10.2014

Liebe Leser!

Kräftige Kursgewinne allerorten! Auch der DAX schaut wieder über die 9.000-Punkte-Marke. Unser vorsichtiger Optimismus der vergangenen beiden Ausgaben hat sich bewahrheitet. Ob es eine Jahresendrally geben wird, die diesen Namen auch verdient, wird man sehen. Auf jeden Fall haben sich die Investoren vorerst von der Schwarzmalerei verabschiedet. Der harte Oktober  scheint doch noch ein einigermaßen glückliches Börsenende zu nehmen. Dafür verantwortlich sind die nun wieder (weitgehend) akzeptablen Bewertungen an den Aktienmärkten, aber auch durchaus vorzeigbare Q3-Zahlen in den Vereinigten Staaten. Als Anleger sollten sie dennoch vorsichtig bleiben. Diese Wackelbörse ist noch nicht ausgestanden. Allerdings scheint den Investoren einmal mehr klar geworden zu sein, dass sie ihr freies Kapital nicht besonders lange in bonitätsstarken Anleihen halten wollen. Das bringt de-facto, also inflationsbereinigt, nämlich gar nichts ein. Der Anlagenotstand hält also an und es ist kein Ende in Sicht.

Banken im Stress-Modus

Der Banken-Stresstest in Euroland, bei dem insgesamt 25 Kreditinstitute durchgefallen sind, hat vor Augen geführt, dass die 2007 durch den US-Immobilienmarkt ausgelöste Finanzkrise im Bankensektor noch lange nicht ausgestanden ist. Europa quält sich immer noch mit seinen Problemen, während die USA in ihrem Finanzsektor recht zügig und konsequent aufgeräumt haben. Die Deutsche Bank bekommt das derzeit besonders oft zu spüren. Im Endeffekt geht ein Großteil der Bußgelder, die die Bank derzeit schultern muss, auf Fehlverhalten zurück, dass der frühere Vorstand (größtenteils) zu verantworten hatte. Die Aussichten für den Sektor sind generell für uns nur schwer einzuschätzen. Wer gerne kurzfristig Traden mag, ist mit diesen Aktien sicher gut aufgehoben. Mittel– und langfristig ist ein seriöses Investment in europäische Banken aber kaum möglich. Diese Branche befindet sich auf dem absteigenden Ast. Die Regulierungen fressen die Margen auf, neue Angebote im Web und kritische Privatkunden machen das Geschäft nicht unbedingt einfacher. Und wenn man dann noch die vielen Rechtsstreitigkeiten berücksichtigt, durch die die Deutsche Bank beispielsweise im dritten Quartal in die roten Zahlen rutschte, dann sind Bankaktien weiterhin ein No-Go!

Die nächste Ausgabe

Ein Hinweis in eigener Sache: Die nächste Ausgabe des Investor Magazins erscheint erst am 12. November 2014. Die Redaktion wird in der kommenden Woche für sie auf Reisen gehen. Wir wünschen bis dahin gute Börsengeschäfte.

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Bild: Martin Kolb / pixelio.de

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