Die USA werden immer abhängiger von Kupferimporten. Arizona soll nun die Trendwende bringen. Neben dem Milliardenprojekt Resolution Copper treiben mehrere Unternehmen neue Projekte voran. Hier gibt es den Überblick!
Kupfer gehört zu den wichtigsten Rohstoffen der kommenden Jahre. Rechenzentren, Stromnetze, Elektromobilität und die Elektrifizierung der Industrie treiben die Nachfrage kontinuierlich nach oben. Gleichzeitig wächst die Sorge um die Versorgung. Die USA importieren inzwischen mehr als die Hälfte ihres Kupferbedarfs. Entsprechend groß ist das Interesse an Projekten, die diese Abhängigkeit reduzieren könnten. Viele davon befinden sich in Arizona. Dort arbeiten Bergbaufirmen und Explorer an einer neuen Generation von Kupferprojekten.
Die Importabhängigkeit der USA steigt weiter
Laut dem US Geological Survey lag die Importabhängigkeit der USA bei Kupfer zuletzt bei 57 %. In den vier Jahren zuvor hatte der Durchschnitt noch bei 43 % gelegen. Gleichzeitig ist die heimische Produktion rückläufig. Während 2021 noch rund 1,13 Mio. Tonnen Kupfer in den USA gefördert wurden, gehen die jüngsten USGS-Schätzungen für 2025 von deutlich niedrigeren Mengen aus. Vor diesem Hintergrund gewinnen neue Projekte an Bedeutung. Arizona spielt dabei eine Schlüsselrolle. Der Bundesstaat stellte zuletzt rund 70 % der gesamten US-Kupferproduktion und beherbergt einen Großteil der aktuellen Explorationsaktivitäten.
Resolution Copper gilt als wichtigste Kupferhoffnung der USA
Im Mittelpunkt steht das Resolution-Copper-Projekt, ein Joint Venture von Rio Tinto plc (ISIN: GB0007188757, WKN: 852147) und BHP Group Ltd. (ISIN: AU000000BHP4, WKN: 850524). Die Lagerstätte liegt rund 96 Kilometer östlich von Phoenix und zählt zu den größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt. Studien gehen von durchschnittlichen Kupfergehalten von rund 1,5 % aus. Über die geplante Lebensdauer von bis zu 40 Jahren könnten dort bis zu 18 Milliarden Kilogramm Kupfer gefördert werden. Das würde ausreichen, um langfristig bis zu einem Viertel des amerikanischen Kupferbedarfs abzudecken. Resolution Copper steht damit sinnbildlich für die Bemühungen der USA, die eigene Rohstoffversorgung auszubauen und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren.
Arizona verfügt über eine breite Projektpipeline
Neben Resolution Copper arbeiten zahlreiche weitere Unternehmen an Kupferprojekten im Bundesstaat.
Gunnison Copper Corp. (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) entwickelt das Gunnison-Projekt östlich von Tucson. Die aktuelle PEA sieht eine jährliche Produktion von rund 87.000 Tonnen Kupferkathoden in den ersten 15 Betriebsjahren vor. Der Projektwert wird auf rund 2 Mrd. USD geschätzt. Bemerkenswert ist dabei, dass die Studie mit einem Kupferpreis von lediglich 4,60 USD je Pfund kalkuliert wurde und damit deutlich unter dem aktuellen Marktpreis liegt.
Barksdale Resources Corp. (ISIN: CA06766T1075, WKN: A2P1AL) meldete im Mai neue Bohrergebnisse vom Sunnyside-Projekt in den Patagonia Mountains. Besonders auffällig war ein Abschnitt mit 0,45 % Kupfer über 392 Meter, beginnend nur wenige Meter unter der Oberfläche.
Auch Faraday Copper Corp. (ISIN: CA3073571034, WKN: A3DK5Q) arbeitet mit Copper Creek an einer großen Porphyrlagerstätte im Pinal County. Zu den jüngsten Ergebnissen gehörten 36 Meter mit 0,81 % Kupfer direkt ab der Oberfläche.
Copper Fox Metals Inc. (ISIN: CA21749Q1046, WKN: A0HNEG) entwickelt mit Van Dyke ein Projekt, das auf die In-situ-Kupfergewinnung setzt. Eine Studie sieht dort eine Produktionskapazität von rund 85 Mio. Pfund Kupfer pro Jahr über eine Laufzeit von 17 Jahren vor.
Prismo Metals arbeitet in direkter Nachbarschaft zu Resolution Copper
Prismo Metals Inc. (ISIN: CA74275P1071, WKN: A2QEGD) entwickelt das Silver-King-Projekt in Arizona. Die historische Mine produzierte seit ihrer Entdeckung im Jahr 1875 rund sechs Millionen Unzen Silber und gehörte zu den bedeutenden Silberproduzenten des Bundesstaates.
In den vergangenen Monaten hat sich der Fokus zunehmend auf das Kupferpotenzial des Projekts verlagert. Anfang April schloss Prismo ein knapp 1.300 Meter umfassendes Bohrprogramm ab. Eine Tiefbohrung traf auf porphyrisches Intrusivgestein mit Kupfermineralisierung. Parallel laufen Kartierungs- und Probenahmearbeiten, die zusätzliche Hinweise auf ein größeres Kupfersystem liefern sollen. Die Ergebnisse fließen derzeit in die Planung weiterer Bohrungen ein.
Besondere Aufmerksamkeit erhält Silver King durch seine Lage. Das Projekt befindet sich nur rund 3,4 Kilometer vom Resolution-Copper-Projekt entfernt und liegt damit in einem der aktivsten Kupferdistrikte Nordamerikas.
Mehr Kupfer aus den USA bleibt ein strategisches Ziel
Der Ausbau der heimischen Produktion gewinnt für die Vereinigten Staaten zunehmend an Bedeutung. Kupfer wird für Stromnetze, Rechenzentren, Elektromobilität und zahlreiche Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz benötigt. Gleichzeitig wächst der politische Druck, kritische Rohstoffe stärker im eigenen Land oder in befreundeten Regionen zu fördern.
Arizona dürfte dabei auch in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen. Die Region vereint große Lagerstätten, bestehende Infrastruktur und eine Vielzahl aktiver Projekte in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.
Fazit: Die USA suchen nach Wegen, ihre Kupferversorgung langfristig abzusichern. Arizona spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit Resolution Copper, Gunnison, Faraday, Barksdale und Copper Fox verfügt der Bundesstaat über mehrere Projekte, die das Angebot in den kommenden Jahren erhöhen könnten.
Prismo Metals arbeitet mit Silver King in unmittelbarer Nachbarschaft zum Resolution-Copper-Projekt. Die jüngsten Bohrungen und Kartierungsarbeiten liefern Hinweise darauf, dass unterhalb der historischen Silbermine ein größeres Kupfersystem liegen könnte. Zusammen zeigen die Projekte in Arizona, wie wichtig der Bundesstaat für die zukünftige Kupferversorgung der USA geworden ist.
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