Donald Trump hat mal wieder eine Idee: Auf seinem eigenen Sozialen Medium teilte der US-Präsident mit, dass die Zinsen auf Kreditkarten für ein Jahr auf 10% gedeckelt werden sollen. Ist das rechtens? Und wer würde darunter leider? Wir klären auf!
Donald J. Trump ist bekannt für seine impulsiven Nachrichten auf seinem Medium “Truth Social.” Dort teilte der US-Präsident am Wochenende mit, dass die Zinsen auf Kreditkarten gedeckelt werden sollen. Los soll es bereits am 20. Januar gehen, dem 1. Geburtstag seiner Amtseinführung. Damit will Trump künftig verhindern, dass US-Amerikaner von Kreditkartenfirmen “abgezockt” werden mit Zinsen in Höhe von 20 bis 30 Prozent. Die Frage ist natürlich: Kann der das? Wer würde verlieren? Und was macht der Durchschnitts-Investor aus dieser Geschichte, wenn am kommenden Montag die Märkte öffnen?
1. Kann der US-Präsident Zinsen auf Kreditkarten festlegen?
Diese Frage muss mit einem Anwalts “Ja, aber…” beantwortet werden. Eine solche Obergrenze würde normalerweise die Zustimmung des US-Kongresses (Repräsentantenhaus und Senat) erfordern. Insofern ist Trump rechtlich gar nicht in der Lage, über eine solche Deckelung zu entscheiden. Allerdings hat er schon in seinem ersten Amtsjahr den Gesetzgebungsprozess mehrfach verlassen und einfach Entscheidungen getroffen, die dann später teilweise von Gerichten einkassiert wurden. Insofern: Ist das nur eine populistische Nebelkerze oder etwas, was Trump unbedingt mit seiner politische Macht (Druck auf Banken etc.?) durchsetzen möchte.

2. Visa und Mastercard: Die großen Verlierer?
Diese Frage lässt sich leicht beantworten. Visa und Mastercard sind praktisch reine Zahlungsnetzwerke. Sie verleihen selbst kein Geld und geben keine Karten an Endkunden aus. Vielmehr stellen sie lediglich die technische Infrastruktur bereit, damit eine Zahlung vom Händler zur Bank des Kunden fließen kann. Dafür kassieren sie Gebühren pro Transaktion (Swipe Fees) sowie für die Datenverarbeitung. Sie wären somit von einem Zinsdeckel kaum direkt betroffen, da sie keine Zinsen einnehmen. Indirekt könnten sie jedoch leiden, wenn Banken aufgrund der niedrigeren Zinserträge weniger Kreditkarten ausgeben oder Kunden ihre Limits kürzen, was das Transaktionsvolumen und damit die Gebühren senken würde.
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3. Wie steht es um American Express?
- Provisionen (Discount Revenue von Händlern): rund 35,2 Mrd. US-Dollar (ca. 53,4% der Gesamteinnahmen)
- Netto-Zinsertrag (Zinsen minus Zinsaufwand): 15,5 Mrd. US-Dollar (ca. 23,5 %)
- Kartengebühren (Jahresgebühren der Mitglieder): 8,4 Mrd. US-Dollar (ca. 12,7 %)
- Sonstige Gebühren & Serviceleistungen: 6,8 Mrd. US-Dollar (ca. 10,4 %)
Betroffen wäre Amex vor allem im Zinsgeschäft. Amex verleiht auch Geld und zwar durch ihre “Credit Cards”, im Gegensatz zu den klassischen “Charge Cards”, die jeden Monat voll bezahlt werden müssen. Das Unternehmen wäre also direkt betroffen, da ein Teil ihres Umsatzes aus Zinserträgen (“Net Interest Income”) besteht. Wenn diese auf 10 Prozent gedeckelt werden, sinkt der Gewinn in diesem Segment massiv.
4. Banken: Die eigentlichen Verlierer und das Ende aller Bonusprogramme?
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