Freitag , 21 August 2026

Innoscripta: Nachwehen der SaaS-Apokalypse bietet Einstiegschance!

Ankündigungen von Anthropic lösten zu Jahresanfang ein Beben bei SaaS-Firmen aus. Viele Top-Anbieter wie SAP oder Salesforce verloren kräftig an Börsenwert. Auch die Aktien der deutschen Innoscripta geriet in Not. Das bietet Chancen für Anleger!

Die „SaaS-Apokalypse“ im Februar dieses Jahres erwischte viele Anleger auf dem falschen Fuß. Die Ankündigung des KI-Konzerns Anthropics „zur Automatisierung von Verwaltungsarbeiten auf Basis von Coworking Plug-ins löste Panik an den Märkten aus, vornehmlich bei Software-Unternehmen. Innerhalb von nur wenigen Tagen wurde rund 1 Billion US-Dollar an Börsenwert im Software-Sektor vernichtet. Vorzeigewerte wurden gnadenlos abverkauft: Die Figma-Aktie (ISIN: US3168411052) verlor innerhalb von wenigen Tagen 40 Prozent, Wertpapiere von SAP (ISIN: DE0007164600) gaben um mehr als ein Drittel nach und Salesforce (ISIN US79466L3024) musste Einbußen von 26 Prozent hinnehmen.

Doch wie so oft ist Panik kein guter Berater. Es zeigte sich schnell, dass die realen Unternehmensdaten die Ängste des Marktes nicht bestätigten. Die Befürchtung, dass KI-Agenten die Arbeit von Mitarbeitern übernehmen und dadurch das klassische Per-Seat-Lizenzmodell systematisch entwerten, bewahrheitete sich in vielen Fällen nicht. Im Gegenteil: Die Berichtssaison der Branche lieferte deutliche Gegenbeweise, da sich die Wachstumszahlen der Software-Riesen eher beschleunigten, statt einzubrechen

Innoscripta macht F&E-Prozesse effizient

In den unbarmherzigen Abwärtsstrudel dieser Branchenpanik geriet auch die Innoscripta SE (ISIN: DE000A40QVM8). Diese Pauschalisierung greift jedoch viel zu kurz und wird dem zugrundeliegenden Geschäftsmodells nicht wirklich gerecht. Innoscripta bietet eine hochspezialisierte SaaS-Plattform, die mittelständische Unternehmen und Konzernen bei der Beantragung sowie Dokumentation der staatlichen Forschungszulage vollautomatisiert unterstützt. Der operative Nutzen für Unternehmen, die Forschung und Entwicklung (F&E) betreiben, die Zeitersparnis und die Förderung im Millionenbereich ist immens.

Dabei profitiert Innoscripta davon, dass das Instrument der Forschungszulage sich bei deutschen Unternehmen noch nicht flächendeckend rumgesprochen hat. Viele Unternehmen wissen schlichtweg gar nicht, dass sie förderfähige F&E betreiben. Das Forschungsverständnis ist oft überholt und fälschlicherweise rein an Wissenschaft, Labore oder weiße Kittel gekoppelt. Tatsächlich fällt jedoch gemäß dem internationalen OECD-Frascati-Handbuch auch die Beseitigung technischer Unsicherheiten bei der Entwicklung neuartiger KI-Verfahren, Cybersecurity-Architekturen, Omnichannel-Systeme oder automatisierter Prozesse unter förderfähige F&E.

Hier setzt Innoscripta an: Über 2.900 Vertragskunden vertrauen bereits der Plattform, bei einer Antragserfolgsquote von rund 80 %. Dank der hauseigenen Software „Clusterix“ wird die projektbegleitende Dokumentation direkt in die bestehenden Workflows und agilen Entwickler-Tools integriert. Der interne Aufwand für die Kunden fällt dadurch minimal aus. Da Innoscripta vollständig ohne Vorabkosten arbeitet und rein erfolgsbasiert honoriert wird, entsteht eine klassische Win-Win-Situation: Unternehmen erhalten ohne großen finanziellen Aufwand prüfungsfeste Steuergutschriften im teilweise zweistelligen Millionenbereich.

Zu Unrecht abgestraft

Dass Innoscripta zu Unrecht abgestraft wurde, zeigt ein genauer Blick auf das Erlösmodell. Anders als die gebeutelten Standard-SaaS-Titel basiert das Modell von Innoscripta gerade nicht auf starren Pro-Kopf-Lizenzen (Per-Seat), die durch KI-Agenten ersetzt werden könnten. Stattdessen setzt das Unternehmen auf ergebnisorientierte Gebühren, die nur im Erfolgsfall anfallen. Eine Disruption durch arbeitsplatzreduzierende KI gefährdet diesen Ansatz eher nicht. Zudem schafft die tiefe Integration der Plattform in bis zu 20 verschiedene interne Datenquellen der Kunden einen massiven Burggraben, der durch einfache KI-Tools nicht repliziert werden kann. Doch das schlagende Argument, warum für Innoscripta KI keine echte Gefahr darstellt, ist die Revisionssicherheit: Auch bei einer Jahre später anstehenden Steuerprüfung kann lückenlos nachgewiesen werden, wo die verarbeiteten Daten herkamen und wie diese in die Antragstellung eingeflossen ist. Bei einer KI-Blackbox ist das nicht möglich und würde zu erheblichen Unsicherheiten führen.

Dynamisches Wachstum und erfolgreiche Expansion

Wie übertrieben der Kursrutsch war, belegen die herausragenden operativen Zahlen für das Jahr 2025. Innoscripta erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein sehr deutliches Umsatzwachstum von über nahezu 50 % auf 104 Mio. EUR. Gleichzeitig bewies das Unternehmen eine außergewöhnlich hohe Profitabilität. Das EBIT wuchs um nahezu 68 % auf 27,3 Mio. EUR im zurückliegenden Geschäftsjahr. Das entspricht einer EBIT-Marge von 61 % und belegt die enorme Skalierbarkeit der Plattform „Clusterix“.

Aktuell forciert das Management den Wachstumskurs konsequent weiter. Durch die Eröffnung weiterer Standorte innerhalb Deutschlands verdichtet das Unternehmen seine Marktdurchdringung im heimischen Markt. Darüber hinaus treibt Innoscripta die strategisch wichtige Expansion ins Ausland massiv voran. Dass diese Internationalisierung kein Luftschloss ist, sondern reale Früchte trägt, wird bereits mit den ersten gewonnenen Neukunden in Frankreich, Großbritannien und den USA untermauert. Auch in Österreich zieht das Geschäftsvolumen an. Der Bedarf, hochkomplexe Förderbürokratie softwaregestützt zu bewältigen, stößt auch international auf gewaltige Nachfrage. Kein Wunder. Denn in diesen Märkten ist das Instrument der Forschungszulage bereits gut etabliert. Gleichzeitig wachsen die regulatorischen Anforderungen und die Auflagen zur Dokumentation erheblich. Hier kann Clusterix offensichtlich dank seiner dynamischen Architektur punkten. Unterschiede in der jeweiligen Regulatorik lassen sich schnell implementiere, was den Roll-out in neuen Märkten vereinfacht.

Deutliches Bewertungs-Gap

Blickt man auf die Bewertung, offenbart sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der fundamentalen Stärke und dem aktuellen Börsenkurs, der sich um die 80 EUR bewegt. Die Analysten von Warburg Research bescheinigen der Aktie eine faire Bewertung mit einem Kursziel von 210 EUR.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Innoscripta mit seinem schwer replizierbaren Modell, der skalierbaren IT-Plattform, dem internationalen Vertrieb und den daraus resultierenden starken Wachstumszahlen zu den klaren Gewinnern der Digitalisierung zählt. KI-Anwendungen werden daran so schnell nichts ändern. Ganz im Gegenteil: sie werden intern die Softwareweiterentwicklung von Clusterix eher beschleunigen und die Kosten der länderspezifischen Adaptierung senken. Die Unterbewertung der Aktie wird durch das konstant starke Wachstum immer offensichtlicher. Die Lücke zwischen aktuellem Kurs und fairer Bewertung wird größer. Das bietet langfristig orientierten Investoren eine Opportunität, die Überbleibsel der SaaS-Apokalypse für sich zu nutzen.

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Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, Gemini

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