Freitag , 27 Februar 2026
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Versamet: Royalty-Unternehmen und Übernahmekandidat!

Versamet Royalties wurde im Juni 2022 als Ausgliederung von Equinox Gold und Sandstorm Gold Royalties gegründet. Damaliger Name: Sandbox Royalties. In weniger als vier Jahren wuchs das Unternehmen zu einer mittelgroßen Edelmetall-Beteiligungsgesellschaft von über 1 Mrd. US-Dollar Börsenwert heran. Nun könnte die Firma im Zuge der Übernahmeaktivitäten in der Branche aufgekauft werden.

Maverix Metals 2.0?

Die Erfolgsgeschichte begann, als Dan O’Flaherty im April 2023 als Verantwortlicher für Strategie in das noch junge Unternehmen eintrat. Als einer der Gründer und langjähriger CEO der Royalty-Gesellschaft Maverix Metals war er genau der richtige Mann dafür. Und er suchte eine neue Aufgabe, nachdem Ende 2022 Maverix Metals für 700 Mio. US-Dollar von dem größeren Konkurrenten Triple Flag Precious Metals übernommen worden war. Die weitere Entwicklung liest sich wie Maverix Metals 2.0. Größere Minenunternehmen brachten ihre Royalty-Portfolios in Sandbox ein und wurden zu langfristigen Aktionären, dazu kamen institutionelle Investoren als strategische Partner.

Im Oktober 2023 wurde für 52,5 Mio. US-Dollar in Cash ein 1,26% Gold Stream auf die Greenstone-Mine gekauft, Flaggschiff von Equinox Gold. Im Juni 2024 dann der große Coup: Sandbox Royalties und B2Gold taten sich zusammen und gründeten Versamet Royalties (8,14 EUR; ISIN CA92528V2003). B2Gold brachte zehn Royalties im Wert von 90 Mio. US-Dollar in das neue Unternehmen ein und wurde Großaktionär.

Lundin und Tether steigen ein!

Im März 2025 wurde Dan O’Flaherty zum CEO befördert, im Mai 2025 erfolgte der Börsengang in Toronto. Im November 2025 dann das nächste spektakuläre Ereignis: Tether, bekannt als Emittent von Krypto-Währungen, und die schwerreiche schwedische Lundin-Familie erwarben jeweils 11,8 Mio. Aktien aus dem Bestand von Royal Gold und wurden mit jeweils 12,7% Ankeraktionäre des Unternehmens. Royal Gold, die Nr. 3 der Branche, hatte die Papiere nach der Übernahme von Sandstorm Gold Royalties zum Verkauf gestellt.

Im Dezember 2025 wechselte Versamet in Toronto von der TSX.V (Börse für die Juniors) an die TSX (Börse für die größeren Unternehmen). Nach einer Aktienzusammenlegung im Verhältnis 5:1 folgt demnächst die Börsennotierung an der NYSE in den USA. Im Februar 2026 erhielt Versamet aus einem Private Placement 164 Mio. CAD an frischem Kapital, Ankeraktionär Tether war mit 22 Mio. CAD dabei.

Versamet Kupfer Nickel Gold
Ein Blick auf das Portfolio von Versamet: Quelle: Unternehmensangaben.

Viele Strategen an Bord

Aktuell werden fast drei Viertel der Aktien von strategischen Investoren und Insidern gehalten: B2Gold (29%), Tether (12,7%), Equinox Gold (11%), Lundin-Familie (9%), Insider (11%), institutionelle Anleger und Kleinanleger (28%).

Das Hyperwachstum in Zahlen: 2024 generierte Versamet Cashflows aus zwei Beteiligungen, 2026 voraussichtlich aus neun. Die Lieferung von Edelmetallen hat sich in den drei Jahren, sollten die Ziele für 2026 (20.000-23.000 Goldäqivalent-Unzen / GEOs) erreicht werden, vervierfacht.

2025 mit Rekordjahr

Am 17. Februar veröffentlichte Versamet erste Zahlen zum Geschäftsjahr 2025. Die Lieferung von Metallen legte im Vergleich zu 2024 um 94 Prozent auf 9.815 Goldäquivalent-Unzen zu. CEO O’Flaherty ist optimistisch, dass dieses positive Momentum 2026 anhält und sich 2026 die Zahl der GEOs erneut verdoppeln kann.

Das ist durchaus realistisch: Die Kiaka-Mine (2,7% Net Smelter Royalty / NSR) in Burkina Faso, betrieben von West African Resources, nahm Im Juni 2025 den Betrieb auf und fährt 2026 die Produktion hoch. Von Rosh Pinah (90% Silber Stream) in Namibia, betrieben von Appian Capital, erhielt Versamet im vierten Quartal 2025 das erste Silber, ein Expansionsprogramm für die 55 Jahre alte Mine soll 2026 abgeschlossen werden. Endeavour Silver investiert 2026 26,5 Mio. US-Dollar, um die Förderung von Kolpa in Peru zu steigern (95,8% Kupfer Stream). Toega (2,7% NSR) in Burkina Faso, betrieben von West African Resources, soll im 3. Quartal 2026 den Betrieb aufnehmen. Cabral Gold erwartet bei Cuiu Cuiu (1,5% NSR) in Brasilien Ende 2026 das erste Gold. Das bedeutet: zusätzliche Unzen für Versamet, ohne dass ein Cent an Investitionskosten nachgeschossen werden muss.

Bleibt es bei dem jetzigen Portfolio an Beteiligungen, sollten die Metall-Lieferungen 2027-2030 nur leicht auf 25.000 GEOs zulegen. Dan O’Flaherty sagt allerdings: „Wegen unserer robusten Cashflows und unserer jüngsten Finanzierung ist Versamet außerordentlich gut positioniert, um durch weitere Übernahmen zusätzliches Wachstum für unsere Aktionäre zu liefern.“

Die 17 Explorations-Assets bieten einiges an Optionalität, der Produktionsbeginn ist allerdings erst weit in den 2030er Jahren geplant. Die sechs besten: Hackett River (2% NSR, Glencore, Kanada), Converse (1% NSR, Roxmore Resources, USA), Prairie Creek (1,2% NSR, NorZinc, Kanada), Mason (0,4% NSR, Hudbay, USA), Zoon Mod (1,5% NSR, Erdene Resources, Mongolei), Mocoa (2% NSR, Copper Giant Resources, Kolumbien). Die 2% Net Smelter Royalty auf Mocoa könnte allein eine halbe Mrd. US-Dollar wert sein – aber erst, wenn diese voraussichtlich ganz schön große Kupfermine produziert.

Chance und Risiken durch Wettbewerber

Auch der Bereich der Royalty-Gesellschaften ist mittlerweile hart umkämpft. Wo liegen für Versamet die Risiken? Elemental Royalty, entstanden aus der Fusion von Elemental und EMX, ist mit seinem hybriden Geschäftsmodell weniger ein Konkurrent als eine Investment-Alternative. Dass Großaktionär Tether versucht, die zwei weiteren Royalty-Unternehmen, an denen er beteiligt ist – Elemental Royalty (32%) und Metalla Royalty (9%) –, mit Versamet zu fusionieren, ist eher unwahrscheinlich. Die drei Unternehmen sind zu unterschiedlich. Es ist sinnvoller, zuzusehen, welches der drei die beste Performance erzielt.

Die an zahlreichen Minenunternehmen beteiligte Lundin-Familie ist der Elefant im Raum. Sie griff zwar zu, als der von Royal Gold gehaltene Anteil an Versamet zum Verkauf stand, hat sich an der darauf folgenden Kapitalerhöhung aber nicht beteiligt. Stattdessen lancierte sie mit LunR Royalties ihre eigene Royalty-Company, die Großes vor hat: Sie will, was den Börsenwert anbelangt, die kleineren / mittelgroßen Wettbewerber Elemental, Versamet, Gold Royalty und Metalla hinter sich lassen und zu Triple Flag und OR Royalties aufschließen (deren Market Cap liegt bei etwa zehn Mrd. US-Dollar).

Um schnell an Volumen zu gewinnen, sorgten die Lundins dafür, dass von ihnen kontrollierte Unternehmen Teile der Produktion als Royalties an LunR abgeben. Nach zwei solchen Deals und einem Börsengang im Dezember 2025 lag die Marktkapitalisierung bereits jenseits der 1 Mrd. US-Dollar – ohne dass ein Dollar an Cashflow generiert worden war. Die dritte Transaktion überbot alles bisher dagewesene: Lundin Gold verkaufte für 670 Mio. US-Dollar an LunR einen Silber-Stream (Silber trägt nur 2% zum Umsatz der Mine bei). LunR bezahlte mit eigenen Aktien. Diese sollen dann von Lundin Gold als eine Art von Dividende an die Aktionäre verteilt werden.

Es ist durchaus vorstellbar, dass Adam Lundin, der President und CEO von LunR Royalties, Versamet ein Übernahmeangebot macht. Von der Struktur her sind beide Unternehmen miteinander kompatibel. LunR würde die Cashflows kaufen, die bisher fehlen. Dan O’Flaherty würde dann erneut in den Vorruhestand geschickt.

Attraktiv bewertet?

In ihren Präsentationen versuchen Unternehmen, bewertungsmäßig besser dazustehen als ihre direkte Konkurrenz. Man sucht sich dafür immer die Parameter aus, wo man relativ gut ist. Die anderen, nicht so guten, lässt man weg.

Vergleicht man Versamet und Elemental Royalty, kann man denken, man wäre in Absurdistan. Folgt man Elemental, liegen beide Unternehmen mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 10 in etwa gleichauf. Versamet sieht sich beim Cashflow 2026e mit 108 Mio. US-Dollar gegenüber den 75 Mio. US-Dollar von Elemental vorn. Versamet punktet daher beim Vergleich von Kurs/Cashflow (9,9 vs.18). Elemental dagegen beansprucht für sich die Führung bei Kurs/NAV (1,1 vs. 1,5) – was leicht nachvollziehbar ist, weil das Unternehmen mit über 200 Royalties (16 mit Cashflow, 34 in fortgeschrittener Entwicklung) logischerweise einen höheren Substanzwert hat. Als neutraler Beobachter kann man sagen: Beide sind trotz des jüngsten Kursanstiegs für ein Royalty-Unternehmen nicht übermäßig hoch bewertet.

Fragen wir die Analysten (Quelle: TradingView). Sie sehen auf Sicht von einem Jahr bei Versamet 30 Prozent Kurspotenzial („Strong Buy“), bei Elemental 22 Prozent („Buy“).

Fazit: Es ist erstaunlich, wie viele Fusionen und Übernahmen es in den vergangenen Jahren bei den Royalty- und Streaming-Gesellschaften gegeben hat, aber auch wie viele Unternehmen neu gegründet wurden. Versamet Royalties ist ein gutes Unternehmen, in diesem Haifischbecken aber auch ein Übernahmekandidat. Wer die Firma live erleben will: Versamet Royalties ist bei der Deutschen Goldmesse am 15./16. Mai in Frankfurt vertreten. Bitte lesen Sie den Disclaimer unten.

 

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Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, Pixabay

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