Donnerstag , 18 April 2024

Aura Minerals: Unterbewertung und starkes Wachstum!

Unbekannt, aber ungemein erfolgreich! Aura Minerals konnte seine Gold- und Kupferproduktion bis Ende 2023 binnen fünf Jahren verdoppeln. Nun soll noch einmal eine Verdopplung bis Ende 2025 her. Trotz dieses dynamischen Wachstums weist das Unternehmen recht solide Finanzen auf und fährt bisher unter dem Radar vieler Anleger.

Ziel: 450.000 Unzen Gold bis Ende 2025

Rodrigo Barbosa, CEO von Aura Minerals (8,50 C$ | 5,50 Euro; VGG069731120), erläuterte im September 2023  beim Precious Metals Summit in Beaver Creek (Colorado) die strammen Wachstumspläne seines Unternehmens. Jährlich 450.000 Unzen Goldäquivalent will er bis Ende 2025 fördern. Um diese 450.000 Goldäquivalent-Unzen (GEO) zu erreichen, werden gleich drei neue Bergwerke gebaut. Alle drei befinden sich in Brasilien. Almas, eine im Tagebau betriebene Mine, nahm bereits die Produktion auf; die Förderung soll 2024 hochgefahren werden. Borborema ist im Bau, die Investitionskosten (CapEx) in Höhe von 188 Mio. USD sind nach einer Royalty-Vereinbarung weitgehend abgedeckt. Für Matupa gibt es eine Machbarkeitsstudie. Hier fehlen zwar noch einige Genehmigungen, der geplante Baubeginn ist aber noch in diesem Jahr. Dazu besitzt Aura Minerals bereits drei produzierende Minen in Mexiko, Honduras und Brasilien.

Aura Minerals: Stabilisierung auf der Kostenseite

Rodrigo Barbosa ist zuversichtlich, dass sich dabei die Kosten der Produktion inzwischen stabilisiert haben. 2021 und 2022 hatten diese noch deutlich – wie in der gesamten Branche – zugelegt. Bei den neuen Projekten rechnet er mit einem Aufschlag von 15% bis 20%: „Trotzdem gelang es uns, Almas zu bauen, ohne das geplante Budget zu überschreiten.“ Dazu beigetragen haben nicht nur Kosteneinsparungen des lokalen Teams. Bei der Kalkulation der Baukosten wurde bereits ein großzügiger Sicherheitspuffer eingebaut. Aura Minerals erwartet für 2024 All-in Sustaining Costs (AISC) von 1.290-1.459 US-Dollar je Unze. Die AISCs der neuen Projekte sollen unter 1.000 US-Dollar je Unze liegen.

Technische Synergien durch drei neue Minen

Der Vorstandschef sieht vor allem technische Synergien bei den neuen Minen. Was man beim Bau von Almas gelernt habe, werde bei Borborema angewendet. Und danach stehe dann die Konstruktion der Mine Matupa an. Brasilien selbst sieht das Unternehmen als guten Standort für ein Mining-Unternehmen, solange man sich an die ethischen Grundsätze im Sinne von ESG-Standards halte. „Wenn Sie Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung schaffen und diese ausbilden, sind Sie als Investor willkommen. Gegen den Willen der lokalen Bevölkerung können Sie aber keine Mine bauen“, so Barbosa. Auf eines ist das Unternehmen dabei besonders stolz: 2023 gab es keinen einzigen nennenswerten Betriebsunfall.

In Sachen Metalle strebt Aura Minerals umsatzmäßig ein Verhältnis von zwei Drittel Gold zu einem Drittel Kupfer an. Da die drei neuen Minen allesamt Goldminen sind, ist das Unternehmen an einer Übernahme im Kupferbereich interessiert: „Der schwierige Markt zur Zeit ist gut für Akquisitionen“, glaubt Barbosa. Im November wurde ein „strategisches Investment“ in Höhe von 3 Mio. CAD bei dem in Brasilien aktiven Explorer Altamira Gold getätigt (entspricht einem Anteil von 11,35%). Allerdings ist das erst ein kleiner Schritt.

2023: Jahr des Übergangs

Am 20. Februar präsentierte Aura Minerals die Zahlen für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2023, das als ein Jahr des Übergangs bezeichnet werden kann. Die Förderung ging im Vergleich zu 2022 leicht von 241.421 auf 235.856 GEO zurück, lag im vierten Quartal aber über dem Vorjahreswert. Bemerkenswerterweise wuchs der Cashbestand trotz der Ausgaben für Almas von 127,9 Mio. USD auf 237,3 Mio. US-Dollar an (jeweils per 31.12.), die Nettoverschuldung stieg nur wenig von 77,4 Mio. US-Dollar auf 85,2 Mio. US-Dollar.

Wenn man die Zahlen von 2023 und die Guidance für 2024 anschaut, merkt man schnell, warum Aura Minerals stark wachsen kann, ohne die Bilanz zu ruinieren, und sogar darüber hinaus sogar noch eine hohe Dividende ausschüttet bzw. eigene Aktien zurückkauft: Das Unternehmen erwirtschaftet stabile freie Cashflows (2023: 88 Mio. USD) und baut nur kleinere Minen, die es ohne finanzielle Verrenkungen bezahlen kann.

Aura Minerals: Die Guidance für vier Minen in Lateinamerika

Aktuell sind vier Minen in Betrieb. Dabei rechnet Aura Minerals mit einer Produktion von 70 Prozent Gold und 30 Prozent Kupfer. Insgesamt erwartet das Management eine Produktion zwischen 244.000 und 292.000 GEO. Bei den Kosten (nach AISC) will man zwischen 1.290 und 1.459 US-dollar je Unzen landen. Mit dem oberen Wert läge Aura Minerals noch etwas unter dem Kostenniveau der großen Gold-Konzerne.

Die im Bau befindliche Borborema-Mine, die in Rio Grande do Norte liegt, ist auf eine Jahresproduktion von 83.000 GEO ausgelegt und soll bei den AISC-Kosten bei 875 US-Dollar je Unze landen. Der Produktionsbeginn ist für 2025 geplant. Bei Matupa, gelegen in Mato Grosso, wird mit einer Jahresproduktion von 55.000 GEO und Kosten von lediglich 762 US-Dollar kalkuliert. Die Baukosten für die Mine (Capex) liegen bei 107 Mio. US-Dollar.

Aufwärtspotenzial durch Ressourcenerweiterung

Über sein aktuelles Entwicklungsportfolio hinaus verfügt Aura Minerals auch über ein substanzielles Aufwärtspotenzial durch eine Ressourcenausweitung. Das Unternehmen kontrolliert ein beachtliches, 630.000 Hektar großes Landpaket, von dem bisher nur rund 10% exploriert wurden. Jüngste Bohrungen haben ermutigende Ergebnisse gezeigt. Das Matupa-Projekt zum Beispiel hat relativ hohe Ressourcen, die bei Bedarf in Reserven umgewandelt werden könnten.

Die Aktie ist deutlich unterbewertet

Trotz der operativen Outperformance von Aura Minerals, die tatsächlich in der Branche heraussticht, wird die Aktie weiter mit einem Abschlag gegenüber Konkurrenten gehandelt. Dabei sprechen die Aussicht auf Produktionswachstum und die starke Finanzlage für den Wert. Laut den Analysten von Raymond James wird das Unternehmen nur mit dem 0,35-fachen NAV bewertet. Vergleichbare mittelgroße Goldproduzenten liegen im Durchschnitt bei 0,64 NAV. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt, basierend auf den Zahlen aus 2023, bei extrem niedrigen 3,53. Echelon Capital Markets erwartet, dass mit dem kommenden Wachstum das Kurs-Cashflow-Verhältnis Richtung 2,2 (2024) bzw. 1,5 (2025) zurückgehen werde. Die drei kanadischen Analysten, die die Aktie von Aura Minerals covern, raten alle zum Einstieg. Die Kursziele reichen von 14 C$ (Canaccord) über 14,50 C$ (National Bank) bis 18 C$ (Red Cloud). Man sollte aber die Einschätzung von Red Cloud nicht allzu ernst nehmen. Der Grad vom Analysten zum Promoter ist bei diesem Broker besonders schmal. Die Kurs von Aura Minerals liegt aktuell bei etwa 8,50 C$. Großaktionär von Aura Minerals ist übrigens Northwestern Enterprises, der Privat-Fonds von Chairman Paulo Carlos de Brito. Der brasilianische Geschäftsmann hält 54,9% der Anteile. Der offiziell ausgewiesene Free Float liegt bei 28%.

Warum in Aura Minerals investieren?

Aura Minerals läuft aktuell unter dem Radar der meisten Investoren und steht – was die Aufmerksamkeit angeht – in Konkurrenz zu etwa ein bis zwei Dutzend anderen mittelgroßen Edelmetallproduzenten. Die Bewertungslücke bietet eine Chance für eine mögliche Neueinstufung. Dazu kommt die hohe Dividende. Das derzeitige Management übernahm das Unternehmen im Jahr 2016 und hat seither einen erstaunlich guten Job gemacht. Charttechnisch sieht die Aktie hochinteressant aus. 2019/2020 hat sich der Kurs in einem steilen Sprung nach oben vervielfacht. Seitdem korrigiert das Papier und hat sich vom Top in etwa halbiert. Der Kurs läuft zurzeit in ein Dreieck hinein. Was noch fehlt, ist der Ausbruch. Der Unterschied: 2020 lag das KGV bei etwa 60, die Schätzung für 2024 liegt bei 3,8. Fazit: Die Aktie von Aura Minerals bietet auf dem aktuellen Niveau mehr Chancen als Risiken und stellt eine gute Kombination aus Wachstum und bilanzieller Stärke dar.

 

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Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, Pixabay, Aura Minerals

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