Mittwoch , 29 Mai 2024
Friwo AG Roller Zweirad Elektromotor

Friwo verspricht Wende im neuen Jahr!

Die Aktie von Friwo ist gut ins Jahr gestartet und hat dann stark nachgelassen. Im Gespräch mit dem Investor Magazin verspricht Finanzvorstand Tobias Tunsch die Wende für 2024 und erklärt, warum man dieses Jahr die eigenen Ziel nicht erreicht hat.

Erst ging die Aktie in die Knie, dann kam die Gewinnwarnung!

So schlecht ging es 2023 für Friwo (26,60 Euro | DE0006201106) nicht los. Die Aktie konnte die 40 Euro-Marke nachhaltig überwinden und auch unsere Besprechung von Anfang Dezember 2022 schien sich auszuzahlen. Angesichts der weltweit schwächelnden Konjunktur rieten wir in unserem Update dazu, ruhig den Stopp nachzuziehen (siehe hier). Dies erwies sich als richtige Strategie, denn mit dem Sommer ging die Aktie in die Knie. Ende Oktober folgte dann die Gewinn- und Umsatzwarnung. Die Zahlen zum dritten Quartal machen es deutlich: der Umsatz lag zwischen Juli und September mit 29,9 Mio. Euro deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 58,6 Mio. Euro. Über die gesamten neun Monate betrug das Umsatzminus etwa ein Drittel. Beim EBIT rutschten die Westfalen mit -0,6 Mio. Euro in den roten Bereich.

Konsumschwäche führt zu Stornierungen

Was war geschehen? Finanzvorstand Tobias Tunsch erklärte im Gespräch mit dem Investor Magazin, dass Friwo vor allem die Konsumschwäche zu spüren bekam. Grundsätzlich ist der Mittelständler gut aufgestellt: Zum einen verfügt Friwo über ein etabliertes, leicht wachsendes Industriegeschäft mit den drei Bereichen Tools, Industrials and Medical. Zum anderen hat man im Rahmen eines Joint Ventures massiv in in den indischen Zweiradmarkt investiert und hier mittels des eigenen Know hows bei Elektroantrieben die Chance, kräftig Marktanteile zu gewinnen. Aus diesem Geschäftsbereich hatte Tunsch nur Positives zu berichten.

Doch die Konsumschwäche in etablierten Märkten führte zu Stornierungen bei den Auftraggebern. Die Lager leerten sich nicht ganz so schnell wie erhofft. Dieser Effekt sollte sich laut Tunsch nun beruhigen. Man höre schon von den Kunden, dass die Lager wieder aufgefüllt werden müssten. Insofern geht der CFO davon aus, dass man 2024 wieder auf den Wachstumspfad zurückehren kann. Konkrete Zahlen nannte Tunsch aber nicht.

Dennoch ist klar, woher der Optimismus herrührt. Schließlich dürfte das Unternehmen vor allem in Indien durchstarten. Dort gibt es den mengenmäßig größten Zweiradmarkt der Welt und auch dort gewinnen Motorräder mit Elektroantrieb Marktanteile. Da Friwo an dem Joint Venture weniger als 50 Prozent hält, flißet dieses Geschäft nur mittels Lizenzeinnahmen und etwaigen Ausschüttungen in die Bilanz ein.

Wäre ohne den Großaktionär mehr möglich?

Dieser Wachstumsstory steht allerdings immer noch eine belastende Struktur im Aktionariat entgegen. Schon während des Eigenkapitalforums Ende November in Frankfurt gab es Gerüchte, dass Großaktionär VTC, der 81,5 Prozent der Anteile hält, Aktien abgeben möchte. Bisher hat sich an diesem Gerücht aber nichts bewahrheitet. Unseres Erachtens ist das der größte Hemmschuh für Friwo. Mit einem höheren Freefloat und dann wahrscheinlich steigenden Handelsumsätzen würden sich mehr Fonds und Vermögensverwalter trauen, in die Aktie einzusteigen. So halten sich größere Investoren zurück und dem Management sind die Hände gebunden.

Denn dazu kommt, dass Friwo im Prinzip das Know how hat, auch in Europa oder Nordamerika im Markt für elektrisch angetriebene Zweiräder mitzumischen. Doch dafür bräuchte man mehr Geld und müsste wahrscheinlich eine Kapitalerhöhung durchführen. Ohne die Zustimmung des Großaktionär geht das aber nicht. Und so schlägt sich dessen Schlafmützigkeit in der geringen Dynamik der Aktie nieder. Vorerst bleiben wir hier ein stiller Beobachter an der Seitenlinie.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, Pixabay, Friwo

_____________________________________________________________________________________

DISCLAIMER. BITTE UNBEDINGT BEACHTEN!

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte gemäß Paragraph 34 WpHG i.V.m. FinAnV: Mitarbeiter, Berater und freie Redakteure von www.investor-magazin.de können jederzeit Aktien an allen vorgestellten Unternehmen halten, kaufen oder verkaufen. Das gilt ebenso für abgeleitete Finanzinstrumente, Kryptowährungen oder Rohstoffe. Sollte ein Mitarbeiter, Berater oder freier Redakteur das hier vorgestellte Wertpapier besitzen, wird dies an dieser Stelle genannt. Der Autor besitzt keine der im Artikel genannten Aktien oder Finanzprodukte. Hinweis auf Interessenkonflikte: keine.
Zudem weisen wir gerne auf die Broschüren der BaFin zum Schutz vor unseriösen Angeboten hin:
Geldanlage – Wie Sie unseriöse Anbieter erkennen (pdf/113 KB)
Wertpapiergeschäfte – Was Sie als Anleger beachten sollten (pdf/326 KB)
Risikohinweis: Wir weisen darauf hin, dass der Erwerb von Wertpapieren jeglicher Art hohe Risiken birgt, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können – oder darüber hinaus. Jegliche auf dieser Webseite verbreiteten Artikel rufen explizit nicht zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren auf. Es kommt weder eine Anlageberatung noch ein Anlagevermittlungsvertrag mit dem Leser zustande. Die hier dargestellten Informationen beziehen sich auf das Unternehmen oder den Markt und nicht auf die persönliche Situation des Lesers. Grundsätzlich möchten wir Ihnen Ideen für unseres Erachtens aussichtsreiche Investments geben. Bitte passen Sie diese dann an Ihre individuelle Strategie und persönliche Finanzsituation an. Und bitte vergessen Sie nicht: Wir haben keine Glaskugel, wir haben aber viel Erfahrung und Wissen. Daher raten wir stets dazu, dass Sie als Leser Ihren Kopf benutzen und Ihre eigenen Analysen erstellen sollten: Do your own Due Dilligence!
Datenschutz: Wir geben Ihre Daten nicht an externe Dritte weiter. Aufgrund der neuen Datenschutz Grundverordnung haben wir unsere Datenschutzerklärung aktualisiert. Sie können sich für unseren kostenlosen Newsletter hier anmelden. Eine Abmeldung ist jederzeit per Mail an info (at) investor-magazin.de möglich.
Keine Haftung für Links: Mit Urteil vom 12.Mai 1998 hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der verlinkten Seiten ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesem Inhalt distanziert. Für alle Links auf dieser Webseite gilt: Der Betreiber distanziert sich hiermit ausdrücklich von allen Inhalten aller verlinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen.
Keine Finanzanalyse: Der Herausgeber weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den Besprechungen um keine Finanzanalysen nach deutschem Kapitalmarktrecht handelt, sondern um journalistische und/oder werbliche Texte. Sie erfüllen deshalb nicht die Anforderungen zur Gewährleistung der Objektivität von Anlageempfehlungen. Bitte beachten Sie außerdem: Die Nutzung dieses Informationsangebots ist ausschließlich Personen vorbehalten, die ihren dauerhaften Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben.
Urheberrecht: Der Inhalt und die Struktur dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum des Betreibers. Sie dürfen nicht ohne vorherige schriftliche Zustimmung weder verwendet noch reproduziert werden, auch nicht auszugsweise. Der Betreiber ist bestrebt, in allen seinen Publikationen die Urheberrechte der verwendeten Grafiken, Bilder und Texte zu beachten. Allein aufgrund der bloßen Nennung oder Nichtnennung von Rechten Dritter ist nicht der Schluss zu ziehen, dass diese nicht geschützt sind! Sollte der Betreiber dennoch gegen Rechte Dritter verstoßen haben, wird er unter dem Vorbehalt der Prüfung unverzüglich jegliche Dateien entfernen, sofern er auf die Rechtsverletzung schriftlich hingewiesen wurde.

Check Also

Kinross Gold: Top-Performer nach gelungenem Turnaround!

Der Goldpreis haussiert und mit ihm auch die Aktie von Kinross Gold. Doch nicht nur …