Montag , 17 Juni 2024

3U Holding: Es gibt auch ein Leben nach der Rekord-Dividende!

Nach einer gigantischen Ausschüttung ist es um die 3U Holding ruhiger geworden. Allerdings haben die Marburger bereits die Weichen für das künftige Wachstum gestellt. Mit dem ThermCube könnte das Unternehmen sogar nachhaltig von der Wärmewende profitieren.

Rekord-Dividende: Weclapp-Verkauf macht die 3U-Aktionäre glücklich

In den vergangenen Jahren ist die 3U Holding (2,83 Euro | DE000516702) wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Vom März-Tief 2020 bei einem Euro ging es für die Aktie bis Mitte Mai auf fast 6 Euro hoch. Wer rechtzeitig einstieg, darf sich glücklich schätzen. Für die fulminante Entwicklung war vor allem der Verkauf der Tochter Weclapp verantwortlich. Die Erlöse wurden zum einem guten Teil ausgeschüttet und so gab es am 18. Mai 2023 einen warmen Geldregen für die Anteilseigner. Die 3U Holding zahlte 3,20 Euro je Aktie aus. Dementsprechend wurde das Papier danach ex-Dividende gehandelt und notiert heute mit 2,83 Euro etwa dort, wo sie im September 2022 vor Bekanntgabe des Weclapp-Verkaufs stand.

Was kommt noch dem Einmal-Effekt?

Dieser einmalige Effekt bedeutet aber nicht, dass die Wachstumsstory bei der 3U Holding nun vorbei sein muss. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass die Gesellschaft einerseits noch rund 70 Mio. Euro an Cash hat, was mehr als zwei Drittel des aktuellen Börsenwerts von rund 105 Mio. Euro abdeckt. Dies stellt das Unternehmen auf starke Beine, um auch künftig investieren und wachsen zu können. Zum anderen handelt es sich um eine Beteiligungsgesellschaft, was gerne vergessen wird. Die 3U Holding lässt sich heute in drei Segmente einteilen:

  • IT bzw. Telekommunikation (ITK)
  • Erneuerbare Energien (EE)
  • Online-Handel für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK)

ITK ist praktisch das ursprüngliche Stammgeschäft, aus dem heraus die 3U Holding einst entstanden ist. Hier gibt es im Prinzip wenig Wachstum, Impulse sind durch den Aufkauf von Wettbewerbern oder Kundenstämmen zu erwarten. Allerdings arbeitet man daran, hier mehr Managed Services anzubieten und so von Digitalisierungstrends zu profitieren. Deutlich mehr aber erhofft sich CEO Uwe Knoke von den anderen beiden Töchtern.

Repowering: Langfristiger Ausbau des Segments Erneuerbare Energien

So will 3U seinen Bereich Erneuerbare Energien und da vor allem die Windparks kräftig ausbauen. Die aktuelle Kapazität beträgt 53 MW. Die bestehenden drei Windparks sollen durch ein sogenanntes Repowering eine höhere Leistung liefern. Das würde die Cashflows aus dem Verkauf des Stroms deutlich erhöhen. Dazu werden alte Windkraftanlagen durch modernere ersetzt. Als erstes wird der Park Langendorf (seit 2000 in Betrieb) modernisiert werden. Der Antrag wurde schon gestellt. 2025 will man hier am Ziel sein. Dadurch sollen sich die Stromerträge in etwa verdreifachen. Ähnliches ist auch für die drei anderen Windparks geplant. Vieles scheint davon abzuhängen, wie lange die Genehmigungsverfahren dauern. Das ist ein großes Problem für die ganze Branche in Deutschland. Allerdings gibt es jede Menge Rückenwind aus der Politik. Dennoch: In diesem Segment wächst die 3U Holding langfristig.

ThermCube: Der nächste Blockbuster der 3U Holding?

Am spannendsten ist die dritte Tochter, die sich online mit den Themen Heizen, Lüften und Wassermanagement beschäftigt. Im Prinzip werden hier Dienste für Handwerker (25% des Umsatzes) und Selberbauer (75%) angeboten. Gebündelt ist dieser Bereich unter dem Namen Selfio. Laut Knoke bestehen hier die größten Wachstumschancen. Analysten spekulieren bereits darüber, dass diese Tochter per Börsengang materialisiert werden kann. Mit Blick auf die von der Ampelkoalition angestrebten Wärmewende könnte allerdings der ThermCube zum Game-Changer für 3U werden. Im Prinzip handelt es sich hier um einen Schrank, der die komplizierten Elemente einer Wärmepumpe beinhaltet (siehe Bild oben). Dadurch sollen Handwerker beim Einbau der Wärmepumpe bis zu 80 Prozent der Zeit/Arbeiten einsparen können. Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Branche und dem engen Zeitplan der Regierung in Berlin könnten die Marbuger mit diesem Produkt einen Coup landen.

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Ab dem 1. August will man den ThermCube produzieren, Patentanträge wurden bereits gestellt. Je nach nötiger Leistung soll ein Thermcube zwischen 15.000 und 25.000 Euro kosten. Das Ziel sind 100 Stück bis Jahresende. Wenn durch den Thermcube wirklich Handwerker einige Arbeitstage einsparen können, und 3U die bestehenden Kanäle zu Handwerkern und Fertighausbauern optimal nutzt, könnte man erheblich von der Wärmewende profitieren. Hier liegen unseres Erachtens die größten kurz- bis mittelfristigen Chancen für das Unternehmens. Allerdings sollte man schleunigst die Produktionskapazitäten ausbauen.

Fazit: Die Aktie der 3U Holding ist nach der Dividenden-Ausschüttung wieder einen Blick wert. Kurz- bis mittelfristig hat das Unternehmen mit dem ThermCube einen potenziellen Verkaufsschlager im Regal. Mit rund 70 Mio. in der Kasse können alle drei Töchter aus einer Position der Stärke heraus ausgebaut werden. Für dieses Jahr gehen Analysten von einem Umsatz von etwa 60 Mio. Euro bei einem Jahresüberschuss von etwa 3 Mio. Euro aus. Bei der Dividende dürften mit 0,10 Euro je Aktie wieder normale Zeiten einkehren. Zuletzt hatten die Analysten von SMC Research ein “Kaufen”-Votum ausgegeben, Kursziel: 3,30 Euro. Das klingt erst einmal konservativ, schafft aber Raum für Überraschungen. Wir sehen vor allem das Management als großes Plus: Es hat bewiesen, dass es Geschäfte aus- und aufbauen kann und durch lukrative Exits die Aktionäre am Ende am Erfolg beteiligt. Anleger mit einem lanfristigen Anlagehorizont können sich ein paar Stücke des Nebenwerts ins Depot legen. Bei Nebenwerten dieser Größe sollte man allerdings stets mit Limit ordern.

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Graphiken/Tabellen/Bilder: Das Investor Magazin, 3U Holding

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