Donnerstag , 22 Februar 2024

Delignit: Zurück in der Spur!

Zuletzt fristete die Aktie von Delignit ein Schattendasein auf dem Kurszettel. Doch nun kommt der Nebenwert operativ wieder ins Rollen. Die Ostwestfalen punkten mit Wachstum, Preiserhöhungen und Nachhaltigkeit.

Kostensteigerungen und Absatzprobleme

Kostensteigerungen, Lieferketten- und Absatzprobleme sorgten bei Delignit (6,75 Euro; DE000A0MZ4B0) seit Mitte 2021 für erhebliche Probleme bei den Einnahmen und Margen. Der Aktienkurs halbierte sich grob in etwa 12 Monaten. Inzwischen aber hat sich die Lage beruhigt – operativ und beim Aktienkurs. Das Unternehmen aus Blomberg in Ostwestfalen/Lippe scheint wieder in die Spur gefunden zu haben. Das zumindest ist die Botschaft, die CEO Markus Büscher vergangene Woche auf der Münchener Kapitalmarktkonferenz (MKK) den Investoren mit auf den Weg gab. Und auch wir können dem einiges abgewinnen.

Delignit: 2022 besser als erwartet

Büscher kann dabei auf ein starkes Zahlenwerk verweisen. 2022 konnte der Umsatz trotz des schwierigen ersten Halbjahrs um 10 Prozent auf 75,4 Mio. Euro verbessert werden. Das EBITDA legte um 16 Prozent auf 6,5 Mio. Euro zu, der Nettogewinn stieg sogar um 19 Prozent auf 2,8 Mio. Euro. Anfang des Jahres hatte Delignit noch Margenprobleme angedeutet. Somit scheint das Schlimmste überstanden zu sein.

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Denn für 2023 geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum aus. Laut Prognose sollen die Einnahmen um 17 Prozent auf 88 Mio. Euro zulegen – bei einem gleich starken Ergebniszuwachs. Sollte es mit dem Umsatzziel klappen, dürften wir beim Ergebnis sicherlich eine positive Überraschung erleben. In Blomberg wird traditionell tiefgestapelt. Die Analysten von SMC Research gehen davon aus, dass die Kostensteigerungen an die Kundschaft weiterhin weitergegeben werden können.

Delignit Aktie Nachhaltige Werkstoffe
Delignit: Überblick über die Produkte in Nutzfahrzeugen! Quelle: Delignit AG

Delignit: Einmalig positioniert als nachhaltiger Anbieter

Doch Delignit muss sich auch nicht verstecken. Das Unternehmen ist gut positioniert und hat in seiner Nische eigentlich keine Konkurrenz. Im Prinzip liefert die Firma Komponenten für die Ausstattung von leichten Nutzfahrzeugen – klassische Lieferanten- und Handwerkerfahrzeuge beispielsweise. Punkten kann Delignit mit dem Material. Verwendet wird hauptsächlich Holz aus der Buche. Nachwachsende Werkstoffe kommen sowohl bei der Kundschaft als auch bei Investoren an. Büscher betonte zudem auf der MKK, dass man keine Probleme mit dem Klimawandel habe. Die verwendete Buche komme gut mit sinkenden Niederschlägen und höhere Temperaturen zurecht – im Gegensatz zu Fichten oder Pinien beispielweise.

Nicht unabhängig von der Konjunktur

Delignit sieht sich dabei als Profiteur von drei Trends. Die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen wachse mit zunehmenden Online-Shopping der Menschen. Dabei achten die Logisitikfirmen immer mehr auf nachhaltige Aspekte, um ihren CO-2-Fußabdruck zu reduzieren. Nicht zuletzt bevorzugt das regulatorische Umfeld nachhaltige Antriebe, was immer mehr Firmen zu einem Wechsel und damit zu Neuanschaffungen bringt. Klar ist aber auch: Delignit agiert nicht ganz unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Schließlich schnallen einerseits auch Bürger derzeit den Gürtel enger und auch die Investitionsneigung vieler Unternehmen scheint zu sinken. Konjunkturell ist im zwieten Halbjahr durchaus Gegenwind möglich.

Delignit: Das sind mögliche Katalysatoren!

Delignit Finanzen Aktie
Delignit: Überblick zu Umsatz und EBITDA sowie möglichen Einflussfaktoren. Quelle: Delignit AG

Aktuell kommt Delignit auf einen Börsenwert von rund 55 Mio. Euro. Das entspricht etwa zwei Drittel des geplanten Umsatzes für 2023. KGV-seitig ist die Aktie nicht ganz günstig. Allerdings haben wir die Prognose des Unternehmens unterstellt. Einige Maßnahmen könnten allerdings zu einem deutlich besseren Ergebnis führen. Zu nennen wäre hier die Internationalisierung, der Exportanteil liegt aktuell bei etwa 61%. Zudem kontrolliert Delignit die gesamte Wertschöpfungskette, also vom Buchenstamm bis zum bearbeitenten Endprodukt. Das könnte in Sachen CO2-Zertifikate ein klarer Vorteil sein. Nicht zuletzt steht das Thema Dämmung ganz oben auf der Agenda der Immoblienwirtschaft und der Hauseigentümer. Hier ist das Potenzial sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Nicht zuletzt ist die Zahl der echten, nachhaltigen Aktien (ohne Greenwashing) in Deutschland sehr begrenzt; dementsprechend kommen Fonds, die einen ernsthaften, nachhaltigen Ansatz verfolgen, an der Aktie kaum vorbei.

Allerdings gibt es auch einen klaren Nachteil. Großaktionär MBB hält 75,5 Prozent der Anteile, folglich ist der Free Float recht klein und schreckt sicherlich den einen oder anderen Profi-Anleger und Nachhaltigkeitsfonds von einem Investment ab. Über eine Reduzierung des Anteils wird zwar seit Jahren immer mal wieder spekuliert, passiert ist aber bisher nichts.

Unser Fazit: Die Delignit AG (6,75 Euro; DE000A0MZ4B0) ist einer der interessantesten deutschen Nebenwerte, der neben einer Portion Wachstum auch eine Menge an Nachhaltigkeit bietet. Die Prognose sehen wir als konservativ an, so bleibt Raum für positive Überraschungen. Auch die Eigenkapitalquote (63%) und die sinkende Verschuldung sprechen für den Titel. Die Aktie notiert nur leicht über den Kursen zu Jahresanfang und hat in Summe seit zwei Jahren verloren. Optimistisch sind die Analysten. SMC Research hat das Kursziel gerade auf 10,70 Euro hochgesetzt. Pareto Securities gibt ein Kursziel von 12,50 Euro aus, Hauck & Aufhäuser sogar von 13 Euro. Zweistellige Kurse sind auf mittlere Sicht möglich, wenn Delignit den operativ positiven Trend samt besserer Margen fortsetzen kann. Positive Überraschungen aus dem operativen Geschäft oder von Seiten des Großaktionärs wollen wir nicht ausschließen.

 

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ken/Tabellen: Das Investor Magazin, Delignit AG

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